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gefasst

Grammatikpartizipiales Adjektiv
Aussprache 
Worttrennung ge | fasst
Grundformfassen
Ungültige Schreibung gefaßt
Wortbildung  mit ›gefasst‹ als Erstglied: Gefasstheit  ·  mit ›gefasst‹ als Letztglied: bleigefasst · goldgefasst · kurzgefasst / kurz gefasst · silbergefasst

Bedeutung

eWDG
eWDG
entsprechend der Bedeutung von fassen (9)
1.
trotz großer (bevorstehender) Gefahr, seelischer Not beherrscht und gesammelt
Beispiele:
sie war gefasst und zuversichtlich
er fand sie gefasst, als er ihr die Nachricht überbrachte
er nahm gefasst, in gefasster Haltung das Urteil entgegen
er starb gefasst und stolz
er sprach mit gefasster Stimme
2.
auf etw. gefasst sein (= auf etw. vorbereitet sein, mit etw. rechnen)
Beispiele:
auf das Schlimmste gefasst sein
der Flüchtige war auf Schüsse, einen Anruf gefasst
er war nicht gleich darauf gefasst
wir sind auf alles gefasst
[…] dabei war ich ja gefaßt darauf, daß sie […] mich in Grund und Boden verflucht […] [ FrischHomo faber194]
umgangssprachlich sich auf etw. gefasst machen (= sich auf etw. seelisch einstellen, vorbereiten)
Beispiele:
machen Sie sich auf einiges gefasst!
der kann sich auf was gefasst machen, wenn er mir noch mal über den Weg läuft!
sich auf allerhand gefasst machen
Ssidor kann sich sonst auf Sibirien gefaßt machen […] [ BrechtMutter2]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
fassen · faßlich · faßbar · unfaßlich · unfaßbar · gefaßt · Fassung · fassungslos · abfassen · befassen · erfassen · einfassen · Einfassung · umfassen · umfassend
fassen Vb. ‘(mit der Hand) ergreifen, in Gewahrsam nehmen, enthalten, eine Fassung, Umrahmung geben, sich innerlich zu eigen machen, begreifen’, reflexiv ‘die Selbstbeherrschung (wieder)erlangen’, ahd. faʒʒōn ‘in ein Gefäß füllen, gießen, beladen, bepacken, mit etw. bekleiden’ (9./10. Jh.), mhd. vaʒʒen ‘ergreifen, zusammenpacken, aufladen, überziehen mit etw., rüsten, kleiden, schmücken’, mnd. mnl. vāten, vatten, nl. vatten, anord. fata ‘lose zusamenfügen’ ist wohl zu einem in ahd. faʒʒa ‘Bündel, Bürde, Gepäck, Last’ (um 800), anord. fata ‘Kanne, Bütte’ belegten Substantiv gebildet und gehört daher etymologisch zu Faß (s. d.); vgl. Wissmann Nomina postverbalia 1 (1932) 12. Ausgangsbedeutung ist ‘(in ein Gefäß) füllen, umhüllen, bekleiden’, die in den heute vielfältigen Verwendungsweisen sowie in den meisten Ableitungen und Komposita noch erkennbar ist. – faßlich Adj. (17. Jh.), faßbar Adj. (19. Jh.) ‘gut verständlich, einprägsam, konkret’; unfaßlich Adj. (16. Jh.), unfaßbar Adj. (17. Jh.) ‘das geistige Fassungsvermögen übersteigend, absurd’; gefaßt Part.adj. ‘innerlich gerüstet, beherrscht, gelassen’ (16. Jh.). Fassung f. ‘Umrahmung, Vorlage, Version, Selbstbeherrschung’, ahd. faʒʒunga ‘Last, Ladung’ (Hs. 12. Jh.), mhd. vaʒʒunge ‘Faß, Bekleidung, Schmuck’; fassungslos Adj. ‘bestürzt, außer sich’ (19. Jh.). abfassen Vb. ‘in Schriftform bringen, konzipieren’ (17. Jh.), ‘abfangen, festnehmen’ (19. Jh.). befassen Vb., mhd. bevaʒʒen ‘besetzen, befestigen’, später (bis zum 17. Jh.) ‘mit den Händen begreifen, umfassen, einschließen, erfassen’, heute meist reflexiv sich mit etw. befassen ‘beschäftigen’ (18. Jh.). erfassen Vb. ‘ergreifen, begreifen, registrieren’ (17. Jh.). einfassen Vb. ‘umgeben, umschließen, einfüllen’, mhd. īnvaʒʒen; Einfassung f. ‘Einrahmung’ (16. Jh.). umfassen Vb. ‘(mit den Armen) umfangen, einschließen’ (15. Jh.); umfassend Adj. ‘weitreichend, universal’ (18. Jh.). Ferner s. verfassen.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

gefasst · gleichmütig · kaltblütig · kühl · nervenstark · nicht aus der Ruhe zu bringen · ruhig · seelenruhig · stoisch · unaufgeregt · unerschütterlich · ungerührt  ●  ohne mit der Wimper zu zucken ugs., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›gefasst‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›gefasst‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben
Zitationshilfe
„gefasst“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/gefasst>.

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