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- aushaken – Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Beispiele
aushaken
Bedeutungsübersicht
- 1. ⟨jmd. hakt etw., sich aus⟩ durch Lösen des Hakens öffnen, losmachen; loshaken
- 2. ⟨etw. hakt (sich) aus⟩ sich aus der Verhakung lösen
Bedeutungen
Duden, GWDS, 1999, DWDS
Duden, GWDS, 1999, DWDS
1.
⟨jmd. hakt etw., sich aus⟩durch Lösen des Hakens öffnen, losmachen; loshaken
Grammatik: Perfektbildung mit Hilfsverb ‘haben’
Beispiele:
[…] als man
erkannte, dass just an den Stellen, an denen das
fixe [Kletter-]Seil am
Fels montiert war und man sich also kurz
aushakte, die größten
Abrutschrisiken herrschten, begann man doppelt,
also mit zwei Bandschlingen,
abzusichern. [Der Standard, 21.06.2015]
Wie beim Windsurfen gibt es
[beim Kitesurfen]
ein Trapez, in dem ein Haken hängt, der die
Halteschlaufen fixiert. Aus diesem Trapez habe ich
mich ausgehakt und halte die
Lenkstange mit einer Hand. [Die Zeit, 16.06.2009]
übertragen Auch für den Lehrer müssen
Motivationsprogramme entwickelt werden, um ihn
seinen täglich erlebten Mißerfolg in der Schule
aushaken zu lehren. [Kursbuch, 1971, Bd. 24]
Die Wohnung wird verteidigt von einer alten
Frau, von der wir erst nach und nach erfahren
haben, daß sie Jitka Kvatshkova heißt. Beim ersten
Mal wollte sie vielmals den Namen und gute Worte
hören, ehe sie die Türkette
aushakte. [Johnson, Uwe: Jahrestage. Bd. 1. Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1970, S. 302]
Der teilbare Reißverschluß läßt sich am
Ende ein‑ und aushaken und
wird daher für Mäntel und Jacken, vor allem aber
für Anoraks verwendet. [Janusch, Antonie: Unser Schneiderbuch. Leipzig: Verlag für die Frau 1979 [1965], S. 81]
2.
⟨etw. hakt (sich) aus⟩sich aus der Verhakung lösen
Beispiele:
Ich habe Mutters Auto zum Laufen gekriegt
[…] und
die Klospülung repariert, die sich wohl vor Schreck
aushakte. [bruellmaus.wordpress.com, 14.04.2015]
Kaspar hat »den Holzmann« mitgebracht, eine
Gliederpuppe mit überlangen Armen und Beinen,
schlaff in den Gelenken. Der Kopf ist
ausgehakt und hängt
vornüber auf die Brust. [Süddeutsche Zeitung, 07.06.2014]
Das Fahrzeug war 50.000 Kilometer gelaufen.
Im Extremfall könne sich die Spurstange
aushaken und sich die
Lenkung querstellen, berichtete der Kfz‑Meister. [Der Spiegel, 24.08.1999 (online)]
umgangssprachlich, übertragen Schließlich sei er bedroht und geschlagen
worden. »Da hat es
ausgehakt, und ich habe
geschossen. Ich kann mir viele Dinge nicht
erklären.« [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.04.1999]
Aus einem einsamen Haus an der Schleuse hatte jemand unaufgefordert im nächsten Dorf den Spezialisten für Schleusentechnik angerufen. Für die Diagnose braucht er kaum einen Augenblick: ein Metallarm zwischen Kurbel und Tor ist ausgehakt[…]. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.06.1998]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Etymologie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Haken · haken · aushaken · einhaken
Haken m. ‘ganz oder an der Spitze gebogenes und daher zum Festhalten, Aufhängen, Ziehen dienendes Gerät’. Ahd. hāggo, hā(c)ko (um 800), mhd. hāke(n), vereinzelt haggen ‘Haken’ zeigt nach langem Vokal Reste germ. Konsonantengemination; daneben stehen gleichbed. mnd. hāke, mnl. hāke, haec, nl. haak mit nicht geminiertem stimmlosem Guttural (germ. *hēgg-, *hēk-), ferner mit qualitativem Ablaut (germ. *hak-) asächs. hako ‘Haken’, aengl. haca ‘Riegel’, anord. Haki (Personenname, eigentlich ‘Haken’), schwed. hake ‘Haken’ (und, wohl aus dem Nord. entlehnt, engl. mundartlich hake ‘Haken’) sowie die dehnstufigen Bildungen asächs. hōk ‘Haken, Angel’, mnd. hōk, hūk ‘Winkel, Ecke, Landspitze’, mnl. hoec, houc ‘Ecke, Winkel, Haken, Gegend’, nl. hoek ‘Ecke, Winkel’, aengl. hōc ‘Haken, Winkel, Ecke’, engl. hook ‘Haken’ (germ. *hōk-; vgl. hierzu die jōn-Ableitung anord. hœkja ‘Krücke’). Die germ. Wortgruppe, zu der auch hacken, Hechel, Hecht und wohl auch 1Hacke (s. d.) gehören, verbindet sich mit russ. kógot’ (коготь) ‘Klaue, Kralle, gekrümmte Eisenspitze’, obsorb. kocht ‘Granne’ und mir. ail-cheng ‘Waffengestell’, so daß von einer Wurzel ie. *keg-, *kek- ‘Pflock zum Aufhängen, Haken, Henkel’, auch ‘spitz sein’ auszugehen ist. Im Dt. schließen sich an die Ausgangsbedeutung verschiedene spezielle Verwendungen des Substantivs an, so im Spätmhd. und Frühnhd. ‘einfacher, in seiner ältesten Form nur aus einer Astgabel bestehender Pflug ohne Räder’ (jünger dafür Hakenpflug, 18. Jh.) und im Frühnhd. ‘schwere Handfeuerwaffe mit einem Dorn zur Auflage auf ein Gestell’ (15. Jh.; daneben verdeutlichendes Hakenbüchse, 15. Jh., vgl. mnd. hākebüsse); einen Haken schlagen ‘plötzlich die Richtung ändern, einen Bogen machen’ (16. Jh., Anfang 19. Jh. besonders in der Jägersprache mit Bezug auf den fliehenden Hasen); Haken im Sinne von ‘Schlag mit angewinkeltem Arm’ findet sich im 20. Jh. als Terminus des Boxsports. Gebräuchliche Wendungen sind ferner die Sache hat einen Haken, frühnhd. es hat ein häcklin ‘eine Schwierigkeit, einen verborgenen Nachteil’ (16. Jh., vgl. spätmhd. dā sī vil līht ein hekel bī) sowie das bereits in mhd. Dichtungen paraphrasierte Sprichwort was ein Häkchen werden will, krümmt sich beizeiten ‘bestimmte Charakteranlagen oder Talente zeigen sich schon in früher Jugend’. – haken Vb. ‘mit einem Haken greifen, anhängen’ (so schon mnd. hāken, dagegen frühnhd. zunächst ‘mit einem Haken versehen, biegen, krümmen’, 15. Jh.), auch intransitiv ‘(an einem Haken) hängenbleiben, festhängen, sich verklemmen’ (18. Jh.). Geläufiger sind Präfixbildungen wie aushaken Vb. ‘etw., sich vom Haken lösen’ (um 1800; die aus der Technik übernommene Metapher es hakt aus ‘es funktioniert nicht mehr’ wird heute oft auf geistiges Versagen angewandt) und einhaken Vb. ‘mit einem Haken befestigen, verbinden’ (16. Jh., auch einhäkeln, 17. Jh.; vgl. auch sich bei jmdm. einhaken ‘seinen Arm in den eines anderen einhängen’), jetzt häufig übertragen ‘eingreifen, sich einmischen’.
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