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Abgabe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Abgabe · Nominativ Plural: Abgaben
Aussprache  [ˈapgaːbə]
Worttrennung Ab | ga | be
Grundformabgeben
Wortbildung  mit ›Abgabe‹ als Erstglied: abgabebereit · Abgabebescheid / Abgabenbescheid · Abgabedruck · abgabefrei / abgabenfrei · Abgabefrist · Abgabemöglichkeit · Abgabenautonomie · Abgabenbehörde · Abgabenbelastung · Abgabenerhöhung / Abgabeerhöhung · Abgabenlast · Abgabenordnung · Abgabenpflicht / Abgabepflicht · abgabenpflichtig / abgabepflichtig · Abgabenquote · Abgabensenkung / Abgabesenkung · Abgabensoll / Abgabesoll · Abgabenverwaltung · Abgabepreis · Abgabesaldo / Abgabensaldo · Abgabesatz · Abgabestelle · Abgabetermin · Abgabeverbot
 ·  mit ›Abgabe‹ als Letztglied: Angebotsabgabe · Aufenthaltsabgabe · Ausbildungsabgabe · Ausbildungsplatzabgabe · Ausgleichsabgabe · Ballabgabe · Beherbergungsabgabe · Bücherabgabe / Buchabgabe · Dienstgeberabgabe · Einfuhrabgabe · Energieabgabe · Ergänzungsabgabe · Exportabgabe · Fehlbelegungsabgabe · Förderabgabe · Fremdenverkehrsabgabe · Gemeindeabgabe · Gepäckabgabe · Hafenabgabe · Heroinabgabe · Importabgabe · Infrastrukturabgabe · Kirchenabgabe · Klimaabgabe · Kommunalabgabe · Konzessionsabgabe · Kulturabgabe · Kurabgabe · Leistungsabgabe · Lenkungsabgabe · Markenabgabe · Mietzinsabgabe · Naturalabgabe · Normverbrauchsabgabe · Pachtabgabe · Paketabgabe · Pflichtabgabe · Sachabgabe · Schifffahrtsabgabe · Schussabgabe · Schwerverkehrsabgabe · Sonderabgabe · Sozialabgabe · Stellplatzabgabe · Steuerabgabe · Stimmabgabe / Stimmenabgabe · Tourismusabgabe · Umweltabgabe · Urheberabgabe · Urinabgabe · Verbrauchsabgabe · Vermögensabgabe · Wärmeabgabe · Zollabgabe · Zwangsabgabe

Bedeutungen

eWDG , DWDS
eWDG , DWDS
1.
das Abliefern (einer Sache o. Ä. an einer dafür bestimmten Stelle)
Grammatik: meist im SingulareWDG, 1967
Beispiele:
die pünktliche, rechtzeitige Abgabe der ArbeiteWDG, 1967
die (richtige) Abgabe der (bestellten) Ware, des Briefes, Telegrammes, StimmzettelseWDG, 1967
die Abgabe des Gepäcks (zur Aufbewahrung) am SchaltereWDG, 1967
die Abgabe (= Rückgabe) der (geliehenen) BüchereWDG, 1967
die Abgabe der Stimmen (= Abstimmung)eWDG, 1967
Um die 150 Großgeräte werden pro Monat zerlegt. Hinzu kommen die Altgeräte der anderen Sammelgruppen. […] Die Abgabe der Geräte wird den Kunden so einfach wie möglich gemacht, die Öffnungszeiten sind entsprechend lang. [Thüringer Allgemeine, 18.02.2023]
Am Bauhof ist die Abgabe von Grüngut, auch von Sträuchern und Ästen, zu den bekannten Öffnungszeiten möglich. [Mittelbayerische, 17.02.2023]
In der zweiten Stufe [des Wettbewerbs] wurden jetzt ausgewählte Fachbüros zur Abgabe eines Angebots aufgefordert. [Rhein-Zeitung, 18.02.2023]
allgemeiner das Weggeben, Aushändigen (an eine berechtigte oder bereitwillige Person)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: die kontrollierte Abgabe [von etw.]
mit Präpositionalgruppe/-objekt: die Abgabe von Heroin, Cannabis, Medikamenten, an Schwerstabhängige
Beispiele:
Zudem sollen für Krankenstationen und Flüchtlingsunterkünfte Notstromgeneratoren in die Ukraine gebracht werden. Hierfür wird noch um Unterstützung in Form von Geldspenden oder durch die Abgabe von Generatoren mit mindestens 3.000 Watt Leistung gebeten. [Badische Zeitung, 18.02.2023]
Im Anschluss an die Wahl würden die entsprechenden Bereiche [die direkt mit der Durchführung und Sicherstellung der Oberbürgermeisterwahl betrauten Abteilungen] wieder dem Dezernat VI zugeordnet werden. Dass die Abgabe der Aufgaben laut Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) nur temporär sei und zur Vermeidung von Interessenskonflikten im Wahlkampf diene, hatte indes auch die FR berichtet. [Frankfurter Rundschau, 18.02.2023]
Das nächste grosse Thema, das nun diskutiert wird und für das auch bereits demonstriert wurde, ist die kontrollierte Abgabe von harten Drogen. [Neue Zürcher Zeitung, 18.02.2023]
Was die Abgabe von Kompetenzen nach Brüssel (= an EU-Institutionen) angehe, müsse die Regierung allerdings noch einige an Erklärungsarbeit leisten, »sonst ist es schwer nachvollziehbar«. [Der Standard, 05.05.2013]
2.
Übertragung, Weitergabe, Übergabe (von Rechten, Pflichten, Zuständigkeiten, Verantwortlichkeiten)
Beispiele:
In der Aachener Region stehen jedes Jahr etwa 800 bis 1.000 Unternehmen vor der Nachfolgeplanung. Dabei ist die Abgabe der Verantwortung in jüngere Hände kein leichter Schritt und sollte umfassend und vor allem frühzeitig geplant werden. [Aachener Zeitung, 04.04.2008]
[…] bisher ist Facebook vielen Initiativen ausgewichen, indem der Konzern den Verbrauchern die Zustimmung zur Abgabe des Rechts an den eigenen Daten abgenötigt hat. [Allgemeine Zeitung, 08.02.2019]
Klar ist, dass der Bund ohne Gegenleistungen [der Bundesländer] nicht auf acht Milliarden Euro verzichtet. Das muss nicht immer Geld sein, sonder[n] auch die Abgabe von Zuständigkeiten. [Reutlinger General-Anzeiger, 10.09.2014]
Eine entschlossenere und entschiedenere Übergabe und Abgabe von Verantwortlichkeiten seitens der Unmik‑Verwaltung an die Kosovaren […] sollte hier konzipiert und umgesetzt werden. [Der Standard, 30.03.2004]
Die geringeren Sozialversicherungsbeiträge für Arbeitslose, das Streichen der originären Arbeitslosenhilfe und die Abgabe der Pflicht, den Unterhalt schuldig bleibende Väter zu mahnen, brächten dem Bund gut sieben Milliarden. [Frankfurter Rundschau, 26.06.1999]
3.
Ausstrahlung, Ausströmung, Aussendung (von Energie)
Beispiele:
die Abgabe von Wärme (= das Ausströmen von Wärme)eWDG, 1967
die Abgabe von Feuchtigkeit, EnergieeWDG, 1967
Denn Vorhänge vor Heizkörpern behindern die Abgabe von Wärme an die Raumluft. [Südkurier, 13.10.2022]
Die Kerntemperatur eines gesunden Menschen, die tagsüber bei 37 Grad liege, sinke vor dem Einschlafen durch die Abgabe von Wärme über die Haut ab. [Allgemeine Zeitung, 07.09.2012]
Danach verbinden sich insgesamt vier Wasserstoffatomkerne (die zu Beginn eines Sternlebens mehr als 90 Prozent aller Atome eines Sterns ausmachen) unter Abgabe von Energie schrittweise zu einem Heliumatomkern. [Die Welt, 24.08.2009]
4.
einmalig oder regelmäßig von einer staatlichen Institution erhobener Pflichtbeitrag zur Finanzierung des öffentlichen Gemeinwesens
Grammatik: meist im PluraleWDG, 1967
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine zweckgebundene, fiskalische Abgabe
in Koordination: Abgaben und Steuern, Gebühren, Umlagen
mit Präpositionalgruppe/-objekt: die Abgabe an den Fiskus, Staat
Beispiele:
allgemeine, laufende, regelmäßige, jährliche, öffentliche, städtische, (in)direkte AbgabeneWDG, 1967
drückende, rückständige, erhöhte, hohe, niedrige, geringe AbgabeneWDG, 1967
eine einmalige AbgabeeWDG, 1967
die Abgaben eintreiben, erheben, einziehen, fordern, auferlegeneWDG, 1967
die Abgaben zahlen, entrichten, leisten, abführeneWDG, 1967
Abgaben an die GemeindeeWDG, 1967
die Höhe der AbgabeneWDG, 1967
die Befreiung von (Lasten und) AbgabeneWDG, 1967
die Abgaben auf TabakeWDG, 1967
Unter dem Druck westlicher Sanktionen konkretisiert Russlands Regierung Pläne, das eigene Haushaltsloch durch Abgaben von Großunternehmen zumindest teilweise zu stopfen. [Reutlinger General-Anzeiger, 18.02.2023]
Die Akzeptanz einer Steuer war deutlich höher, wenn die Abgabe über das Tierwohl begründet wurde als über den Klimaschutz. [Schweriner Volkszeitung, 18.02.2023]
5.
BallsporteWDG, 1967 Synonym zu Zuspiel (1)
Beispiele:
die Abgabe (= das Zuspielen) des BalleseWDG, 1967
Als noch drei Sekunden zu spielen waren, hatte der HCE einen Freiwurf. Die Abgabe erfolgte auf Jasmin M[…], die den Ball zu Lisa M[…] passte. [Neue Westfälische, 23.04.2018]
Der Arm hat vom Ausholen bis zur Abgabe des Balles vom Handgelenk über den Ellbogen bis zur Achsel einen untadelig gestreckten Winkel zu bilden. [Neue Zürcher Zeitung, 24.11.2004]
6.
Synonym zu VerkaufeWDG, 1967
Beispiele:
die Abgabe von Eiern im EinzelhandeleWDG, 1967
Börsenwesengrößere Abgaben (= Verkäufe) von Wertpapieren drückten auf den Kurs
Wir haben […] die Abgabe pro Käufer auf das für private Nutzung von Holz als Heizmaterial übliche Menge limitiert. [Thüringer Allgemeine, 10.02.2023]
Der Bundesrat ist grundsätzlich offen dafür, den Verkauf von Antibiotika in kleineren Mengen zu ermöglichen – also die Abgabe von Teilmengen einer Packung. [Basler Zeitung, 03.11.2022]
7.
Synonym zu MitteilungeWDG, 1967
Beispiele:
die Abgabe einer Erklärung, eines GutachtenseWDG, 1967
Das geplante Erinnerungsschreiben ist vorerst das mildeste Mittel, das die Behörden anwenden können. Das schärfste wäre ein Verfahren zur Festsetzung von Zwangsgeld – dieses kann im schlimmsten Fall bis zu 25.000 Euro betragen. Es würde aber in jedem Fall vorher vom Finanzamt mit einem Schreiben angekündigt werden. Ein Mittelweg wäre, bei Nichtabgabe oder verspäteter Abgabe der [Steuer-]Erklärung einen Verspätungszuschlag festzusetzen. [Hamburger Abendblatt, 17.02.2023]
Die Wahlen zur Schriftführerin, zu Vertrauenspersonen und die Abgabe der Versicherung an Eides statt und der Stimmeneinsammler erfolgte einstimmig bei Enthaltung der Betroffenen. [Neue Westfälische, 29.06.2020]
8.
das Abfeuern (von Schusswaffen)
Grammatik: meist im Singular
siehe auch auslösen (1 a)
Beispiele:
die Abgabe eines SchusseseWDG, 1967
Ekrem K. schoss ein zweites Mal auf den Flüchtenden und traf diesen im Rücken, bevor eine Ladehemmung die Abgabe weiterer Schüsse verhinderte. [Neue Westfälische, 12.11.2022]
Zwei Tote und zwei lebensgefährlich Verletzte lautete die vorläufige Bilanz nach der Abgabe von Schüssen an einer Schule im US‑Bundesstaat Nevada am Montag. [Der Standard, 21.10.2013]

Zum Originalartikel des eWDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
geben · abgeben · Abgabe · angeben · Angabe · Angeber · angeblich · aufgeben · Aufgabe · ausgeben · Ausgabe · ausgiebig · begeben · Begebenheit · beigeben · Beigabe · eingeben · Eingabe · Eingebung · ergeben · Ergebung · ergeben · Ergebenheit · Ergebnis · ergiebig · freigebig · Freigebigkeit · hingeben · Hingabe · Hingebung · hingebungsvoll · nachgeben · nachgiebig · übergeben · Übergabe · umgeben · Umgebung · Untergebener · vergeben · Vergebung · vergebens · vergeblich · zugeben · Zugabe
geben Vb. ‘(hin-, dar)reichen, schenken, überlassen’. Das gemeingerm. Verb ahd. geban (8. Jh.), mhd. geben, asächs. geƀan, mnd. gēven, mnl. ghēven, nl. geven, aengl. giefan (engl. to give ist aus dem Nord. entlehnt), anord. gefa, schwed. giva, got. giban (germ. *geban). Herkunft ungesichert. Das Verb wird allgemein mit lat. habēre ‘halten, haben, besitzen’, habilis ‘handlich, geeignet’, air. gaibid ‘nimmt, ergreift, erhält’, lit. gabénti ‘fördern, transportieren, herbei-, fortschaffen’, aruss. gabati ‘bedrängen, verfolgen (?)’, tschech. (älter) habati ‘raffen’, poln. gebać ‘anfechten, reizen, beunruhigen’ zu der in mehreren Varianten vorliegenden Wurzel ie. *ghabh-, *ghab-, *ghap- ‘fassen, nehmen’ (die letzte Variante wohl unter Einfluß der Wurzel ie. *kap- ‘fassen’, s. heben) gestellt. Der auffallende Bedeutungsunterschied zwischen den germ. Vertretern und dem ie. Wurzelansatz (‘geben’ – ‘nehmen’) wird damit erklärt, daß hier eine germ. Eigenbildung als Ersatz für ie. *dō- ‘geben’ vorliegt, die sowohl lautlich (im Vokalismus der Stammsilbe) wie inhaltlich unter dem Einfluß von germ. *neman (s. nehmen) als Gegenwort steht (was man hat, auswählend ergreift, „nimmt“, kann man darreichen, schenken, „geben“). – Die reiche Bedeutungsentfaltung des Verbs führt zu zahlreichen Präfixbildungen mit weiteren Ableitungen. abgeben Vb. ‘(einen Teil) hergeben, abtreten, überlassen, darstellen, sein’ reflexiv ‘sich beschäftigen, befassen’, frühnhd. ab(e)geben, vgl. ahd. abageban ‘verlassen, im Stich lassen’ (9. Jh.); Abgabe f. ‘zu entrichtende Leistung, Überlassung’ (2. Hälfte 17. Jh.). angeben Vb. ‘(aus)sagen, anzeigen, verraten, bestimmen, prahlen, aufschneiden’, mhd. an(e)geben, auch ‘(ein Kleid) anlegen’; Angabe f. ‘Aussage, Prahlerei, Aufschneiderei’ (Anfang 16. Jh.); Angeber m. ‘Denunziant, Aufschneider’, frühnhd. angeber ‘Anfänger, Anstifter’; angeblich Adj. ‘vermeintlich’ (1. Hälfte 18. Jh.). aufgeben Vb. ‘zur Weiterleitung übergeben, erledigen lassen, verzichten, zurücktreten’, mhd. ūfgeben; Aufgabe f. ‘Übergabe zur Weiterleitung, Auftrag, Verzicht’, mhd. ūfgābe. ausgeben Vb. ‘austeilen, aushändigen, verkünden, Geld verbrauchen, spendieren’, reflexiv ‘seine Kräfte verbrauchen, verausgaben’, ahd. ūʒgeban ‘(her)ausgeben, ausschütten’ (9. Jh.), mhd. ūʒgeben; Ausgabe f. ‘Austeilung, Aushändigung, Verkündigung, Verbrauch an Geld, Edition, Nummer einer Zeitung, Zeitschrift’, spätmhd. ūʒgābe; ausgiebig Adj. ‘reichlich’ (Mitte 18. Jh.). begeben Vb. reflexiv ‘sich aufmachen, gehen, sich ereignen, geschehen’, sich einer Sache begeben ‘auf etw. verzichten’, ahd. bigeban ‘verlassen, aufgeben’ (10. Jh.), mhd. begeben; Begebenheit f. ‘Ereignis, Geschehen’ (1. Hälfte 17. Jh.). beigeben Vb. ‘mitgeben, hinzufügen, zur Verfügung stellen, nachgeben, sich fügen’ (1. Hälfte 16. Jh.); Beigabe f. (1. Hälfte 19. Jh.). eingeben Vb. ‘einflößen, einreichen’, mhd. īngeben ‘übergeben, überweisen’; Eingabe f. ‘das Einflößen, schriftlicher Vorschlag, Gesuch’, spätmhd. ingābe; Eingebung f. ‘plötzlich auftauchender Gedanke, Intuition’ (1. Hälfte 15. Jh.). ergeben Vb. ‘als Ergebnis hervorbringen’, reflexiv ‘zustande kommen, sich hingeben, widmen, die Waffen strecken, sich dem Feind ausliefern’, ahd. irgeban ‘(von sich) geben, heraus-, übergeben, sich jmdm. ausliefern, Rechenschaft ablegen’ (8. Jh.), mhd. ergeben ‘zeigen, herausgeben, übergeben, anheimgeben, einträglich sein’, reflexiv ‘sich in jmds. Gewalt geben, sich fügen’; Ergebung f. ‘das Sichergeben, Unterwerfung, Ergebenheit’ (14. Jh.); ergeben Part.adj. ‘gefügig, hingebungsvoll, wohlgeneigt’, in frühnhd. Zeit aus dem Part. Prät. mhd. ergeben ‘sich durch Gelübde dem Mönchsleben ergeben habend’; Ergebenheit f. ‘demütige Hingabe, Fügsamkeit’, mhd. ergebenheit ‘Klostergelübde’; Ergebnis n. ‘Resultat’ (um 1800); ergiebig Adj. ‘ertragreich, fruchtbar’ (16. Jh.). freigebig Adj. ‘gern gebend, großzügig’, Freigebigkeit f. (1. Hälfte 16. Jh.). hingeben Vb. ‘weg-, fortgeben, verschenken’ (15. Jh.), reflexiv ‘sich aufopfern, sich widmen’ (18. Jh.); vgl. schon ahd. hinageban ‘hingeben, übergeben, preisgeben’ (um 1000); Hingabe f. ‘Opferbereitschaft, Leidenschaft’ und gleichbed. Hingebung f. (1. Hälfte 19. Jh.), älter im Sinne von ‘das Weg-, Fortgeben’ (Hingebung seit dem 17. Jh., Hingabe seit dem 18. Jh.); hingebungsvoll Adj. ‘voll Eifer, Aufopferung’ (1. Hälfte 19. Jh.). nachgeben Vb. ‘nicht standhalten, Widerstand aufgeben, sich fügen, erschlaffen, locker werden’, spätmhd. nāchgeben ‘zulassen, einräumen’; nachgiebig Adj. ‘nicht standhaltend, keinen Widerstand entgegensetzend, schlaff, leicht umzustimmen, fügsam’ (18. Jh.). übergeben Vb. ‘aushändigen, überantworten, ausliefern, für etw. freigeben’, reflexiv ‘sich erbrechen’, mhd. übergeben ‘übertreffen, beeinträchtigen, verletzen, verzichten’, reflexiv ‘sich aufgeben, schuldig bekennen’; Übergabe f. ‘Aushändigung, Auslieferung’ (Ende 15. Jh.). umgeben Vb. ‘ein-, umschließen’, ahd. umbigeban ‘umgeben, umstellen’ (8. Jh.), mhd. umbegeben; Umgebung f. ‘einen Ort umgebende Landschaft, jmdn. umgebender Kreis von Menschen’ (um 1800; vorher dafür Environs, nach gleichbed. frz. environs Plur.), älter im Sinne von ‘das Herumgeben, Umhängen’ (Ende 15. Jh.). Untergebener m. ‘wer einem Vorgesetzten dienstlich unterstellt ist’ (um 1600), substantivierte Form zum Part.adj. untergeben ‘einem Vorgesetzten dienstlich unterstellt’, eigentlich Part. Prät. zu heute nicht mehr üblichem untergeben ‘unter Aufsicht stellen’, ahd. untargeban ‘unterwerfen, unterstellen’ (um 800), spätmhd. undergeben. vergeben Vb. ‘weggeben, austeilen, verschenken, verzeihen’, meist reflexiv ‘seinem Ansehen schaden’, nur reflexiv ‘sich beim Austeilen (der Spielkarten) irren, falsch geben’, ahd. firgeban ‘vergeben, schenken, einräumen’ (8. Jh.), mhd. vergeben; Vergebung f. ‘das Vergeben, Vergabe, Verzeihung’, spätmhd. vergebunge ‘Verzeihung’; vergebens Adv. ‘vergeblich, erfolglos, umsonst, nutzlos’, spätmhd. vergeben(e)s, mit sekundärem s für gleichbed. mhd. vergebene ‘geschenkweise, unentgeltlich, umsonst, unnütz, vergeblich’, Adverb zum Part. Prät. mhd. vergeben; vgl. ahd. firgebano Adv. ‘umsonst, ohne Gegenleistung’ (um 1000). vergeblich Adj. ‘erfolglos, nutzlos, umsonst’, zuerst md. vergebelich (15. Jh.), vgl. mhd. frühnhd. vergebenlich (wohl gekürzt aus vergebendlich). zugeben Vb. ‘hinzufügen, dazugeben, für richtig erklären, einräumen, gestehen’ (15. Jh.), vgl. schon ahd. zuogeban ‘hinzufügen, zuteilen, verteilen’ (9. Jh.), dagegen mhd. zuogeben ‘tapfer auf jmdn. eindringen, jmdm. zusetzen’; Zugabe f. ‘was zusätzlich über die pflichtgemäße Leistung oder Menge hinaus gegeben wird’, spätmhd. zuogābe ‘Zugabe, Mitgift’.

zum Abkürzungsverzeichnis …

Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Politik, Ökonomie
Abgabe · Steuer  ●  Zehend veraltet · Zehent veraltet · Zehnt veraltet · Zehnter veraltet · Zent veraltet
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme

Abgabe · Gebühr · Preis · Taxe
Unterbegriffe
Assoziationen

Ökonomie
Abgabe · Aufschlag · Aufwand · Ertrag · Verzinsung · Zins
Unterbegriffe
Assoziationen

Unterbegriffe
Assoziationen

Ökonomie
(kleine) Abgabe · (kleiner) Beitrag · Obolus
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Abgabe‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Abgabe‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben
Zitationshilfe
„Abgabe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Abgabe>.

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