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Gerüchte über Netanjahus Gesundheit machen die Runde – was Iran damit zu tun hat

Jerusalem. Iran sät Fake News über den angeblichen Tod von Israels Ministerpräsident. Das belächeln die Israelis, doch wie steht es um seine Gesundheit?
Von Maria Sterkl
Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu spricht im März 2026 bei einer Pressekonferenz. © Ronen Zvulun/Pool Reuters/AP/dpa | Ronen Zvulun

Ist Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu noch am Leben und wenn ja, wie lange noch? Diese Frage wurde, angefeuert durch wilde Verschwörungstheorien, im Netz zuletzt oft gestellt. Die Spekulationen sind Teil der iranischen Kriegsführung: Während die USA und Israel mit Luftschlägen zentrale Figuren der iranischen Führung bis hin zum obersten Führer Ali Chamenei ausschalten, setzt man in Teheran auf virtuelle Tötung.

Spektakuläre Gerüchte werden gesät und verbreiten sich schnell: Netanjahus Auftritte vor Kameras seien allesamt durch künstliche Intelligenz kreiert, heißt es etwa. In Israel werden diese Gerüchte stets belächelt. Hier zweifelt niemand daran, dass Netanjahu am Leben ist. Schließlich tritt der 76-Jährige regelmäßig in der Öffentlichkeit auf – wenn auch stark geschminkt.

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Netanjahu hat Veröffentlichungen von Gesundheitschecks lange verweigert

Wie gesund der Regierungschef wirklich ist, fragen sich in Israel dennoch viele. Dass es diese Debatte gibt, hat Netanjahu selbst mitverursacht. Eigentlich sollte sich ein israelischer Ministerpräsident regelmäßigen Gesundheitschecks unterziehen und die wichtigsten Ergebnisse öffentlich machen: Die israelische Öffentlichkeit verlangt Transparenz über die Vitalität ihres Regierungschefs, zumal in Kriegszeiten. Anders als in vielen Staaten der Welt erhalten die Israelis diese Informationen zumeist auch.

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Netanjahu hat diese Veröffentlichungen anders als die meisten seiner Vorgänger jedoch lange Zeit verweigert. Das trug dazu bei, dass Gerüchte über seinen Gesundheitszustand aufkeimten, die bis heute nicht abflauen wollen. Dass sich der Premier wiederholt kurzen Krankenhausbehandlungen unterziehen musste, befeuerte diese Spekulationen noch.

So musste der Premier im Sommer 2023 ins Krankenhaus eingeliefert werden, weil er akute Herzbeschwerden hatte. Dort wurde ihm ein Herzschrittmacher gesetzt, zudem werden seine Herzfunktionen jetzt laufend per Monitor überwacht. Im April 2024 musste er sich wegen eines Leistenbruchs behandeln lassen.

Vergangenes Jahr gab es Gerüchte über Krebs

Bald kam das Gerücht auf, Netanjahu trage einen Blasenkatheter – eine verdächtige Ausbeulung am Oberschenkel war ein Hinweis darauf.

Anfang 2025 wiederum machten erste Krebsgerüchte die Runde: Der Regierungschef habe einen Tumor diagnostiziert bekommen, hieß es in mehreren Medien. Einmal war von einem Prostatakarzinom die Rede, an anderen Stellen hieß es, Netanjahu leide unter Bauchspeicheldrüsenkrebs. Nachdem auch renommierte israelische Journalisten das Gerücht auf ihren Kanälen verbreiteten, schaltete Netanjahu seine Anwälte ein.

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Ein Gericht in Ramle nahe Tel Aviv entschied, dass die Journalisten nicht mehr sagen dürfen, dass Netanjahu unter einem Bauchspeicheldrüsenkarzinom leide. Wegen der anhaltenden Spekulationen sah sich Netanjahu im Februar des Vorjahres gezwungen, nach langem Schweigen einen Bericht über seinen Gesundheitszustand herauszugeben.

Wieder keimten Gerüchte über eine mögliche schwere Krankheit auf

Laut diesem von mehreren Ärzten verfassten Befund leidet Netanjahu nicht unter Prostatakrebs. Seine Prostata sei ihm operativ entfernt worden, man habe jedoch kein bösartiges Gewächs gefunden.

Die Blutwerte – unter anderem Cholesterin und Blutzucker – seien jedoch normal, heißt es in dem Bericht. Leber und Nieren funktionieren gut, auch die Herzfunktion sei nach dem operativen Eingriff unter Kontrolle. Netanjahu sei „bei guter Gesundheit“, erklären die Ärzte.

Im Juli des Vorjahres ließ sich Netanjahu, der wegen Betrugs und Bestechlichkeit angeklagt ist, vor Gericht jedoch entschuldigen: Die geplante Befragung durch Richter und Staatsanwalt könne er leider nicht wahrnehmen, weil er unter einer Magenentzündung leide. Der Grund: Der Premier habe „etwas Verdorbenes gegessen“. Sofort keimten wieder Gerüchte über eine mögliche schwere Krankheit auf. Mit Spekulationen halten sich Journalisten nun jedoch zumeist zurück.

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