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Sprit, Strom, Gas

Milliarden gegen die Krise: So entlastet Spanien jetzt seine Bürger

Madrid. Spanien reagiert mit einem Milliardenpaket auf explodierende Energiepreise – und setzt damit ein deutliches Zeichen in Europa.
Von Ralph Schulze
Spaniens Premierminister Pedro Sánchez. © AFP | PIERRE-PHILIPPE MARCOU

Während in vielen anderen europäischen Ländern noch über mögliche Entlastungen diskutiert oder entsprechende Maßnahmen geprüft werden, handelt Spanien bereits: Die Mitte-links-Regierung in Madrid hat ein milliardenschweres Antikrisenpaket beschlossen, um den Preisschock bei Benzin, Diesel, Strom und Gas abzufedern – und setzt damit erneut ein politisches Signal in Europa.

Das Maßnahmenbündel im Umfang von rund fünf Milliarden Euro ist seit diesem Sonntag in Kraft. Es reagiert auf die drastischen Verwerfungen an den Energiemärkten infolge des von den USA und Israel begonnenen Iran-Kriegs, der weltweit die Preise für Öl und Gas massiv nach oben getrieben hat.

Benzinpreis sinkt um 30 Cent pro Liter

Kernstück des Pakets ist eine spürbare Senkung der fiskalischen Energieabgaben: Die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe, Strom und Erdgas wird von 21 auf 10 Prozent reduziert. Zusätzlich senkt die Regierung die Stromsteuer der Verbraucher drastisch auf nur noch 0,5 Prozent und setzt eine weitere Abgabe auf die Stromerzeugung, die bisher von den Kraftwerken abgeführt werden musste, vorübergehend aus.

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Autofahrer spüren bereits seit diesem Sonntag eine deutliche Entlastung: Der Benzinpreis sank um bis zu 30 Cent pro Liter – das ist bei einer Tankfüllung von 50 Litern eine Ersparnis von 15 Euro. Ein Liter Benzin kostete am Sonntag in Spanien im Schnitt 1,60 Euro. Diesel lag bei etwa 1,80 Euro. Auch bei Strom- und Gasrechnungen soll die steuerliche Entlastung für die Kunden bemerkbar sein.

Zuschüsse für betroffene Branchen

Seit Beginn der militärischen Eskalation im Nahen Osten hat sich Erdgas in Europa zeitweise um bis zu 100 Prozent verteuert, der Ölpreis ist um rund 50 Prozent gestiegen.

Neben den Steuersenkungen setzt Madrid auch auf direkte Zuschüsse: Transportfirmen, Landwirte, Fischer und andere besonders betroffene Branchen erhalten eine Beihilfe von 20 Cent pro Liter Diesel. Zusätzlich werden Kredite und Hilfsprogramme für die Agrar- und Fischereiwirtschaft ausgeweitet.

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Maßnahmen für einkommensschwache Haushalte

Für einkommensschwache Haushalte enthält das Paket zudem umfangreiche Schutzmaßnahmen: Der sogenannte Sozialtarif für Strom wird ausgebaut, ebenso Hilfen für Heizkosten. Gleichzeitig garantiert der Staat, dass besonders schutzbedürftigen Familien weder Strom noch Gas oder Wasser abgestellt werden dürfen.

Um zu verhindern, dass Unternehmen die Energiekrise für zusätzliche Gewinne nutzen, erhält außerdem die nationale Wettbewerbsbehörde neue Befugnisse. Sie soll Preisentwicklungen stärker überwachen und bei Missbrauch hart eingreifen.

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Krisenhilfen sollen auch mit langfristigen Zielen verbunden werden

Zugleich verbindet die Regierung einige dieser Krisenhilfen mit langfristigen Zielen: Zusätzliche Steueranreize sollen Investitionen in erneuerbare Energien, Solaranlagen und Elektroautos beschleunigen und damit die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verringern.

Das Hilfspaket der Regierungskoalition aus Sozialdemokraten und dem Linksbündnis Sumar muss noch vom Parlament bestätigt werden. Premier Pedro Sánchez appellierte an die Abgeordneten, das Paket mitzutragen. Die Maßnahmen würden so lange gelten, „wie es nötig ist“.

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