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- missbilligen – Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele
missbilligen
GrammatikVerb · missbilligt, missbilligte, hat missbilligt
Aussprache
Worttrennung miss | bil | li | gen
Ungültige Schreibung mißbilligen
Wortbildung
mit ›missbilligen‹ als Erstglied:
Missbilligung
Bedeutungsübersicht
- etw. nicht billigen, etw. tadeln
- a) ⟨jmdn. missbilligen⟩ jmdn. ablehnen
- b) oft im Partizip I
Bedeutung
eWDG
eWDG
etw. nicht billigen, etw. tadeln
Beispiele:
jmds. Benehmen, Entscheidung, Vorhaben, Heirat missbilligen
das Vorgehen des Leiters wurde von den Mitarbeitern missbilligt
a)
⟨jmdn. missbilligen⟩jmdn. ablehnen
Beispiel:
Aber Elpenor liebte Circe nicht. Im Gegenteil, er mißbilligte sie von Grund auf [ Neue Rundschau1956]
b)
Grammatik: oft im Partizip I
Beispiele:
missbilligende Blicke
seine Augen blickten missbilligend
missbilligend den Kopf schütteln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Etymologie
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
miß- · mißachten · mißbehagen · Mißbehagen · mißbilligen · Mißerfolg · Mißernte · Mißgeburt · mißhellig · Mißhelligkeit · mißliebig · mißmutig · Mißmut · Mißstand · Mißstimmung · Missetat · Mißtrauen · mißtrauen · mißtrauisch
miß- vornehmlich bis ins 18. Jh. (heute nur noch gelegentlich) produktives Präfix zur Bezeichnung des Verschiedenartigen, Abweichenden, Unrichtigen, Mangelnden und (pejorativ) Üblen, Schlechten in adjektivischen, substantivischen und verbalen Bildungen. Ahd. missa-, missi-, mis- ‘verschieden, nicht übereinstimmend, ausgewechselt, verkehrt, falsch, schlecht, übel, mangelnd, fehlend’, mhd. mnd. misse-, mis-, nhd. miß- (die alte, volle Form nur in Missetat, s. unten), asächs. mis(si)-, mnl. nl. aengl. engl. anord. aschwed. mis-, schwed. miss-, got. missa- entwickeln sich wie die unter missen (s. d.) genannten Adjektiv- und Adverbialformen aus einer mit to-Suffix gebildeten Partizipialform ie. *mitsto-, die (ablautend) zu ie. *meit(h)-, einer Dentalerweiterung der Wurzel ie. *mei- ‘wechseln, tauschen’ (dann auch ‘vertauschen, täuschen’), steht. Zur Verwandtschaft s. gemein, Meineid, meiden, missen. – mißachten Vb. ‘nicht (be)achten’, mhd. misseahten. mißbehagen Vb. ‘nicht behagen, nicht gefallen’ (15. Jh.), vgl. mhd. missehagen; substantiviert Mißbehagen n. (17. Jh.). mißbilligen Vb. ‘tadeln, ablehnen’ (17. Jh.). Mißerfolg m. ‘Fehlschlag’ (19. Jh.). Mißernte f. ‘schlechte Ernte’ (19. Jh.). Mißgeburt f. ‘mißgebildetes Neugeborenes’ (16. Jh.). Mißgunst f., s. Gunst. mißhellig Adj. ‘voneinander abweichend, uneins’, mhd. missehellec; vgl. ahd. missihel, missahel ‘uneinig’ (um 1000), mhd. missehel (zu ahd. missihellan ‘im Mißklang stehen, nicht zusammenstimmen’, 9. Jh., vgl. ahd. hellan ‘ertönen’, s. Hall); s. auch einhellig; Mißhelligkeit f. ‘Unstimmigkeit’ (15. Jh.). mißliebig Adj. ‘unbeliebt’ (19. Jh.), älter mißbeliebig (18. Jh.). mißmutig Adj. ‘verdrießlich’ (17. Jh.), älter mißmütig (16. Jh.); vgl. ahd. missimuoti ‘kleinlich’ (11. Jh.), mhd. missemüete ‘uneinig, übel gesinnt’; Mißmut m. ‘Unmut, Ärger’ (17. Jh.); im Anschluß an das Adjektiv neu gebildet nach voraufgegangenem ahd. missimuotī ‘Verstimmung, Feindseligkeit’ (um 900), missimuot ‘Kleinmut’ (10. Jh.). Mißstand m. ‘schlechter, ärgerlicher Zustand, Übelstand’ (16. Jh.). Mißstimmung f. ‘gereizte Stimmung, schlechte Laune’ (18. Jh.). Missetat f. ‘Verbrechen, Sünde’, ahd. missatāt, missitāt, mistāt (8. Jh.), mhd. missetāt, got. missadēþs ‘Sünde’. Mißtrauen n. ‘Zweifel an der Vertrauenswürdigkeit (einer Person), an der Richtigkeit (einer Sache)’, spätmhd. missetrūwen, substantivierter Infinitiv von mißtrauen Vb. ‘nicht trauen, Argwohn hegen’, ahd. missatrūēn (9. Jh.), mhd. missetrūwen, -triuwen; mißtrauisch Adj. ‘nicht vertrauend, argwöhnisch’, mhd. missetrūwic.
Bedeutungsverwandte Ausdrücke
(einer Sache) ablehnend gegenüberstehen ·
(sich) ablehnend äußern ·
(sich) stören an ·
Stellung beziehen gegen ·
ablehnen ·
dagegen sein ·
gegen etwas sein ·
missbilligen ·
nein sagen zu ·
nicht für richtig halten ·
sich stellen (gegen) ·
verurteilen ●
(sich) wenig aufgeschlossen zeigen (für) verhüllend ·
wenig Verständnis haben (für) variabel ·
Anstoß nehmen (an) ugs.
| Assoziationen |
|
(die) Nase rümpfen (über) ·
missbilligen ●
(sich) wenig begeistert zeigen verhüllend ·
(sein) Missfallen bekunden geh. ·
(sein) Missfallen äußern geh. ·
indignieren geh.
| Assoziationen |
|
Typische Verbindungen zu ›missbilligen‹ (berechnet)
Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›missbilligen‹.
Alleingang
Amtsführung
Auftreten
ausdruecklich
ausdrücklich
bedauern
einhellig
entschieden
Fehlverhalten
Gebaren
Landesvorstand
Lebensstil
nachdrücklich
Presserat
Putsch
Rücktrittsforderung
schärfste
Schärfste
Staatsregierung
Stadtverordnetenversammlung
Tun
unmissverständlich
Verhalten
Vorgehen
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