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Mut, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Mut(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [muːt]
Wortbildung  mit ›Mut‹ als Erstglied: Mutbeweis · Mütchen · muterfüllt · Mutgeld · mutig · mutlos · Mutmacher · Mutprobe · Mutwille / Mutwillen
 ·  mit ›Mut‹ als Letztglied: Bekennermut · Edelmut · Freimut · Frevelmut · Frohmut · Gemüt · Gleichmut · Gratismut · Heldenmut · Hochmut · Kampfmut / Kampfesmut · Lebensmut · Löwenmut · Mannesmut · Missmut · Opfermut · Todesmut · Übermut · Unmut · Wagemut · Wahrheitsmut · Wankelmut
 ·  mit ›Mut‹ als Binnenglied: bravmütig · einmütig · frohmütig · gutmütig · kleinmütig · schwachmütig · weichmütig · zornmütig

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
Unerschrockenheit in Gefahr, Kühnheit
Beispiele:
ein fester, starker, unbezwinglicher, standhafter, trotziger, kecker, kühner Mut
ihr geringer, schwacher Mut
sein Mut wächst, fällt, schwindet
dazu fehlt mir der Mut
Mut fassen, gewinnen, finden, aufbringen, besitzen
neuen Mut schöpfen
das gibt, macht mir wieder Mut
du darfst (deshalb) nicht allen, jeglichen Mut verlieren, sinken lassen
jmds. Mut stärken
sich [Dativ] Mut machen
umgangssprachlichsich [Dativ] Mut antrinken
jmdm. Mut geben, machen, zusprechen, einflößen
ohne voll(er) Mut sein
mit dem Mut der Verzweiflung 👁 Image
DWDS, 26.04.2021
nur Mut! (= aufmunternder Zuspruch)
umgangssprachlich, scherzhaftnur Mut, die Sache wird schon schiefgehen! (= es wird schon gelingen!)
2.
Gemütsstimmung, Sinnesart
siehe auch Mütchen
Beispiele:
ein frischer, leichter Mut
guten Mutes sein, bleiben
mit frohem Mut begab er sich auf die Reise

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Mut · Unmut · mutig · muten · vermuten · vermutlich · Vermutung · zumuten · Zumutung · mutmaßen · mutmaßlich · Mutwille · mutwillig · Übermut · übermütig
Mut m. ‘Kühnheit, Unerschrockenheit’, ahd. muot ‘Kraft des Denkens, Seele, Herz, Gemütszustand, Gesinnung, Gefühl, Absicht, Neigung’ (8. Jh.), mhd. muot, asächs. mōd, mnd. mōt, můt, mnl. moet, nl. moed, afries. aengl. mōd, engl. mood ‘Stimmung, Laune’, anord. mōðr ‘Zorn, aufgeregter Sinn’, schwed. mod ‘Mut, Beherztheit’, got. mōþs ‘Zorn’ (germ. *mōþa-). Vielleicht sind vergleichbar griech. mṓsthai (μῶσθαι) ‘streben, trachten, verlangen’, lat. mōs ‘zur Regel gewordener Wille, Sitte, Brauch’ (s. Moral), so daß auf eine Wurzel ie. *mē-, *mō-, *mə- ‘heftigen und kräftigen Willens sein, heftig streben’ zurückgegangen werden kann. Mut bezeichnet ursprünglich die inneren Triebkräfte, Gemütszustände, Erregungen und Empfindungen des Gefühls im Gegensatz zum Verstand. Vom 16. Jh. an setzt sich die verengte Bedeutung ‘kühne und unerschrockene Haltung gegenüber Wagnis und Gefahr’ durch. Dazu mit negierendem un- (s. d.) Unmut m. ‘Ärger, Mißstimmung’, ahd. unmuot n. ‘Betrübnis’ (um 1000), mhd. unmuot m. ‘Mißstimmung, Zorn’, mnd. unmōt n. m., aengl. unmōd n. – mutig Adj. ‘tapfer, kühn’, mhd. muotec, muotic ‘beherzt, kühn’, asächs. mōdag ‘zornig, aufgeregt’, aengl. mōdig ‘aufgeregt, mutig’, got. mōdags ‘zornig’. muten Vb. ‘etw. begehren, verlangen, seinen Sinn auf etw. richten’, ahd. muoten (9. Jh.), muotōn (um 1000), mhd. muoten; seit etwa 1800 als Simplex ungebräuchlich. vermuten Vb. ‘annehmen, für wahrscheinlich halten’ (16. Jh.), mnd. vormōden; vermutlich Adj. ‘wahrscheinlich’ (16. Jh.); Vermutung f. ‘Annahme’ (16. Jh.). zumuten Vb. ‘unbilligerweise etw. von jmdm. verlangen’, mhd. zuomuoten; Zumutung f. (15. Jh.). mutmaßen Vb. ‘annehmen, für wahrscheinlich halten’, spätmhd. muotmāʒen ‘abschätzen’, zu spätmhd. muotmāʒe ‘Teilung nach Angemessenheit, Abschätzung’; mutmaßlich Adj. ‘der Annahme gemäß’ (18. Jh.). Mutwille m. ‘Absicht’, ahd. muotwillo ‘eigener freier Entschluß’ (8. Jh.), mhd. muotwille; mutwillig Adj. ‘absichtlich, leichtfertig’, mhd. muotwillec ‘dem eigenen (guten oder bösen) Willen folgend’. Übermut m. ‘Ausgelassenheit, Anmaßung, Überheblichkeit’, ahd. ubarmuot (um 1000), mhd. übermuot ‘stolzer, hochfahrender Sinn’; übermütig Adj. ‘ausgelassen, leichtsinnig, fröhlich’, ahd. ubarmuotīg (8. Jh.), mhd. übermüetec ‘stolz, hochfahrend gesinnt, heldenmütig’.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke


Assoziationen

Kühnheit · Mut · Verwegenheit  ●  Schneid ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Mut‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Mut‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›Mut‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn er hat nicht den Mut, die Folgen einer Tat auf sich zu nehmen. [Oheim, Gertrud: Einmaleins des guten Tons, Gütersloh: Bertelsmann 1957 [1955], S. 142]
Was hier gemeint ist, ist der Mut zur eigenen Entscheidung. [Weber, Annemarie (Hg.), Die Hygiene der Schulbank, Wiesbaden: Falken-Verl. 1955, S. 55]
Sie haben den moralischen Mut gehabt, sich diesem Dilemma zu stellen. [Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 72]
Da er so lange nicht gefunden wurde, schwärmte träumerischer Mut nach überallhin aus. [Bloch, Ernst: Das Prinzip Hoffnung Bd. 2, Berlin: Aufbau-Verl. 1955, S. 26]
Bisher haben noch wenige Historiker den Mut besessen, im Hinblick hierauf die Dinge beim richtigen Namen zu nennen. [o. A.: Schlusssitzung des Dritten Reichsbauerntages in Goslar, 17.11.1935]
Zitationshilfe
„Mut“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Mut>.

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