Energiesicherheit: Die politischen Grabenkämpfe müssen enden
Die Worte von Fatih Birol als Chef der Internationalen Energiebehörde IEA zu den Folgen des Iran-Kriegs sind drastisch: Man stehe vor der „größten Bedrohung der Energiesicherheit in der Geschichte der Menschheit“. Die Erinnerungen an die Bilder der Ölkrise in den 1970er-Jahren drängen sofort in den Kopf: Ölembargo, autofreie Sonntage, Wirtschaftskrise, die Angst vor der Abhängigkeit von der Willkür erdölproduzierender Länder. Postapokalyptisch wirken die Bilder der leeren Autobahnen, wie aus einem Film.
Es soll nun also noch schlimmer sein, so Birol. Er habe nicht den Eindruck, dass die politischen Entscheidungsträger die Tragweite des Problems erkannt hätten. Das kann man bezweifeln, seit Längerem beschäftigt sich in Deutschland und weltweit eine ganze Schar von Politikern, Thinktanks, Forschern, Lobbyisten und öffentlichen Meinungsträgern mit der Frage, wie sich die Energie auch mit weniger Erdöl sichern lässt.
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Durch Ukraine-Krieg schon ähnliche Erfahrungen gemacht
Es gibt jedoch wenige neue Vorschläge, und dem Wiederkäuen der alten Lösungsmöglichkeiten kann man kaum noch zuhören. Atomkraft, erneuerbare Energie unter anderem aus Wind und Solar – die Technologien sind alle reichhaltig bekannt. Leider werden sie von den Politikern meist in den Grabenkämpfen des Alltags nur ideologisch erklärt.
Das muss sich ändern. Es deutet vieles darauf hin, dass Birol recht haben könnte. Denn ähnliche Erfahrungen gab es schon mit Beginn des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Danach stärkten die mitregierenden Grünen die Erneuerbaren, mit dem nun CDU-geführten Wirtschaftsministerium ging es wieder zurück. So kann sich keine gesunde Entwicklung von Lösungen entfalten.
