VOOZH about

URL: https://www.waz.de/politik/article411481788/modschtaba-chamenei-soll-angriff-auf-familiensitz-nur-knapp-entkommen-sein.html

⇱ Iran: Modschtaba Chamenei soll Raketenangriff knapp entkommen sein


Funke Mediengruppe
Irans Oberster Führer

Modschtaba Chamenei soll Angriff auf Familiensitz nur knapp entkommen sein

Teheran. Nach dem tödlichen Angriff auf Ali Chamenei entging sein Sohn Modschtaba nur knapp dem Tod. Es heißt, ein Spaziergang rettete ihm das Leben.
Von Julia Lehmann
Zurzeit kursieren einige Gerüchte um Irans Anführer Modschtaba Chamenei. Diese werden durch seine Zurückgezogenheit befeuert. © picture alliance / ZUMAPRESS.com | Rouzbeh Fouladi

Es vergingen nur wenige Tage, da wurde ein neuer Oberster Führer im Iran ernannt: Modschtaba Chamenei war aus einem aus 88 Geistlichen bestehenden Expertenrat heraus gewählt worden, nachdem sein Vater Ali Chamenei bei den ersten iranisch-amerikanischen Angriffen im Februar getötet worden war. Einem Medienbericht zufolge hätte auch der nun neue Anführer bei dem todbringenden Angriff sterben können. Doch angeblich entfernte er sich zufällig rechtzeitig vom Wohnsitz.

Auch interessant

Zunächst hieß es, Modschtaba Chamenei sei nicht in Teheran gewesen, als sein Vater starb. Nun legt ein Bericht anderes nahe. Laut einem „Telegraph“-Artikel überlebte der 56-Jährige den Raketenangriff von Israel und den USA auf das Familienanwesen nur, weil er wenige Minuten vorher einen Spaziergang durch den Garten begonnen hatte. Der „Telegraph“ schreibt, dem Medium seien Audioaufnahmen zugespielt worden, die belegten, dass Chameneis Sohn Ziel desselben Angriffs gewesen sein soll.

Raketenangriff in Teheran: Mitschnitt enthüllt Details der letzten Minuten

Am 28. Februar hatten sich Ali Chamenei und ranghohe Sicherheitsbeamte zu einer Besprechung versammelt, als Raketen den Gebäudekomplex in Teheran trafen. Mohammad Pakpour, der IRGC-Chef, und Aziz Nasirzadeh, Irans Verteidigungsminister, gehörten außerdem zu den Getöteten.

Auch interessant

Die britische Tageszeitung beruft sich auf Mitschnitte von Aussagen von Mazaher Hosseini, dem Protokollchef des Büros von Ali Chamenei, die er am 12. März im Teheraner Stadtteil Qolhak gegenüber hochrangigen Geistlichen und Kommandeuren der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) getroffen haben soll. Die Aufnahmen seien unabhängig verifiziert worden. Sie sollen einen detaillierten Bericht darüber liefern, was in den letzten Minuten vor dem Angriff geschehen sein soll.

Audioaufzeichnung offenbart grausame Details des Anschlags

Demnach habe Hosseini in dem Mitschnitt gesagt: „Es war Gottes Wille, dass Modschtaba in den Hof gehen musste, um etwas zu erledigen, und dann zurückkehren sollte.“ Laut dieser Aufnahmen soll Hosseini zudem berichtet haben, dass sich der jüngere Chamenei bei dem Raketenangriff eine Verletzung am Bein zugezogen haben soll. Seine Frau und sein Sohn seien bei dem Angriff sogar getötet worden. Sein Schwager sei „enthauptet“ worden. Der Bericht legt weitere grausame Details offen. So sei der Militärchef Mohammad Shirazi derart in Stücke gerissen worden, dass man ihn lediglich anhand einzelner Brocken seines Körpers identifizieren konnte.

Auch interessant

Zudem soll der Raketenangriff so geplant worden sein, dass gleich mehrere Ziele des Wohnkomplexes der Familie gleichzeitig getroffen werden. „Diese Teufel hatten mehrere Ziele innerhalb des Bürokomplexes in Betracht gezogen – eines davon war der Sitz des Obersten Führers“, wird Hosseini zitiert. „Sie trafen diesen Ort mit drei Raketen.“

Iran: Spekulationen um Gesundheitszustand von Modschtaba Chamenei

Seit seiner Ernennung zum Obersten Führer des Iran hat man nichts mehr von Modschtaba Chamenei gehört oder gesehen. Lediglich eine Botschaft Chameneis war im Staatsfernsehen verlesen worden. Das befeuert wiederum Spekulationen zu seinem Gesundheitszustand. Nach Angaben von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth vom vergangenen Freitag sei „wahrscheinlich entstellt“. Belege lieferte er dafür jedoch nicht.

Seit seiner Ernennung zum neuen Staatsoberhaupt hat sich Modschtaba Chamenei (Foto rechts) nicht blicken lassen. Neben seinem Porträt wird das seines Vaters gezeigt. (Archivbild) © AP/dpa | Vahid Salemi

Die Zurückgezogenheit des neuen Ober-Mullahs hat mit der großen Gefahr neuer Anschläge durch Israel oder die USA zu tun. Chamenei hat zwar nicht den Rang eines Ajatollahs. Gleichzeitig gilt er als Symbol für die Kontinuität im Mullah-Regime und wird dessen harten Kurs fortsetzen. Das israelische Militär hatte damit gedroht, jeden Nachfolger Chameneis zu verfolgen. Und auch US-Präsident Donald Trump sagte, er werde ihn nicht akzeptieren.

Es kursieren noch weitere Gerüchte um Chamenei. So soll der Mullah-Anführer homosexuell sein. Das berichteten die „Bild“-Zeitung und einige andere Medien am Montag. „Bild“ bezieht sich dabei auf einen Bericht der „New York Post“, die sich wiederum auf Mitarbeiter des US-Geheimdienstes beruft. Sollte sich dies als wahrheitsgemäß erweisen, wäre dies in einem Land wie dem Iran nicht unerheblich. Homosexualität gilt nach iranischem Staatsrecht als illegal.

Mehr lesen über

Zur Startseite
Wir haben neue Nachrichten für Sie
Zur Startseite

Kennen Sie schon unsere PLUS-Inhalte?
Jetzt WAZ testen