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Ratte, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Ratte · Nominativ Plural: Ratten
Aussprache 
Worttrennung Rat | te

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
etwa 20 cm langes, sehr gefräßiges Nagetier, das vor allem in Kellern und Ställen lebt und gefährliche Krankheitskeime überträgt
Beispiele:
eine fette, gierige, hässliche Ratte
der Bau der Ratte
eine Ratte huscht durch den Keller
im Kanal schwimmen Ratten
die Ratten pfeifen, zernagen die Dielen, verbreiten Epidemien
Ratten fangen, vertilgen
frech wie eine Ratte sein
wie eine Ratte (= fest) schlafen
sprichwörtlichdie Ratten verlassen das sinkende Schiff (= Menschen, auf die kein Verlass ist, ziehen sich bei drohender Gefahr zurück)
übertragen, landschaftlich, saloppauf die Ratte spannen (= sorgfältig achtgeben)
2.
umgangssprachlich, scherzhaft nettes, flinkes Mädchen
Beispiel:
sie ist eine niedliche, kleine Ratte
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Ratte · Ratz · Ratze · ratzekahl
Ratte f. Die Herkunft des Namens des zur Familie der Mäuse gehörenden Nagetiers ist nicht geklärt. Ahd. ratta (9. Jh.), mhd. rate, ratte, asächs. ratta, mnd. mnl. ratte, nl. rat, aengl. ræt, engl. rat und die o-Formen mnd. rotte, nl. rot lassen sich vielleicht mit aind. rádati ‘beißt, nagt, schneidet’, lat. rōdere ‘nagen, benagen, verzehren’, kymr. rhathu ‘raspeln, glätten, ebnen’ sowie (mit ē-Stufe) ahd. rāʒi ‘scharf (von Geschmack), wild’ (9. Jh.), mhd. ræʒe ‘scharf (von Geschmack), hell (vom Ton), wild, keck, rauh, heiser’ verbinden unter einer Wurzel ie. *rēd-, *rōd-, *rəd- ‘scharren, schaben, kratzen, nagen’, wenn man (mit einigen Zoologen) davon ausgeht, daß die Hausratte schon vor der Römerzeit (obwohl im Lat. nicht belegt, erst mlat. ratus, 12. Jh.) in Mitteleuropa (aus Asien eingewandert?) ansässig war und einen einheimischen Namen im Sinne von ‘Nager’ trägt. Andererseits könnte die (auch im Hd. übliche) Lautung tt, das Fehlen des Namens im Lat. und seine verhältnismäßig späte Entlehnung ins Skandinav. auf den dt. Nordwesten als Entstehungsgebiet der Bezeichnung (aus einer Substratsprache Norddeutschlands?) hinweisen. Rechnet man dagegen (auf Grund des sprachlichen Befundes) mit einem erst späten Auftreten des Tieres in Europa, so kann ein Wandername mit lautmalender Grundlage (*ratt- als Nagegeräusch?) angenommen werden, wofür auch die roman. Bezeichnungen wie afrz. frz. rat, ital. ratto ‘Ratte’, span. port. rata ‘Ratte, weibliche Maus’ (neben span. port. rato ‘Maus’) sprechen. – Ratz m. ‘Ratte’, auch ‘Hamster’, (jägersprachlich) ‘Iltis’, Ratze f. ‘Ratte’ (beide vorwiegend obd.), ahd. ratza (11. Jh.), mhd. ratz(e). Vielleicht verhochdeutschte Bildungen von Ratte (s. o.); eher jedoch als affektisch verschärfte Formen anzusehen. ratzekahl Adv. ‘völlig, ganz und gar (kahl, leer)’ (Anfang 19. Jh.), auch rattenkahl, volksetymologische Umdeutungen aus radikal in Anlehnung an Ratte, Ratz(e), wohl in Hinblick auf den unbehaarten Schwanz der Ratte.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Abtrünniger · Verräter · Überläufer  ●  Judas religiös-moralisch · (ein) Quisling geh. · 31er ugs., jugendsprachlich · Kameradenschwein ugs. · Ratte derb, Jargon · Renegat geh. · Snitch ugs., jugendsprachlich
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Ratte‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Ratte‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›Ratte‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Der Leser wird auch in diesem Buch mehr vom Verhalten der weißen Ratte als von dem des kleinen Kindes erfahren. [Foppa, Klaus: Lernen, Gedächtnis, Verhalten, Köln u. a.: Kiepenheuer & Witsch 1965, S. 11]
Diese legt man an den von den Ratten bevorzugten Stellen aus. [Die Landfrau, 15.11.1924]
Nach dem Tod der Ratte macht sich der Floh auf die Suche nach einem neuen Opfer. [C’t, 2000, Nr. 23]
Nach einem weiteren Monat hatte immer noch keiner die Ratte wirklich gesehen, nur ihre Spuren. [C’t, 1999, Nr. 17]
Die Ratten liefen nun zum zweiten Ziel, wo sie erneut gefüttert wurden. [Foppa, Klaus: Lernen, Gedächtnis, Verhalten, Köln u. a.: Kiepenheuer & Witsch 1965, S. 83]
Zitationshilfe
„Ratte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Ratte>.

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