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Neue Studie

Gasherde: „Hunderttausende Menschen“ krebserregendem Benzol ausgesetzt

Oakland. Eine neue Studie zeigt: In europäischen Haushalten sind viele Menschen krebserregendem Benzol aus Gasherden ausgesetzt.
Sind Gasherde in Europa sicher? Eine Studie gibt Anlass zur Sorge. © epd | Christiane Stock

Forscher der Stanford University und des US-Forschungsinstituts PSE Healthy Energy berichten in einer neuen Studie von alarmierenden Benzolwerten in europäischem Erdgas – und warnen vor einem bislang möglicherweise unterschätzten Gesundheitsrisiko in Privathaushalten.

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In Gasproben von Haushaltsherden aus Großbritannien, Italien und den Niederlanden wiesen die Wissenschaftler Benzolkonzentrationen nach, die bis zu 73-mal höher lagen als in nordamerikanischen Vergleichsproben. Besonders gravierend: In rund 40 Prozent der untersuchten Haushalte mit Gasherden wurden Lecks registriert, sodass die Bewohner längere Zeit Benzoldämpfen ausgesetzt waren.

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Europa: Wahrscheinlich „hunderttausende Menschen“ betroffen

„Es ist schockierend, wie hoch die von uns gemessenen Benzolwerte im Erdgas in Europa waren“, sagte Co-Studienautor Drew Michanowicz dem „Spiegel“. Wahrscheinlich seien in Europa „Hunderttausende Menschen“ Benzol chronisch ausgesetzt, ohne es zu wissen: „Schon ein kleines Leck in der Gasversorgung kann schnell erhebliche Gesundheitsrisiken mit sich bringen.“

Benzol ist ein farbloser, süßlich riechender Kohlenwasserstoff und gilt als ausgesprochen gefährlich für den Menschen. Die Krebsforschungsagentur IARC der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Substanz als krebserregend ein. Vor allem eine dauerhafte Benzolbelastung steigert das Risiko für Leukämie, Immunschwäche und Blutbildungsstörungen.

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Untersuchungen in Deutschland fehlen bislang

Zwar versetzen Europas Versorger das Erdgas mit Geruchsstoffen, um das Austreten von Gas spürbar zu machen. Auf das Entweichen geringer Mengen giftiger Erdgasbeistoffe wie Benzol jedoch ist diese sogenannte Odorierung nicht ausgelegt.

Schon kleine Leckagen am Gasherd, an der Gastherme im Badezimmer oder an der Gasheizung könnten demnach zu einer Benzolbelastung der Bewohner beitragen. Systematische Untersuchungen dazu in Haushalten mit Gasanschluss fehlen in Deutschland bislang.

EU lehnt Verringerung von Benzol in Erdgas ab

„Die Branche hat sich jahrzehntelang auf Klimagasemissionen konzentriert – nicht auf krebserregende Begleitstoffe“, sagt Studienautor Michanowicz. Ein solches, „offenbar systemisches Problem“ erfordere eine systemische Lösung. „Der sicherste Weg wäre es, den Benzolgehalt im Erdgas zu verringern“, so der Forscher.

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Das jedoch lehnte die EU-Kommission bereits 2015 ab. Die Begründung: einmalige Fixkosten von mehr als einer Milliarde Euro für die Gasindustrie – plus 60 Millionen Euro für jedes Folgejahr.

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