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Immer wieder Angriffe

Schwedisches Unternehmen entwickelt preiswerten Drohnenkiller

Berlin. Ein kostengünstiger Abfangjäger, der aus einer Handkanone abgefeuert werden kann, könnte zu einem wichtigen Faktor bei der Verteidigung werden.
Nach Drohnen-Alarm: Lage am Münchner Flughafen entspannt sich

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Erst am letzten Donnerstag (2. Oktober) und Freitag hat der Münchner Flughafen Drohenalarm ausgerufen. An beiden Abenden wurde der Flugbetrieb vorübergehend eingestellt. Etliche Flüge wurden umgeleitet oder gestrichen. Nahezu 10.000 Reisende waren betroffen.

In letzter Zeit hatten sich diese Vorfälle gehäuft, auch in Dänemark gab es rund um den Flughafen Kopenhagen Drohnensichtungen. Die Frage, die sich daher immer drängender stellt: Wie schützt man sich vor diesen Angriffen? Wie macht man Flugkörper gegebenenfalls unschädlich? Der englische „Telegraph“ ist bei seiner Recherche auf ein spannendes Projekt gestoßen.

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So sei Nordic Air Defence, ein schwedisches Rüstungsunternehmen aus Stockholm, dabei, ein Abwehrsystem zu entwickeln, das die Drohnen ohne den Einsatz von Sprengstoff außer Gefecht setzt. Der große Vorteil: Die Trümmerteile landen nicht auf Wohngebieten oder Flughäfen. Ein weiterer Vorteil: die geringen Kosten. Ein Projektil soll nur rund 5.000 Dollar (knapp 4.300 Euro) kosten.

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Drohnen: Wie holt man sie kostengünstig vom Himmel?

Bereits Ende September hatte Nato-Generalsekretär Mark Rutte betont, dass man nicht Millionen von Euro oder Dollar für Raketen ausgeben können, um Drohnen abzuschießen, die nur ein paar Tausend Dollar kosteten. Der Niederländer spielte damit darauf an, dass bei der Luftraumverletzung in Polen in der Nacht vom 9. auf den 10. September einige russische Drohnen mit Kampfjets vom Himmel geholt wurden.

Kreuger100, so der Name des von Nordic Air Defence entwickelten Systems, kann von einer Handkanone abgefeuert werden. Laut Angaben des Herstellers soll es „beispiellose Fluggeschwindigkeiten“ erreichen. Mithilfe von Wärmebildkameras können feindliche Drohnen geortet und durch den direkten Aufprall ausgeschaltet werden – vorausgesetzt, das angreifende Objekt ist nicht bewaffnet. Auf der Homepage des schwedischen Unternehmens sind Darstellungen der Kreuger100 zu sehen, zudem Behälter für den mobilen Einsatz oder Systeme, die auf Fahrzeuge montiert werden könnten.

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Verteidigungsminister Pistorius: „Jede Drohne spielt Putin in die Hände“

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte zu den neuerlichen Sichtungen gesagt, dass bisher bei keinem Drohnen-Vorfall eine Gefahr für die Bevölkerung vorgelegen habe. Aber: „Es geht um Angstmache.“ Nicht jede Drohne sei eine von Russlands Präsident Wladimir Putin, „aber jede Drohne spielt ihm in die Hände“, fuhr der Minister fort. Pistorius nannte den russischen Präsidenten als wahrscheinlichen Drahtzieher der Drohnenüberflüge über dem europäischen Luftraum: „Man kann sicher davon ausgehen, dass ein ganz großer Teil der Drohnen von Putin oder seinen Handlangern kommt.“

Wie sehr Drohnen gerade den Flugverkehr stören können, schildert eine Sprecherin der Deutschen Flugsicherung (DFS) eindrücklich: „Drohnen können die An- und Abflüge gefährden, daher reagieren wir immer sofort. Sobald uns eine Drohnensichtung bekannt wird, erteilt unser Tower nur noch Freigaben für den nicht betroffenen Bereich des Flughafens.“ Im Extremfall werden die An- und Abflüge demnach in einer solchen Situation ganz eingestellt. Alle Aktivitäten würden dabei eng mit dem Flughafen und der Polizei abgestimmt.

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