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- gelassen – Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele
gelassen
GrammatikAdjektiv · Komparativ: gelassener · Superlativ: am gelassensten
Aussprache [gəˈlasn̩]
Worttrennung ge | las | sen
Grundformlassen
Wortbildung
mit ›gelassen‹ als Erstglied:
Gelassenheit
Mehrwortausdrücke
ein großes Wort gelassen aussprechen
Bedeutung
eWDG
eWDG
Unangenehmes und Freudiges ruhig und beherrscht aufnehmend
Beispiele:
der Zukunft, dem großen Ereignis gelassen entgegensehen
der Gefahr gelassen gegenüberstehen
eine Kränkung, einen Tadel gelassen hinnehmen, ertragen
eine gute Nachricht, das Urteil gelassen aufnehmen
gelassen bleiben, tun
gelassen fragen, antworten
mit einer gelassenen Handbewegung wies er das Ansinnen zurück
gelassenen Schrittes kam er auf uns zu
er sprach mit gelassener Stimme
mit einer gelassenen Miene hörte sie ihn an
Du sprichst ein großes Wort gelassen aus [ GoetheIphigenieI 3]
Diese Tochter einer kleinen Adeligen legte eine gelassene Vornehmheit an den Tag [ Feuchtw.Goya467]
übertragenVor allem entzückt mich die Lage ihres Städtchens, das auf beiden Seiten von gelassenen
(= sanften) Hügeln umrahmt wird [ FrischStiller101]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Etymologie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
gelassen · Gelassenheit
gelassen Part.adj. ‘äußere und innere Ruhe bewahrend, beherrscht’. Das Adjektiv mhd. gelāʒen, entwickelt aus dem Part. Prät. von ahd. lāʒan, mhd. lāʒen (s. lassen) bzw. von dem im Nhd. untergegangenen Präfixverb ahd. gilāʒan (9. Jh.), mhd. gelāʒen ‘sich benehmen, gebärden, (er-, los-, unter-, ver)lassen, sich niederlassen’, bedeutet in der Sprache der Mystiker und noch der Pietisten (18. Jh.) ‘gottergeben’, d. h. eigentlich wer die Welt und sich selbst ‘gelassen’ und sich dafür Gott überlassen hat. Das Wort verliert im Laufe der Zeit seinen religiösen Charakter und nimmt allgemein die Bedeutung ‘maßvoll in der Gemütsbewegung’ an. – Gelassenheit f. ‘ruhige Beherrschtheit’, mhd. gelāʒenheit ‘Gottergebenheit’.
Bedeutungsverwandte Ausdrücke
| Assoziationen |
|
(ganz) selbstverständlich ·
ganz natürlich ·
gelassen ·
in aller Gelassenheit ·
in aller Selbstverständlichkeit ·
locker ·
lässig ·
unaufgeregt ●
cool ugs., engl. ·
nonchalant geh., franz. ·
unangestrengt geh.
| Assoziationen |
|
Typische Verbindungen zu ›gelassen‹ (berechnet)
Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gelassen‹.
abwarten
allein
allein
angehen
aufnehmen
betont
betrachten
blicken
demonstrativ
einigermaßen
entgegenblicken
entgegenschauen
entgegensehen
erstaunlich
ertragen
gegenüberstehen
Heiterkeit
hinnehmen
kommentieren
kontern
nehmen
reagieren
relativ
sehen
umgehen
vergleichsweise
zurücklehnen
zuschauen
zusehen
äußerlich
Legende:
Adjektive
Adverbien
Substantive
Verben
Verwendungsbeispiele für ›gelassen‹
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora
Der Bauer sieht sich gelassen, scheinbar
unberührt von aller Schönheit der Welt, sein Feld an.
[Hahn, Christian Diederich: Bauernweisheit unterm Mikroskop, Oldenburg i.O.: Stalling 1943 [1939], S. 176]
Der tschetschenische Islam war immer sehr tolerant,
gelassen, sogar fröhlich.
[Die Zeit, 22.12.1999]
Könnte ein Land, das so mächtig ist wie China, auf Kritik nicht etwas
gelassener reagieren?
[Die Zeit, 21.06.1996]
Nach außen gab man sich jedoch gelassen – wie
in Bonn.
[Der Spiegel, 18.01.1988]
Insofern aber kann das Volk gegenüber dem ganzen Wirbel auch sehr
gelassen bleiben.
[o. A.: VIEL ÜBERBAU, WENIG UMBAU. In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1988]]
Fehler in Verwendungsbeispielen zu „gelassen“
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