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Stiefmutter, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Stiefmutter · Nominativ Plural: Stiefmütter
Diese Verwandtschaftsbezeichnung wird gelegentlich wie ein Eigenname ohne Artikel und mit Genitiv ‑s verwendet, z. B. Stiefmutters Handschrift.
Aussprache  [ˈʃtiːfmʊtɐ]
Worttrennung Stief | mut | ter
Wortzerlegung stief- Mutter
Wortbildung  mit ›Stiefmutter‹ als Erstglied: Stiefmütterchen · stiefmütterlich

Bedeutung

eWDG , DWDS
eWDG , DWDS
Mutter, die nicht leiblich verwandt ist, sondern erst später (durch Partnerwechsel) diese Rolle in einer Familienkonstellation eingenommen hat
Kollokationen:
als Akkusativobjekt: jmds. Stiefmutter heiraten
in Präpositionalgruppe/-objekt: von der Stiefmutter erzogen, aufgezogen werden; bei der Stiefmutter aufwachsen; das Verhältnis, die Beziehung zur Stiefmutter
in Koordination: Stiefmutter und Stiefschwester, Stiefbruder, Stiefvater, Halbbruder, [leibliche] Mutter
Beispiele:
Der Mann ist leiblicher Vater der Kinder, die Frau deren Stiefmutter. [Salzburger Nachrichten, 14.12.2022]
»Stiefmutter zu werden, ist nicht die Norm« [Überschrift] Wenn eine Frau einen Mann kennenlernt, der Kinder hat, wird sie Stiefmutter – und hat damit nicht gerade die Heldinnenrolle erwischt. Wie sie trotzdem glücklich in einer Patchworkfamilie lebt, verrät Autorin Elsa K[…] [Kieler Nachrichten, 16.12.2023]
Wir sind auch eine große Patchwork‑Familie und an Weihnachten kommen alle: meine Stiefmutter, meine Halbbrüder, mein Bruder mit der dritten Frau, meine Mutter. [Schweriner Volkszeitung, 09.12.2023]
Die Tochter eines reichen Kaufmannes kämpft nach dessen zweiter Heirat um die Anerkennung, Zuneigung und Liebe der Stiefmutter. [Bote der Urschweiz, 29.09.2023]
Die Vorsilbe stief- bedeutete ursprünglich »beraubt«, »verwaist« (vom althochdeutschen stiof-). In diesem Sinne sagenhaft ist die böse Stiefmutter, die ihre Stiefkinder quält, erniedrigt (Aschenputtel), von zu Hause vertreibt oder gar töten will (Schneewittchen). Kein Wunder, dass sich Stiefmütter und Stiefkinder heute lieber als »Bonusmütter« oder »Bonuskinder« bezeichnen. [Süddeutsche Zeitung, 03.05.2019]
Böse Stiefmütter kommen nur noch in Märchen vor […] [ KästnerLottchen111]eWDG, 1976

Zum Originalartikel des eWDG gelangen Sie hier.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Stief- · Stiefkind · Stiefmutter · stiefmütterlich · Stiefmütterchen · Stiefvater
Stief- erstes Glied in zusammengesetzten Verwandtschaftsnamen, das ‘durch spätere Wiederheirat (nach Todesfall) zustandegekommene, nichtleibliche Verwandtschaftsverhältnisse’ bezeichnet. Ahd. stiof- (selbständig in ahd. stiufi? ‘Schwägerin’, 9. Jh.), mhd. stief-, (mit unerklärtem -f statt zu erwartendem -p, vielleicht assimiliert aus *stiopfader?) mnd. stēf-, mnl. nl. stief-, aengl. stēop-, engl. step-, afries. stiap-, stiep-, anord. stjūp- (selbständig in anord. stjūpr ‘Stiefsohn’), schwed. styv- führen mit den Verben ahd. stiufen (9. Jh., irstiufen, 8. Jh.) ‘der Eltern oder der Kinder berauben’, aengl. āstȳpan ‘berauben’, āstȳpte ‘verwaist’ auf germ. *steupa- ‘abgestutzt, abgestumpft, beraubt’. Außergerm. Bezeichnungen für das Stiefverhältnis fehlen; doch Verwandtschaft mit der unter stoßen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)teu- ‘stoßen, schlagen’ ist wahrscheinlich. – Stiefkind n. ‘nichtleibliches, aus einer früheren Ehe eines Elternteils mitgebrachtes Kind’, ahd. stiofkind (um 1000), mhd. stiefkint, auch ‘zu unrecht Vernachlässigtes, Nichtbeachtetes’ (18. Jh.), mnd. stēfkint, mnl. stiefkint, nl. stiefkind, aengl. stēopcild, engl. stepchild. Stiefmutter f. ‘nichtleibliche, durch eine Wiederheirat des Vaters erhaltene Mutter’, ahd. stiofmuoter (8. Jh.), mhd. stiefmuoter, bereits in früher Zeit literarisch den Typ der bösen, ungerechten Frau verkörpernd, mnd. stēfmōder, mnl. nl. stiefmoeder, aengl. stēopmōdor, engl. stepmother, anord. stjūpmōðir, schwed. styvmoder; stiefmütterlich Adj. ‘hart, ungerecht, vernachlässigend, zurücksetzend’ (17. Jh.), älter ‘einer Stiefmutter zugehörig, eigen’ (16. Jh.), zuerst adverbial (15. Jh.). Stiefmütterchen n. Name der veilchenartigen Gartenpflanze (18. Jh.), älter Stiefmütterlein, Stiffmuttrigen (16. Jh.), Stiefmuterkraut (15. oder schon 14. Jh.). Benennungsmotiv ungeklärt; eine Anspielung auf die „böse“ Stiefmutter (s. oben) ist wahrscheinlich, indem die Anordnung und das Aussehen der Blütenblätter als grimmiges Gesicht gedeutet wird (vgl. Namen wie Affengesichtchen, Schief-, Fratzengesicht u. dgl.). Stiefvater m., ahd. stioffater (9. Jh.), mhd. stiefvater, mnd. stēfvāder, mnl. stiefvāder, nl. stiefvader, aengl. stēopfæder, engl. stepfather, anord. stjūpfaðir, schwed. styvfader.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Pflegemutter · Stiefmutter · Ziehmutter  ●  Bonusmama ugs. · Bonusmutter ugs. · Vizemutter ugs.

Typische Verbindungen zu ›Stiefmutter‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Stiefmutter‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben
Zitationshilfe
„Stiefmutter“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Stiefmutter>.

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