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⇱ Iran-Krieg: Wer sind die Huthi-Rebellen – und welche Ziele haben sie?


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Schiitische Miliz

Wer sind die Huthi-Rebellen – und warum beteiligen sie sich am Iran-Krieg?

Jerusalem. Die Islamisten greifen Israel an und stehen an der Seite des Iran. Wie gefährlich sind sie wirklich – und können sie den Krieg beeinflussen?
Von Maria Sterkl
Huthi-Kämpfer im Jemen: Die Miliz steht an der Seite der iranischen Machthaber. © DPA Images | Osamah Yahya

Nun also doch: Die Huthi-Rebellen haben in den Iran-Krieg eingegriffen und Israel angegriffen. Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen erklärte, sie habe „wichtige feindliche Ziele“ in Israel mit Raketen beschossen. Der Einsatz sei „gemeinsam mit unseren Mudschahedin-Brüdern im Iran und der Hisbollah im Libanon“ erfolgt.

Israel meldete kurz zuvor einen iranischen Raketenangriff, bei dem mindestens 14 Menschen verletzt worden seien. Eine Elfjährige erlitt schwere Verletzungen durch Raketensplitter, wie der israelische Rettungsdienst am Mittwochmorgen berichtete. Eine Frau und ein 13-Jähriger wurden ebenfalls von Splittern getroffen, elf weitere Menschen erlitten leichtere Verletzungen. Der Angriff ereignete sich demnach im Zentrum des Landes. Auffällig: Die Armee meldete vier Angriffswellen auf Israel innerhalb von zweieinhalb Stunden. Drei davon kamen demnach aus dem Iran, eine weitere aus dem Jemen.

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Die Huthi hatten Israel schon vorher angegriffen

Es ist nicht das erste Mal, dass die Huthi in einen Krieg mit israelischer Beteiligung eingreifen. Die Rebellen, die seit mehr als zehn Jahren den Norden des Jemens und die Hauptstadt Sanaa kontrollieren, waren auch im Gazakrieg aktiv. Damals beschossen sie israelisches Territorium und kaperten Handelsschiffe im Roten Meer. Israel und westliche Verbündete reagierten mit Luftschlägen. Die USA stuften die Huthi 2024 erneut als Terrororganisation ein.

Dass die Huthi über Langstreckenraketen verfügen, haben sie dem Iran zu verdanken. Wie die Hisbollah im Libanon und Syrien und die Hamas in Gaza bilden die Huthi im Jemen die sogenannte „Achse des Widerstands“ in der Region. In Militärbriefings über die Bedrohung aus Teheran nennt Israels Armee bereits seit Längerem nicht nur irantreue Milizen im Libanon, in Syrien und den Palästinensergebieten als Gefahr, sondern immer auch die Huthi. Als eine der primären Gefahrenquellen galten die jemenitischen Rebellen in der Vergangenheit aber nicht: Da sie anders als andere pro-iranische Milizen nicht direkt an den Grenzen Israels stationiert sind, ist ihre Angriffskapazität beschränkt. Angriffe auf Handelsschiffe sind allerdings weiter denkbar.

Während des Gazakriegs kaperten die Huthi Frachtschiff. Diese Gefahr droht auch weiterhin. © DPA Images | Kristijan Bracun

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Die Huthi gehören einem schiitischen Islam an und haben sich über die Jahre radikalisiert. Heute vertreten sie eine fundamentalistisch, islamistische und antiwestliche Ideologie. Ihr offizieller Slogan lautet: „Allahu Akbar, Tod den USA, Tod Israel, Fluch den Juden, Sieg dem Islam.“

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Seit die Huthi im Jemen 2014 den Bürgerkrieg begonnen und die Hauptstadt Sanaa sowie weitere Teile im Jemen eingenommen haben, stehen sich in dem 34-Millionen-Einwohner-Land die Großmächte Saudi-Arabien und Iran gegenüber. Die Saudis unterstützen die international anerkannte Regierung, die aus dem Norden vertrieben wurde. Seit 2022 gilt ein Waffenstillstand und eine de facto Teilung des Jemens. Der Bürgerkrieg hat nach Schätzungen mehr als 350.000 Menschen das Leben gekostet und eine schwere humanitäre Krise ausgelöst: 18 Millionen Menschen im Jemen leiden nach Schätzungen an Hunger.

mit dpa/AFP

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