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Trennung nach sieben Jahren

Niemand ist schuld außer mir: Bochums Basketball-Coach verabschiedet sich emotional

Bochum. Nach sieben Jahren sagt Basketball-Coach Banobre dem Sparkassen Stars und den Fans Lebewohl und zeigt dabei Größe. Es ist ein emotionaler Abschied.
Von Markus Rensinghoff, Redakteur Sport
Felix Banobre kam 2019 zu den VfL Sparkassen Stars Bochum. In einem emotionalen Brief hat er nun Abschied abgenommen. © imago/Christoph Worsch | IMAGO/Christoph Worsch

Die Trennung kam überraschend nach fast sieben sehr erfolgreichen Jahren: In einem emotionalen Brief auf Instagram nimmt Trainer Felix Banobre seinen Abschied von den VfL Sparkassen Stars Bochum und erklärt zugleich, warum er die Verantwortung für das Ende seiner Amtszeit beim Basketball-Zweitligisten ganz bei sich sieht.

Gleich zu Beginn macht der 55-Jährige, der seit elf Jahren in Deutschland lebt, mit Selbstironie klar, wie sehr ihm der Standort ans Herz gewachsen ist – und wie sehr er bedauert, seine letzten Worte an den Klub nicht auf Deutsch formulieren zu können. Entscheidend sei für ihn immer gewesen, sich einem Ort, einer Kultur, einem Verein anzupassen, nie umgekehrt. Ehrlichkeit und vollständige Hingabe, jeden Tag, seien sein Anspruch gewesen.

Felix Banobre (l.) und Spielmacher Antonio Williams. Es ist ein Bild aus der laufenden Saison der VfL Sparkassen Stars Bochum aus dem Spiel gegen die RheinStars Köln. © FUNKE Foto Services | Uwe Ernst

Dankbarkeit und Respekt prägen Banobres Abschied vom Verein

Banobre weiß, dass seine Freistellung viele irritiert. „Niemand ist dafür verantwortlich außer mir“, schreibt er – um im nächsten Satz sein zentrales Prinzip zu wiederholen: Niemand und nichts stehe über dem Verein oder dem Team, alle Entscheidungen müssten dem Wohl der Institution dienen. Das sei für ihn kein leeres Leitbild, sondern eine Frage von Integrität. Persönlich schmerze ihn der Abschied, gleichzeitig empfinde er „nichts als Dankbarkeit“.

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Ausführlich bedankt sich Banobre beim Management um Gesellschafter Hans Peter Diehr, dessen Frau Gundula Diehr und Geschäftsführer Tobias Steinert, deren Vertrauen, Einsatz und Arbeitsmoral er hervorhebt. Es gebe keinerlei Groll, keine Reue, nur Respekt für das gemeinsam Geschaffene. Er schildert nächtelange Arbeit bis drei Uhr morgens, beschreibt Freundschaft, Fürsorge und Struktur als bleibende Eindrücke – Erinnerungen, die weit über das Berufliche hinausgingen. Er ist überzeugt, dass man sich eines Tages wieder an einen Tisch setzen und über diese gemeinsame Zeit auch werde lachen können.

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Banobre würdigt Teamgeist und betont Verantwortung der Spieler

Besonders warm fallen seine Worte für den langjährigen Assistentenstab um Petar Topalski aus, den er das „Rückgrat“ des Vereins nennt, sowie an den „Science Staff“ aus Ärzten, Physios und Analysten. Auch ehemalige Mitarbeiter und Mitglieder des Aufstiegsteams erwähnt er namentlich.

Felix Banobre (r.) und Petar Topalski. © FUNKE Foto Services | Frank Oppitz

Den emotional schwersten Moment widmet Banobre den Spielern, die er die „Edelsten“ des Vereins nennt. Spieler und Trainer kämen und gingen, der Klub bleibe. Er bezeichnet sich selbst als kompromisslosen „Player-Coach“, für den Spieler zuerst Menschen und nicht Produkte seien. Der Kern der Mannschaft habe für den Club mehr geleistet, als vielen bewusst sei – nun sei „ihr Moment“ gekommen, Verantwortung zu übernehmen und den Verein durch diese Phase zu tragen. Den Kontakt zu früheren Profis, die Bochum längst verlassen haben, habe er bis heute gehalten; er werde immer bereitstehen, ihnen zu helfen.

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Banobre dankt Fans und Mitarbeitenden für ihre Unterstützung

Sein Dank gilt zudem allen Mitarbeitenden im Umfeld, den Sponsoren mit ihrer „bedingungslosen Unterstützung“ und vor allem den Fans, deren Energie er an Spieltagen schon im Büro gespürt habe. Sie seien zu einem Teil des Teams geworden, gerade jetzt brauche der Klub ihre Unterstützung mehr denn je.

Felix Banobre im Austausch mit einem Schiedsrichter. © FUNKE Foto Services | Vladimir Wegener

Zum Schluss wendet sich Banobre auch an Kollegen, Liga-Spieler und Offizielle, würdigt deren Einsatz für den Sport und erinnert daran, dass Basketball oft mehr Leid als Zufriedenheit bringe – aber genau jene kleinen, besonderen Momente alles aufwögen. Bochum, schreibt er zum Abschied, werde „für immer in meinem Herzen“ bleiben. „Hasta luego.“

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