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Akzent, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Akzent(e)s · Nominativ Plural: Akzente
Aussprache  [akˈʦɛnt]
Worttrennung Ak | zent
Wortbildung  mit ›Akzent‹ als Erstglied: Akzentbuchstabe · akzentfrei · Akzentsetzung · Akzentträger · Akzentverschiebung · Akzentwechsel · Akzentzeichen
 ·  mit ›Akzent‹ als Letztglied: Hauptakzent · Nebenakzent · Satzakzent · Versakzent · Wortakzent
Herkunft zu accentuslat ‘Ton, Wortbetonung, Akzent’ < accinerelat ‘dazu singen, tönen’ < adlat ‘zu, an, bei’ + canerelat ‘singen’

Bedeutungen

eWDG , DWDS
eWDG , DWDS
1.
Hervorhebung einer Silbe durch Aussprache mit im Vergleich zu den benachbarten Silben oder Wörtern größerer Stärke, Länge oder höherer Tonlage
Beispiele:
der Akzent liegt vorneWDG, 1967
dieses Wort hat, trägt den Akzent auf der zweiten SilbeeWDG, 1967
Es stimmt: Viele Franzosen enden ihre Sätze mit dem Akzent auf der letzten Silbe, was ihre Feststellungen oftmals wie eine Frage klingen lässt. [Süddeutsche Zeitung, 20.02.2017]
Allein wie er das Wort »Duchess« ausspricht, Herzogin: Statt Betonung der ersten Silbe legt er den Akzent auf die zweite – »Dü‑schäss«, sagt er wiederholt, es klingt wie ein französischer Weichkäse aus dem Penny‑Regal. [Die Zeit, 31.07.2017]
Im Lateinischen fallen Bedeutung und Erklingen nicht gänzlich zusammen, die Betonung ist nicht bedeutungsbedingt (wandernder Akzent). [Mezger, M.: Musik. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia 2000 [1960]]
a)
Betonungszeichen oder sonstige Modifikation eines Buchstabens durch ein hinzugefügtes kleineres Zeichen
Beispiele:
ein Wort mit dem Akzent verseheneWDG, 1967
Laut dem Metzler‑Lexikon »Sprache« gehen schon das lateinische G und R auf diakritische Striche am C und P zurück, und auf ähnliche Weise sind all die anderen Diakritika entstanden: Akzent, Apostroph, Cedille, Haček, Makron, Tilde, Trema und wie sie sonst heißen. [Süddeutsche Zeitung, 30.12.2013]
[…] 1710 wurde auf seine [Peters des Großen] Veranlassung eine vereinfachte Schrift, die Graschdanski‑Schrift, eingeführt und für alle weltlichen Drucke verbindlich […]. Diese »bürgerliche Schrift« war, weil sie auf die Verzierungen, Akzente und geistlichen Sonderzeichen des Kirchenslawischen verzichtete, leichter zu lesen und, ganz im Sinne des Zaren, kirchenfern. [Die Welt, 02.03.2020]
Statt einer Apostrophen‑Inflation sollen Buchstaben einen Akzent erhalten, wie im Französischen. [Süddeutsche Zeitung, 23.08.2018]
Eine lautgemäße Rechtschreibung ist jedesmal für den Lesenden klar; denn sie gibt ihm stets deutlich an, welcher Laut an jeder Stelle auszusprechen ist. […] Dieser Forderung ist durch Vermeidung unscheinbarer und ähnlicher Zeichen zu entsprechen; in ersterer Beziehung ist vor allzu ausgedehntem Gebrauche sogenannter Akzente abzuraten. [Münchner Neueste Nachrichten (Morgen-Ausgabe), 04.05.1901]
b)

Akzentuierte Noten

Titel:5 types of notation accents (articulation)
Bildunterschrift:Akzentuierte Noten
Autor bzw. Autorin:Nick Daly
Datum:04.01.2007
Lizenz:CC0
Quelle:https://commons.wikimedia.org/wiki/Image:Notation_accents.png?uselang=de
abgerufen am:15.08.2020
Diese Abbildung wurde durch das DWDS-Team diesem Artikel hinzugefügt.
Hinweis: Das Originalbild wurde ggfls. verändert.
Musik Betonungszeichen, das die Vortragsweise einzelner Noten anzeigt
Beispiele:
Vom ersten Takt an fügte er [der Ersatz-Schlagzeuger] sich ideal in die Musik ein und sorgte für einen federnden Swing und dynamische Akzente. [Südkurier, 18.02.2020]
Anstatt mit Elan und Verve anzutreiben, lässt er [der Dirigent] die Musik [Verdis] stagnieren, die oft heftigen, aber allzu behäbig gespielten Akzente bremsen zusätzlich. [Süddeutsche Zeitung, 08.08.2017]
C[…] treibt immer wieder harte Akzente in die Musik, zieht beim Tempo und oft auch bei der Lautstärke konsequent die Regler hoch. Doch dabei verliert er leider die großen Bögen aus dem Blick[…]. [Süddeutsche Zeitung, 14.09.2015]
Misst man die Hirnaktivierungen beim Hören von Musik […] mit dem Elektroenzephalogramm (EEG), erkennt man sich über das Gehirn ausbreitende Erregungswellen[…]. Dieses dynamische Aktivierungsmuster birgt einige typische Merkmale in sich, die durch die besonderen Eigenarten der Musik hervorgerufen werden (Lautstärke, Übergänge, Akzente). [Neue Zürcher Zeitung, 15.08.2014]
2.
sprachlicher Einschlag (z. B. aufgrund anderer Muttersprache), der eine Äußerung lautlich verfremdet
siehe auch Dialekt
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein schwäbischer, osteuropäischer, charmanter Akzent
als Akkusativobjekt: einen [bestimmten] Akzent imitieren, nachahmen, sprechen
in Koordination: Akzent und Tonfall
in Präpositionalgruppe/-objekt: Deutsch, Französisch, Spanisch mit Akzent [sprechen]
Beispiele:
eine Sprache mit fremdem, hartem Akzent sprecheneWDG, 1967
mit echtem Berliner AkzenteWDG, 1967
Die Frau wird wie folgt beschrieben: circa 40 bis 50 Jahre alt, kurze braune Haare, bayrischer Akzent. [Mittelbayerische, 17.08.2020]
»Ich bin Franzose, ich bin Pariser«, sagt er mit dem donnernden Akzent eines Russen, der seit 2017 in Frankreich politisches Asyl genießt, aber keinen Sprachtest für die Staatsbürgerschaft bestehen würde. [Die Welt, 26.02.2020]
Die Deutschen im Allgemeinen sprechen Englisch mit einem ganz schauderhaften Akzent. [Welt am Sonntag, 16.02.2020]
»Ja, ja«, sagte er plötzlich mit ziemlich spöttischem Akzent, »eine ungestörte Nachtruhe ist eine gute Sache …« [Mann, Thomas: Buddenbrooks, Frankfurt a. M.: Fischer 1989 [1901], S. 482]
3.
übertrageneWDG, 1967 Merkmal einer Sache oder Angelegenheit, die ihr besonderes Gewicht gibt oder sie aus ihrem Umfeld hervorhebt
Grammatik: meist im Plural
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: städtebauliche, farbliche, dramatische Akzente
als Akkusativobjekt: die Akzente setzen, verschieben, verlagern
mit Präpositionalgruppe/-objekt: Akzente in der Umwelt-, Verkehrs-, Familienpolitik, im Stadtbild
Beispiele:
ein politischer, künstlerischer AkzenteWDG, 1967
auf etw. einen besonderen, starken, scharfen Akzent legen, setzeneWDG, 1967
einen neuen Akzent erhalteneWDG, 1967
Der Kreisligist erholte sich jedoch schnell von diesem Treffer und setzte selber Akzente. [Münchner Merkur, 17.08.2020]
Und auch Grüne und SPD müssen sehen, ob sie neben dem dominanten Spiel der Linken noch in der Lage sind, eigene Akzente zu setzen. [Die Welt, 19.02.2020]
Ich erwarte schon, dass sich der Akzent allein dadurch etwas verschiebt, dass es jetzt eine Frau ist, die den Verlag leitet. [Süddeutsche Zeitung, 29.12.2018]
Der Start des schwedischen Internet‑Dienstes Spotify setzt neue Akzente für das Geschäft mit digitaler Musik in Deutschland. [Die Zeit, 12.03.2012 (online)]
so putzte sie […] ihre Nase mit einem kurzen und energischen Akzent [ Th. MannBuddenbrooks1,607]eWDG, 1967

Zum Originalartikel des eWDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Akzent · akzentuieren
Akzent m. ‘Betonung, Nachdruck, Aussprache’, entlehnt (Anfang 16. Jh.) aus lat. accentus, eigentlich ‘das Beitönen’, gebildet zu lat. accinere ‘dazu singen, dazu tönen’; vgl. lat. canere (cantum) ‘singen’ (s. Kantate, Kantor) und ad- ‘zu, an, hin(zu), heran, herbei’. Lat. accentus im Sinne des grammatischen Terminus ist eine Übersetzung von griech. prosōdía (προσῳδία) ‘Wortbetonung’ (wörtlich ‘Zugesang’, s. Ode), das als Prosodie ‘Lehre von der Messung der Sprache im Vers und von dem Verhältnis von Ton und Wort’ in die Fachsprachen der Metrik und Musik übernommen wird. Akzent wird unter Ausweitung seines Verwendungsbereichs (‘Tonfall, Ausspracheart, Akzentzeichen’, 16. Jh., später auch ‘Nachdruck’, 18. Jh.) allgemein üblich. – akzentuieren Vb. ‘mit einem Akzent versehen, betonen, hervorheben’; aus gleichbed. mlat. accentuare; vereinzelt bezeugt seit Anfang des 18. Jhs., geläufig seit etwa 1800.

zum Abkürzungsverzeichnis …

Bedeutungsverwandte Ausdrücke

(dialektale) Färbung · (jemandes) Aussprache · Akzent  ●  Zungenschlag geh., selten
Assoziationen

Linguistik/Sprache
Akzent · Akzentuierung · Hervorhebung · Pointierung · Zuspsitzung
Assoziationen

Akzent · Akzentzeichen
Oberbegriffe
  • diakritisches Zeichen  ●  Diakritikon fachspr., griechisch · Diakritikum geh., lat., griechisch
Unterbegriffe

Akzent · Einschlag · regional gefärbt (Aussprache) · regionale Färbung  ●  Sprachfarbe sehr selten
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Akzent‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Akzent‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben
Zitationshilfe
„Akzent“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Akzent>.

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