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Pfand, das oder der

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Pfand(e)s · Nominativ Plural: Pfänder/Pfande
Nebenform besonders österreichisch Pfand · Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Pfand(e)s · Nominativ Plural: Pfänder/Pfande
Aussprache 

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
a)
Gegenstand der dem Gläubiger als Sicherheit für seine Forderung gegeben wird
Beispiele:
ein Pfand geben
etw. als Pfand behalten
für die Zeche hatte er dem Wirt seine Uhr als Pfand zurückgelassen
den Pelzmantel als Pfand auf die Pfandleihe bringen
auf Pfand leihen, borgen
ein Pfand einlösen, herausgeben
ein Pfand verfällt
die verfallenen Pfänder werden versteigert
übertragenich gebe mein Wort, meine Ehre dafür zum Pfand (= versichere ehrenwörtlich)
b)
Kinderspiel Gegenstand der aufgrund eines Fehlers abgegeben werden muss und nur am Schluss nach der Erfüllung einer lustigen Forderung zurückgegeben wird
Beispiele:
er gab sein Taschenmesser als Pfand
An einem solchen Sommertage … saß die junge Gesellschaft unter der großen Linde im Vorgarten und spielte Pfänder (= und machte ein Pfänderspiel) [ I. KurzVanadis89]
2.
Geldbetrag, der bei Rückgabe eines geliehenen Gegenstandes zurückgegeben wird, Pfandgeld
Beispiel:
in dem Preis für eine Flasche Milch sind 20 Cent Pfand einbegriffen
3.
dichterisch Gabe, Geschenk als Bürgschaft
Beispiele:
ein Ring als Pfand der Treue
das Pfand der Liebe (= Kind)
Als ihm gebliebene Pfänder des Glücks betrachtete er sie [seine Frau und zwei Kinder] [ TralowKepler377]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Pfand · Unterpfand · pfänden · verpfänden · Pfändung
Pfand n. ‘Gegenstand als Bürgschaft, Sicherheitsleistung für eine Forderung’, ahd. (8. Jh.), mhd. phant, asächs. afries. nl. pand, mnd. mnl. pant; Herkunft ungeklärt. Eine angenommene Entlehnung des nur im Kontinentalwestgerm. bezeugten Substantivs (anord. pantr aus dem Mnd.) aus afrz. pan ‘Stück Tuch’ (aus lat. pannus ‘Stück Tuch, Lappen’), auch (nordafrz.) ‘an einen Gläubiger zur Sicherheit übergebener Vorrat an Tuch’, daher ‘Sicherheit, Bürgschaft’ (woraus engl. pawn), ist insofern wenig wahrscheinlich, als die letztgenannte Bedeutung im Frz. erst im 13. Jh. auftritt und der auslautende Dental im Germ. unerklärt bleibt (nordmfrz. pand, pant dürfte vielmehr auf mnl. Einfluß zurückzuführen sein). Wenig befriedigend ist auch die Herleitung von lat. pactum ‘Vertrag, Vergleich, Abrede’ (s. Pakt), da dabei eine nicht nachzuweisende vlat. Entwicklung über *panctum zu *pantum vorausgesetzt werden müßte. Schließlich wird noch Herleitung (wie bei Pfennig, s. d.) aus lat. pondus ‘Gewicht’ erwogen unter Annahme einer Bedeutungsentwicklung zu ‘Münzsicherheit’ (beim Nachwiegen von Geldstücken unterschiedlichen Feingehalts), vgl. Knobloch in: Lingua 26 (1970/71) 311; die Entlehnung müßte dann sehr früh, im Unterschied zu Pfund (s. d.) schon vor dem Wandel von ie. o zu germ. a erfolgt sein und würde nur die auf dem Festland mit den Römern in Beziehung stehenden germanischen Stämme betroffen haben. – Unterpfand n. ‘Gegenstand, Geldsumme als Sicherheit’, übertragen ‘Zeichen, Beweis’, zuvor (rechtssprachlich) ‘Gegenpfand, Sicherheit, die der Pfandempfänger dem Verpfänder hinterläßt’, spätmhd. underphant. pfänden Vb. ‘ein Pfand für eine geldliche Forderung einziehen’, mhd. phanten, phenden ‘jmdm. ein Pfand abnehmen’, ahd. phantōn ‘zum Pfande geben’ (9. Jh.). verpfänden Vb., mhd. verphenden. Pfändung f., mhd. phandunge, phendunge.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke


Einsatz · Hinterlegung · Kaution · Pfand · Sicherheit · Sicherheitsleistung  ●  Depot schweiz. · Versatzstück österr.
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Entführter · Geisel · Gekidnappter

Typische Verbindungen zu ›Pfand‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Pfand‹.

ausleihen Bierdose Bierkiste Cent Dose eingelöst einlösen Einweg-Getränkeverpackung Einwegflasche Einweggetränkeverpackung Einwegverpackung erheben Finanzierungsgeschäft Getränkedose Getränkeverpackung Großkredit hinterlegen hinterlegt Kaffeekapsel Mehrwegflasche Notenbankkredit Pfennig Saftkarton Weinflasche zurückbekommen zurückerhalten
Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›Pfand‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Pfand soll nun verhindern, daß noch mehr Getränke in Dosen abgefüllt werden? [Süddeutsche Zeitung, 20.04.1999]
Die Auswahl an Videos ist nicht groß, aber interessant, und gegen ein Pfand kann man sie auch ausleihen. [Der Tagesspiegel, 11.11.1996]
Wenn ich die Steine aus dem Rahmen löste und sie dem Händler als Pfand brächte, dann bekäme ich das Geld. [Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 117]
Die anderen Systeme markieren das Pfand direkt auf der Ware. [Die Welt, 30.09.2003]
Du stiehlst also einen Krug, und dann verlangst du von dem Mädchen ein Pfand. [Hilsenrath, Edgar: Das Märchen vom letzten Gedanken, München: Piper 1989, S. 232]
Zitationshilfe
„Pfand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Pfand>.

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