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Dynamik, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Dynamik · Nominativ Plural: Dynamiken · wird meist im Singular verwendet
Aussprache  [dyˈnaːmɪk]
Worttrennung Dy | na | mik
Wortzerlegung dynamisch -ik
formal verwandt mitdynamisch
Herkunft zu dynamikósgriech (δυναμικός) ‘kräftig, stark, wirksam’ < dýnamisgriech (δύναμις) ‘Kraft, Vermögen, Macht’

Bedeutungen

eWDG , DWDS
eWDG , DWDS
1.
als charakterisierendes Merkmal von Personen, Vorgängen o. Ä.   treibende, vorwärtstreibende Kraft, innere BewegungeWDG, 1967
in gegensätzlicher Bedeutung zu Statik (2)eWDG, 1967
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: konjunkturelle, ökonomische, wirtschaftliche Dynamik; eine ungebrochene, abnehmende, nachlassende Dynamik
als Akkusativobjekt: eine [gewisse] Dynamik entfalten, entwickeln, erzeugen, aufweisen, in Gang setzen; die Dynamik von etw. entfesseln, bremsen
in Präpositionalgruppe/-objekt: an Dynamik gewinnen, einbüßen, verlieren
mit Genitivattribut: die Dynamik eines Ereignisses, einer Entwicklung, eines Prozesses, von Veränderungen
mit Prädikativ: die Dynamik ist groß, stark, ungebrochen
als Aktivsubjekt: die Dynamik beschleunigt sich, lässt nach, nimmt ab, schwächt sich ab
als Genitivattribut: die Abschwächung, der Verlust der Dynamik; die Untersuchung, das Verständnis der Dynamik
Beispiele:
die innere Dynamik eines Romans, einer FabeleWDG, 1967
der Redner riss alle durch die Dynamik (= den Schwung) seines Vortrags miteWDG, 1967
Die Energie von London liegt in seiner Vielfalt. Keiner anderen Stadt in Europa wohnt solche Dynamik inne, angetrieben von den in ihr beheimateten Kulturen mit ihren verschiedenen Lebensweisen, Zielen, Hoffnungen. [Welt am Sonntag, 12.01.2020]
Bei dem Experiment, das weltweit Aufsehen erregte, stellte ein Lehrer in nur fünf Tagen autoritäre Machtverhältnisse im Klassenzimmer her – und zeigte den Schülern damit, wie leicht man selbst auf diese hereinfallen kann. Als die Dynamiken immer aggressiver wurden und das Experiment sich verselbstständigte, brach der Lehrer das Projekt ab. [jetzt-Magazin (SZ), 15.11.2018]
Alarmierend ist die destruktive Dynamik, die immer dann entsteht, wenn sich intolerante Mehrheiten dazu aufstacheln lassen, Minderheiten zu verfolgen. [Süddeutsche Zeitung, 13.11.2018]
Von der Residenzstadt als Regierungs‑, Garnisons‑, Adels‑ und Wissenschaftsstadt unterscheidet sich die moderne Stadt durch ihre Dynamik. [Schlögel, Karl: Petersburg. München / Wien: Carl Hanser 2002, S. 39]
Oft mit trockener Tusche ausgeführte heftige Pinselstriche verleihen seinen Bildern Spannung und Dynamik. [Olbrich, Harald (Hg.): Lexikon der Kunst. Berlin: Directmedia 2001 [1994]]
2.
PhysikeWDG, 1967 Lehre von der Wirkung von Kräften auf die durch diese verursachten Bewegungen von Körpern
Grammatik: nur im Singular
in gegensätzlicher Bedeutung zu Statik (1)eWDG, 1967
Kollokationen:
in Koordination: Dynamik und Statik
Beispiele:
»Es kommt durchaus häufig vor, dass Sterne an der Oortschen Wolke vorüberziehen – zumindest nach astronomischen Zeitvorstellungen«, so der Experte für die Dynamik kleiner Körper im Sonnensystem. [Der Spiegel, 26.11.2013 (online)]
Die Marktwirtschaftstheorie verwendet naturwissenschaftliche Leitideen, um das Geschehen auf freien Märkten zu beschreiben und zu analysieren. So gibt es etwa zwischen dem allgemeinen Gleichgewichtsprinzip der Mechanik und dem der Wirtschaftstheorie keinen grundsätzlichen Unterschied. Hier wie dort untersucht man mit Hilfe der Statik, der Lehre vom Gleichgewicht, und der Dynamik, der Lehre von den Wegen zum Gleichgewicht, Gleichgewichtszustände und deren Veränderungen. [Die Zeit, 07.04.1989]
Statik, Lehre vom Kräftespiel im Ruhezustand (»Gleichgewicht der Kräfte«), neben Kinematik und Dynamik (letztere als Lehre vom Kräftespiel in der Bewegung) Teilgebiet der Mechanik und damit der Physik, im engeren Sinn die Lehre vom Kräftespiel an gasförmigen, flüssigen, festen, an plast., elast. und starren ruhenden Körpern. [Olbrich, Harald (Hg.): Lexikon der Kunst. Berlin: Directmedia 2001 [1994]]
Die in so vielen Gebieten der Statik und Dynamik, der Wärme, Elektrizität u.s.w. zur Anwendung gelangenden Gleichungen von Laplace und Poisson besagen, 603 und zwar die erstere, daß jenes bestimmende Mittel den Wert Null, die andere, welchen es sonst hat. [Mach, Ernst: Erkenntnis und Irrtum. Berlin: Directmedia 2000 [1917] [1905]]
Dynamik: Lehre von der Kraft, von den Bewegungskräften. [Eisler, Rudolf: Wörterbuch der philosophischen Begriffe. Berlin: Directmedia 2000 [1904]]
3.
MusikeWDG, 1967 Veränderungen der Lautstärke
Grammatik: nur im Singular
Kollokationen:
in Koordination: Dynamik und Tempo; Dynamik und Artikulation; Dynamik und Phrasierung
Beispiele:
Als Dynamik eines Musikstücks bezeichnet man die Abfolge der leisen und lauten Stellen: das Flirren von Streichern, das sich zu einem Crescendo (= lauter werden) steigert, in das Paukenschläge drängen[…]. [Zeit Wissen, 14.02.2012]
Die »Sonata piano e forte« von Giovanni Gabrieli ist ein musikgeschichtlich bedeutsames Stück: Zum ersten Mal werden in Titel und Notentext Angaben zur Dynamik gemacht, vorher wurden die Bezeichnungen piano und forte nie in der Instrumentalmusik verwendet. [Rhein-Zeitung, 01.02.2018]
Die Dynamik ist [in den Partituren] oft verändert gegenüber den Angaben [Richard] Wagners, »forte« ist nicht selten durchgestrichen und durch »mezzopiano« ersetzt. [Neue Zürcher Zeitung, 17.05.2013]
Wir müssen ganz klar voneinander unterscheiden: Lautstärke und Dynamik. Die beiden Termini werden ständig miteinander verwechselt. Und wir haben mittlerweile Dynamik der Lautstärke gleichgesetzt, das ist kriminell. Chopin hat leise gespielt, ja, aber er hat unglaublich dynamisch gespielt. [Neue Zürcher Zeitung, 27.02.2010]
Stets bewusst und treffend wirkten die Veränderungen in Dynamik und Tempo, wenn der Chor auch etwas den Mut zu extremen Lautstärken, zu sehr leisem wie sehr kräftigem Gestus, vermissen ließ. [Frankfurter Rundschau, 16.12.1999]

Zum Originalartikel des eWDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Dynamik · dynamisch
Dynamik f. ‘Lehre von der Bewegung der Körper durch Krafteinwirkung, Schwungkraft, innere Bewegung’, wohl entlehnt (2. Hälfte 18. Jh.) aus gleichbed. frz. dynamique, das seinerseits als Substantivierung des Adjektivs frz. dynamique, zuerst in der Fügung frz. science dynamique ‘Lehre von der Dynamik’ (Leibniz 1692), anzusehen ist. Zugrunde liegt griech. dynamikós (δυναμικός) ‘vermögend, wirkend, mächtig, stark’, zu griech. dýnamis (δύναμις) ‘Kraft, Vermögen’, s. Dynastie. Auf einer substantivierten Form des griech. Adjektivs beruht auch spätlat. dynamicē ‘Lehre von der Kraft’, gleichsam ein griech. dynamikḗ téchnē (δυναμικὴ τέχνη) voraussetzend. Doch dürfte das spätlat. Substantiv ohne Einfluß auf die dt. Entwicklung gewesen sein. – dynamisch Adj. ‘die Dynamik betreffend, schwungvoll, voll innerer Triebkraft’ (2. Hälfte 18. Jh.).

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Psychologie
Dynamik · Eifer · Energie · Heftigkeit · Leidenschaft · Leidenschaftlichkeit · Passion · Tatkraft  ●  Feuer fig. · Herzblut fig. · Energeia fachspr., griechisch · Verve fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Dynamik · Energie · Stärke · innere Kraft
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Mathematik, Physik, Technik
Dynamikbereich · Dynamikumfang · Kontrastumfang  ●  Dynamik ugs.
Oberbegriffe

Musik
Geräuschpegel · Lautstärke · Tonstärke  ●  Dynamik fachspr., griechisch
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Dynamik‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Dynamik‹.

Legende: Adjektive Verben
Zitationshilfe
„Dynamik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Dynamik>.

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