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- Rote – Schreibung, Definition, Bedeutung, Beispiele
Rote, der, die oder das
GrammatikSubstantiv (Maskulinum, Femininum, Neutrum) · Genitiv Singular: Roten · Nominativ Plural: Rote(n)
| Mit Pluralendung ‑n wird das Wort in der schwachen Flexion (bestimmter Artikel) und der gemischten Flexion (Indefinitpronomen, Possessivpronomen) gebildet, z. B. die, keine Roten, in der starken Flexion ist die Endung unmarkiert, z. B. zwei, einzelne Rote. |
Aussprache [ˈʀoːtə] [ˈʀoːtə] [ˈʀoːtə]
Worttrennung Ro | te
Grundformrot
Rechtschreibregel § 57 (1)
Bedeutungsübersicht
- 1. etw., das rot ist
- 2. jmd., der mit der Farbe Rot, besonders im Sinn der politischen
Linken, verbunden ist
- ● [spezieller, veraltend] Synonym zu Indianer
- 3. Synonym zu Rotwein
- 4. [D-Südwest, selten D-Mittelwest] Bratwurst, die Paprikapulver im Brät enthält
Bedeutungen
DWDS
DWDS
1.
etw., das rot ist
Grammatik: Genus Neutrum, nur im Singular
Beispiele:
Das kleine Blaue hier auf dem Bildschirm, das sind wir, das
Rote ist die Ziellinie. [Neue Zürcher Zeitung, 22.12.2017]
Nur wenn man genau hinsieht, erkennt man zwei kleine hautfarbene
Tapestreifen unter
G[…]s
Auge. Und einen rötlichen Schimmer in ihren blonden Haaren, der sich von der
Stirn bis weit nach hinten in den Pferdeschwanz zieht. Frage: Was ist denn
das Rote da auf Ihren Kopf? [Süddeutsche Zeitung, 24.05.2014]
Jürgen Leinemann musste sich nie Sorgen darüber
machen, was von ihm übrigbleibt, wenn das Rote
[der rote Schriftzug des Nachrichtenmagazins »Der Spiegel«] von der Visitenkarte weg
ist. [Der Spiegel, 11.11.2013 (online)]
Dann entpuppt sich das Rote auf dem Bettlaken
als Rotwein, den der Kriminalhauptkommissar mit nicht nur einer Dame nachts
verschüttet haben muss. [Der Spiegel, 14.01.2010 (online)]
Dieser Medusenkopf war in allen Teilen rot – doch zeigten sich
verschiedene Rots – das dunkelste in den großen starren Augen.
[…] Später fühlte ich, daß mich
unsichtbare Hände wieder aufhoben – und mir übers Gesicht strichen – so daß
ich das Rote nicht mehr sah. [Scheerbart, Paul: Immer mutig! Berlin: Directmedia 2000 [1902]]
übertragen Seit geraumer Zeit hat die SPD‑Führung schon Angst vor dem Wort
»links« und kriegt bei dem Wort »Sozialismus« Gänsehaut. Die lauten roten
Lieder singt man nur noch, wenn man besoffen ist. Man will nicht mehr rot
sein, sondern rosé. Das Rote überlässt man der
Partei, die sich »Die Linke« nennt. [Süddeutsche Zeitung, 15.11.2014]
2.
jmd., der mit der Farbe Rot, besonders im Sinn der politischen Linken, verbunden ist
Grammatik: Genus Maskulinum bzw. Genus Femininum
siehe auch rot (2)
Beispiele:
Kurz nach 21 Uhr wird er [ein SPD-Kandidat] zu Hause im Hof von einigen Parteifreunden
mit einem Glas Sekt empfangen – den
[wegen der Corona-Pandemie vorgeschriebenen]
Sicherheitsabstand halten die siegestrunkenen Roten
ein. [Münchner Merkur, 30.03.2020]
Da gibt es prächtige Leute unter den
Sozialdemokraten und Kommunisten, erfahrene Betriebsräte und
Gewerkschaftssekretäre, Antifaschisten von altem Schrot und Korn, die zur
Untätigkeit verdammt sind, weil man die Roten nicht
aufkommen lassen will, wie man sagt. [Neues Deutschland, 19.11.1946]
2008, unter CSU‑OB Peter Bürgel, erwischte es die SPD: Obwohl die
Roten die zweitstärkste Fraktion stellten, hieß
der zweite Bürgermeister am Ende nicht Christa Keimerl (SPD), sondern Claus
Weber (FW Dachau). [Münchner Merkur, 07.05.2020]
[…]
ich weiß sehr wohl, warum man Luís seine Beinamen verlieh: Luís, der
Rote, und Luís, der Traurige. Der
Rote: Weil er in die Fußstapfen jenes Mannes
trat, der ihn am 22. September 1956 an Bord genommen und ihm erklärt hatte,
dass er einer der portugiesischen Kommunisten sei, die an der Gründung der
ersten Zellen der marxistischen Bewegung im Irak beteiligt gewesen
seien. [Süddeutsche Zeitung, 15.11.2008]
Ich erklärte […], daß ich heute
mit den Konservativen und dem Zentrum gegen den Antrag stimmen
würde
auf die Gefahr hin, daß man wieder von einer Kooperation der Schwarzen mit
den Roten spreche. [Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.): Deutsche Autobiographien 1690–1930. Berlin: Directmedia 2004 [1910]]
●
spezieller, veraltend Synonym zu Indianer
Beispiele:
Amerika war, wo die edlen Roten wohnten,
die Indianer, und gegen die weißen Spießer kämpften. [Die Welt, 08.10.2015]
Die Sklaven selbst sprechen, als wären sie gerade mit dem Schiff
aus Afrika gelandet: »Familie Joker war immer gut zu armem Nigger Sam.«
Auch die Indianer sind so wild und edel wie die guten
Roten in den
[zur Zeit des nordamerikanischen Bürgerkriegs spielenden]
Defa‑Filmen. [Die Welt, 12.12.2017]
Bis 1880 wurden in so gut wie allen US‑Bundesstaaten zeitweise
Belohnungen für Skalps ausgelobt, was indirekt zum Töten von Indianern
animierte. Aber auch Indianer beteiligten sich wegen des Geldes an
dieser Praxis und skalpierten Weiße wie
Rote. [Süddeutsche Zeitung, 09.04.2014]
Zwischen Weißen und Roten findet eine
große Schlacht statt, bei der die Indianer unterliegen. [Die Zeit, 17.05.1968]
Pappermann ging nach der Tafel hinüber und bat um ein Glas
Brandy. Für wen? wurde er gefragt. Für den Indianer dort, wie ihr seht!
antwortete er. Der Brandy ist nicht für Rote,
sondern für Weiße, nicht für ihn, sondern für uns! [May, Karl: Winnetou IV. Berlin: Neues Leben 1993 [1910], S. 77]
3.
Synonym zu Rotwein
Grammatik: Genus Maskulinum
Beispiele:
Besonders im Nachtleben und auf Festivals, wo das Thema Wein immer
noch vernachlässigt werde und meist nur die Auswahl zwischen einem
Roten, einem Weißen und einem Rosé bestehe, sieht
er Potenzial für Kreationen wie seine Cuvée. [Welt am Sonntag, 21.07.2019]
In den allermeisten Fällen seien die Gäste
[…] zufrieden mit den Weinen oder sogar
begeistert, welche Geschmacksexplosionen dieser Rote
oder jener Weiße auf Zunge und Gaumen hervorzaubert. [Fränkischer Tag, 15.10.2020]
Wer lieber einen eleganten Roten im Glas
hatte, kam ebenso auf seine Kosten wie die Freunde des jungen Federweißen. [Fränkischer Tag, 24.09.2019]
Drei Arten von Filet im Teig standen auf der Menükarte[…]. Den dazu passenden Weissen und
Roten liess man sich noch so gerne
einschenken. [Luzerner Zeitung, 26.11.2016]
Später gab es
[…] endlich
Tee, und zwar sowohl chinesischen wie Kamillentee für solche, die es nicht
vorzogen, beim Sekt oder Likör zu bleiben oder zu einem ernsthaften Wein
zurückzukehren, wie Mynheer
[Peeperkorn]
selbst, der sich nach Mitternacht zusammen mit Frau Chauchat und Hans
Castorp zu einem Schweizer Roten von naiv‑spritziger
Art durchgeläutert hatte, von dem er mit wirklichem Durst einen Glasbecher
nach dem anderen hinunterschüttete. [Mann, Thomas: Der Zauberberg. Gütersloh: Bertelsmann 1998 [1924], S. 725]
4.
D-Südwest, selten D-Mittelwest Bratwurst, die Paprikapulver im Brät enthält
Grammatik: Genus Femininum
Beispiele:
Er steht am Wochenmarkt‑Stand mit den Bratwürsten und genießt eine
Rote. [Südkurier, 30.10.2020]
Natürlich wird auch das gotische Freiburger Münster empfohlen und
die »Lange Rote« (eine 30 Zentimeter lange gegrillte
Bratwurst im Brötchen). [Reutlinger General-Anzeiger, 29.10.2021]
Der 42‑Jährige wird zusammen mit seiner Lebensgefährtin neben der
klassischen roten Bratwurst auch eine »lange Rote«
vom Rind und saisonale Produkte anbieten. [Badische Zeitung, 30.03.2019]
Damit er [Glühwein] nicht gleich zu
Kopf steigt, servieren fast ein Dutzend Stände heiße
Rote oder andere Bratwürste, Schupfnudeln, saure
Kutteln oder – als Alternativprogramm – Crêpes, Waffeln und Maroni. [Reutlinger General-Anzeiger, 13.12.2008]
[…]
das kühle Blonde
(= helles Bier) gehört ebenso zum
Amateurspiel
wie die Rote mit Senf, die Irmgard
[…]
mir kurz vor der Halbzeit vom Grillrost nehmen wird. [Saarbrücker Zeitung, 19.04.2008]
Auf der
Monzinger
Kirmes gab es
[…]
alles, doch wer sich an die Grillstation wagte, erlebte sein blaues Wunder.
Da kostete die einfache Bratwurst oder die »Rote«
glatte zwei Euro. [Allgemeine Zeitung, 09.07.2002]
Typische Verbindungen zu ›Rote‹ (berechnet)
Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Rote‹.
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