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Funke Mediengruppe
Meinung
Verletzung des Luftraums

Drohnen über Flughäfen: Eine schmerzhafte Lektion

Brüssel. Den europäischen Nato-Staaten wird gerade brutal vor Augen geführt, wie verwundbar sie sind. Für Wladimir Putin läuft es prächtig.
Ein Kommentar von Thorsten Knuf, Brüssel-Korrespondent
Drohnen-Alarm an Flughäfen in Kopenhagen und Oslo

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Es braucht nicht viel, um moderne Infrastrukturen für Stunden oder gar Tage lahm zu legen. Ein Feuer an einer neuralgischen Stelle, Sabotage an leicht zugänglichen Komponenten, ein Computer-Hack. Oder eben ein paar Drohnen, die über besonders empfindlichen Anlagen und Betriebsgeländen kreisen. Letzteres ist am Montagabend am Flughafen der dänischen Hauptstadt Kopenhagen geschehen. Der Airport wurde stundenlang gesperrt, etliche Starts und Landungen fielen aus. Einen ähnlichen Vorgang gab es auch in Norwegens Hauptstadt Oslo.

Polizisten patrouillieren am Flughafen Kopenhagen. Am Montagabend waren dort Drohnen gesichtet worden, der Flugverkehr kam bis Dienstag für vier Stunden zum Erliegen. © Ritzau Scanpix Foto/AP/dpa | STEVEN KNAP

Was den Fall in Kopenhagen betrifft, so sagt die dänische Regierung bislang nicht, dass Russland dahinterstecke. Aber sie gibt zu verstehen, dass sie dies für eine sehr plausible Annahme hält – wenn nicht sogar für die wahrscheinlichste: Regierungschefin Mette Frederiksen erinnerte an die jüngsten Luftraum-Verletzungen durch Russland in Polen, Rumänien und Estland. Die Vorkommnisse im eigenen Land und in Oslo betrachtet sie ausdrücklich vor diesem Hintergrund und spricht von einem „Anschlag“.

Drohnen und Jets: Die Politik der Nadelstiche dürfte weitergehen

Unabhängig von der konkreten Urheberschaft der jüngsten Vorfälle steht fest: Russland testet gerade im Zusammenhang mit seinem Ukraine-Feldzug die Entschlossenheit des Westens und der Nato. Ein paar Drohnen und ein paar Kampfflugzeuge reichen, um den Europäern die eigene Verwundbarkeit vor Augen zu führen. Man kann davon ausgehen, dass die Politik der Provokationen und der Nadelstiche noch eine ganze Weile anhalten wird.

Politik-Korrespondent Thorsten Knuf © Funke Foto Services | Reto Klar

Aus Sicht des Kreml-Herrschers Wladimir Putin läuft es gerade prächtig. Im Westen macht sich Nervosität breit. Niemand darf sich wundern, falls es demnächst auch im deutschen Luftraum einen außergewöhnlichen Vorfall geben sollte. Nach den Begebenheiten der vergangenen Tage wäre das eigentlich ein logischer nächster Schritt.

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