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Anhang, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Anhang(e)s · Nominativ Plural: Anhänge
Aussprache 
Worttrennung An | hang
Wortbildung  mit ›Anhang‹ als Erstglied: anhanglos · anhangsweise / anhangweise  ·  mit ›Anhang‹ als Letztglied: Dateianhang · Familienanhang · Gehirnanhang · Hirnanhang
 ·  mit ›Anhang‹ als Binnenglied: Gehirnanhangsdrüse

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
das Angefügte, die Beilage
Grammatik: meist im Singular
Beispiele:
dem Buche ist ein Anhang beigefügt
im Anhang nachschlagen
einen Anhang (= Nachtrag) mit Ergänzungen zusammenstellen
2.
übertragen Anhängerschaft, Freundeskreis
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
viel Anhang, einen starken, großen Anhang haben
sich in der Stadt, unter der Jugend Anhang verschaffen
bald hatte jeder der Streitenden einen Anhang von Unterhändlern, Zuträgern und Ratgebern hinter sich [ G. KellerRomeo6,83]
Familie, Verwandtschaft
Beispiele:
eine Witwe ohne Anhang
Ippolito hatte keinen Anhang, außer einem bejahrten Vetter [ Bergengr.Heiraten171]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
hängen · Hang · hangeln · Hangendes · Gehänge · Abhang · abhängig · Anhang · Anhänger · anhängig · anhänglich · Anhänglichkeit · Anhängsel · Aushang · Aushängeschild · Überhang · Umhang · Vorhang
hängen Vb. ‘am oberen Ende schwebend befestigen’ (transitiv) bzw. ‘oben befestigt sein’ (intransitiv). Das starke, ehemals reduplizierende Verb ahd. hāhan (transitiv) ‘(auf)hängen, kreuzigen’ (um 800; vgl. zuohāhan ‘aufhängen’, 8. Jh.), mhd. hāhen (transitiv und intransitiv) ‘hängen’, (md.) hangen (14. Jh.), asächs. hāhan (transitiv), mnd. hangen (transitiv und intransitiv), mnl. hanghen, nl. hangen (transitiv und intransitiv), aengl. hōn (transitiv und intransitiv), anord. hanga (transitiv und intransitiv), got. hāhan (transitiv) setzt germ. *hanhan voraus, das in den Einzelsprachen teilweise Nasalschwund mit Ersatzdehnung aufweist; im Dt. und Nl. später auftretendes ng wird aus den Präteritalformen übernommen. Außergerm. vergleichbar sind hethit. gank- ‘hängen, wiegen’ und wohl auch aind. śáṅkatē ‘zweifelt, befürchtet, ist mißtrauisch, sorgt sich’, lat. cūnctārī ‘zögern, zaudern’, so daß von einer Wurzel ie. *k̑enk-, *k̑onk- ‘schwanken, hängen, geistig in der Schwebe sein’ ausgegangen werden kann. Neben dem starken Verb steht ein intransitives schwaches ēn-Verb ahd. hangēn ‘hängen, abhängig sein’ (8. Jh.), anord. hanga, got. hāhan (Prät. hāhaida), ein intransitives schwaches ōn-Verb asächs. hangon, aengl. hangian und ein transitives schwaches jan-Verb ahd. hengen ‘erlauben, gehorchen, denken’ (9. Jh.; vgl. gihengen ‘zustimmen, erlauben, zulassen’, 8. Jh.), mhd. (md.) hengen ‘(die Zügel) hängen lassen, nachjagen, geschehen lassen, gestatten’, auch md. obd. ‘aufhängen’ (obd. nhd. henken, s. d.), mnl. henghen ‘zugestehen’, nl. gehengen ‘erlauben’, anord. hengja ‘hängen’. Im Mhd. mischen sich starke und schwache Präteritalformen, indem transitives hienc (zu hāhen) auch die intransitive Bedeutung von hangete (zu hangēn) übernimmt; vgl. mhd. (transitiv) sie hienc daʒ houbit neben (intransitiv) nū hienc ein tavele vor dem tor. Ferner wird (vom 12. Jh. an) intransitives hangen (aus ahd. hangēn) auch transitiv wie hengen verwendet. Von hāhen bleiben im Nhd. lediglich die Präteritalformen erhalten. Die aus alledem resultierende Gebrauchsunsicherheit wird erst im 19. Jh. dahingehend geregelt, daß der intransitive Gebrauch einem starken (hängen, hing, gehangen), der transitive einem schwachen Verb (hängen, hängte, gehängt) zugewiesen wird. Vgl. Rissleben D. Gesch. d. Verbgruppe „hāhan – hangēn – hengen – henken“, Phil. Diss. Greifswald (1931). – Hang m. ‘Neigung, Geneigtsein, hängende Stellung (des Turners), abschüssige Stelle’ (15. Jh.). hangeln Vb. ‘sich hängend fortbewegen’ (Anfang 19. Jh.). Hangendes n. ‘Gesteinsschichten über der Lagerstätte’, mhd. hangendeʒ (bergmannssprachlich). Gehänge n. ‘das Herabhängende, Bergabhang’, mhd. gehenge ‘Vorrichtung zum Anhängen, Türangel’. Abhang m. ‘Berghang, das Herabhängende’, mhd. (westmd.) abehang (14. Jh.); abhängig Adj. ‘schräg abfallend’ (15. Jh.), ‘nicht selbständig, angewiesen auf’ (Anfang 18. Jh.). Anhang m. ‘Angehängtes, Beigefügtes, Begleitung’, mhd. anehanc; Anhänger m. ‘wer einer Person oder Sache anhängt, was angehängt wird’ (15. Jh.); anhängig Adj. ‘zugehörig, schwebend’; rechtssprachlich insbesondere einen Prozeß anhängig machen ‘ein Gerichtsverfahren einleiten’ (15. Jh.); anhänglich Adj. ‘zugetan, verbunden’, geläufig seit dem 18. Jh., frühnhd. im Sinne von ‘anhängend, hingezogen’ (15./16. Jh.); Anhänglichkeit f. ‘Verbundenheit, Treue’ (14. Jh.); Anhängsel n. ‘anhängender (Schmuck)gegenstand, nebensächlicher Anhang, Begleiter’ (17. Jh.). Aushang m. ‘öffentliche Bekanntmachung’ (17. Jh.); vereinzelt auch für Aushängebogen ‘zur letzten Kontrolle bestimmter Abzug eines fertigen Druckbogens’ (18. Jh.). Aushängeschild n. ‘Reklameschild, Werbemittel’, ursprünglich ein Schild, das auf einen bestimmten Beruf, auf ein Gewerbe hinweist (18. Jh.). Überhang m. ‘Umhang, was überhängt’, mhd. überhanc. Umhang m. ‘umgehängtes Kleidungsstück’, ahd. umbihang (um 900), mhd. umbehanc ‘Vorhang, aufgehängter Teppich’. Vorhang m. ‘was vor etw. gehängt wird’, mhd. vor-, vürhanc (dazu s. Gardine).

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

(im) Schlepptau · Anhang · Begleitperson · Begleitung · Eskorte · Gefolge (eines Prominenten) · Gefolgschaft · Gefolgsleute · Tross  ●  Hofstaat veraltet, ironisch · (jemandes) Jungs ugs. · (jemandes) Leute ugs. · (jemandes) Mädels ugs. · Entourage geh., franz. · Hofschranze geh., veraltet · Höfling geh., veraltet · Schranze geh., veraltet
Oberbegriffe
Assoziationen

Anfügung · Anhang · Anlage · Annex · Appendix · Beilage · Ergänzung · Hinzufügung · Nachtrag · Zusatz  ●  Addendum geh., veraltet · Paralipomenon geh., griechisch
Oberbegriffe
Assoziationen

(die) Linie der · Angehörige · Anhang · Familie · Familienclan · Familienverband · Geschlecht · Kind und Kegel · Klan · Sippe · Verwandtschaft · vom Stamm der  ●  Mischpoke abwertend · Muschpoke abwertend · (ganze) Bagage ugs., abwertend · Blase ugs., abwertend · Clan ugs. · Sippschaft derb · bucklige Verwandtschaft ugs., abwertend, scherzhaft
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Anhang‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Anhang‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›Anhang‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es steht statt dessen am Ende der gesamten Ausführungen, im Anhang. [Hauschildt, Jürgen: Entscheidungsziele, Tübingen: Mohr 1977, S. 381]
Sie leben von da ab als schmarotzender Anhang ihrer Frau. [von Frisch, Karl: Du und das Leben, Berlin: Verlag d. Druckhauses Tempelhof 1947 [1947], S. 244]
Denn der Anhang der Nationalisten ist im Volke größer als im Parlament. [Vossische Zeitung (Morgen-Ausgabe), 03.03.1933]
Es gibt darin ein Blatt mit dem Titel »Anhang 1«. [o. A.: Neunundvierzigster Tag. Samstag, den 2. Februar 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia 1999 [1946]]
Externe Boxen zum seitlichen Anhängen an den Deckel sind als Zubehör für 210 Mark erhältlich. [C’t, 2001, Nr. 12]
Zitationshilfe
„Anhang“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Anhang>.

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