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stimmen

GrammatikVerb · stimmt, stimmte, hat gestimmt
Aussprache 
Worttrennung stim | men

Bedeutungsübersicht

  1. 1. ⟨etw. stimmt⟩ etw. ist richtig, wahr, zutreffend, in Ordnung
  2. 2. ⟨etw. stimmt auf jmdn., etw., zu jmdm., etw.⟩ etw. passt auf jmdn., etw., etw. harmoniert mit jmdm., etw., etw. stimmt mit jmdm., etw. überein
  3. 3. ⟨etw. stimmt jmdn. heiter⟩ etw. versetzt jmdn. in eine heitere Stimmung
  4. 4. ⟨für jmdn., etw. stimmen⟩ jmdn., etw. in einer Abstimmung wählen
  5. 5. ⟨ein Instrument stimmen⟩ ein Musikinstrument auf die Höhe des Stimmtones bringen

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
etw. stimmtetw. ist richtig, wahr, zutreffend, in Ordnung
Beispiele:
es stimmt (nicht), was du da sagst
stimmt es, dass ihr uns bald verlasst?
seine Behauptungen, Aussagen haben nicht gestimmt
seine Telefonnummer stimmt nicht mehr
die Rechnung hat gestimmt
umgangssprachlichda stimmt (doch) etw. nicht!
umgangssprachlichdas kann doch wohl nicht stimmen, wird schon stimmen
umgangssprachlichetw. stimmt in dieser Ehe, zwischen ihnen nicht
umgangssprachlichmit ihm stimmt etw. nicht
saloppdie Sache stimmt hinten und vorn (= ganz und gar) nicht
saloppbei dir stimmt es wohl nicht (= du bist wohl nicht bei Verstand)?
salopp, scherzhaftHauptsache, die Kohlen (= das Geld, der Verdienst) stimmen
salopp, scherzhaft stimmt’s, oder hab’ ich recht?
2.
etw. stimmt auf jmdn., etw., zu jmdm., etw.etw. passt auf jmdn., etw., etw. harmoniert mit jmdm., etw., etw. stimmt mit jmdm., etw. überein
Beispiele:
die Beschreibung könnte auf den Gesuchten stimmen
die Tönung der Decke stimmt gut, gar nicht zur Farbe der Tapete
seine Aussagen stimmen zu denen der übrigen Zeugen
3.
etw. stimmt jmdn. heiteretw. versetzt jmdn. in eine heitere Stimmung
Beispiele:
diese Nachricht stimmte mich froh, heiter, hoffnungsvoll, traurig
er ist heute friedlich gestimmt
die günstige Wendung hat ihn übermütig, leichtsinnig gestimmt
sein Vater war durchaus versöhnlich, zur Versöhnung gestimmt
seine Worte haben mich nachdenklich, zuversichtlich gestimmt
festlich gestimmte Menschen spazierten durch die Straßen
4.
für jmdn., etw. stimmenjmdn., etw. in einer Abstimmung wählen
Beispiele:
für den Kandidaten, Antrag stimmen
wer dafür stimmt, hebe die Hand hoch!
für Freispruch stimmen
alle demokratischen Parteien und Organisationen hatten die Bevölkerung aufgerufen, mit Ja zu stimmen
gegen jmdn., etw. stimmen (= jmdn., etw. in einer Abstimmung ablehnen)
5.
ein Instrument stimmenein Musikinstrument auf die Höhe des Stimmtones bringen
Beispiele:
das Klavier, die Geige, Gitarre stimmen
eine Klarinette stimmen
das Instrument ist zu hoch, tief gestimmt
übertragendas Verhältnis zwischen ihnen war auf einen kameradschaftlichen Ton gestimmt

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Stimme · Stimmrecht · Stimmvieh · Stimmenmehrheit · stimmen · anstimmen · abstimmen · beistimmen · umstimmen · zustimmen · übereinstimmen · Stimmung · stimmungsvoll · stimmig · einstimmig · mehrstimmig
Stimme f. ‘mit Hilfe der Stimmbänder erzeugte Laute, Fähigkeit zur Erzeugung solcher Laute, Meinung, Urteil’, ahd. stimna, stimma (8. Jh.), stemna, stemma (9. Jh.), mhd. stimme, asächs. stemna, mnd. stemne, stem(me), stimme, mnl. stemme, stēvene, nl. stem, aengl. stefn, stemn, engl. (mundartlich) steven, afries. stifne, stemme, got. stibna, mit sekundärem Labial mnd. stempne, frühnhd. stimb, aus germ. *stemnō (mit aus ƀn entstandenem mn), ohne gesicherte außergerm. Entsprechungen. Verwandtschaft mit griech. stóma (στόμα) ‘Mund, Maul, Mündung, Front, Spitze, Schneide’ (ie. *stomen- ‘Mund, Spalte’, zu einer Wurzel ie. *(s)tem- ‘schneiden’) ist möglich; vgl. Wennerberg in: Die Sprache 18 (1972) 24 ff. Stimme in der Sprache der Musik im Sinne von ‘Singstimme, Singbegabung’ ist bereits ahd., dazu vgl. Fügungen wie hohe, tiefe Stimme (vor allem seit dem 18. Jh. geläufig); auch ‘Teil einer mehrstimmigen (Vokal)komposition’ (16. Jh.). Stimme für ‘Entscheidung für jmdn., etw., Votum’ bei einer Abstimmung, Beratung ist seit dem 14. Jh. bezeugt, vgl. Sitz und Stimme (‘das Recht, ein Votum in einem bestimmten Kreis abgeben zu können’) haben (18. Jh.), Stimmen haben ‘das Votum anderer zugunsten der eigenen Wahl haben’ (16. Jh.), eine Stimme (‘das Recht zu urteilen’) haben (18. Jh.), jmdm. die, seine Stimme geben ‘sich für ihn entscheiden’ (16. Jh.). – Stimmrecht n. ‘Recht, an Abstimmungen und Wahlen teilzunehmen’ (18. Jh.). Stimmvieh n. ‘politisch unentschiedene, unkritische und abhängige Wähler, die bei Wahlen zu erwünschten Entscheidungen veranlaßt werden können’ (2. Hälfte 19. Jh.), nach amerik.-engl. voting cattle, zuerst auf amerikanische Verhältnisse bezogen. Stimmenmehrheit f. (18. Jh.). Vom Substantiv abgeleitet stimmen Vb. ‘zusammenpassen, richtig sein, übereinstimmen’, mhd. stimmen ‘eine Stimme hören lassen, rufen, mit einer Stimme versehen, erfüllen, anstimmen, nennen, festsetzen, abschätzen’ und ahd. gistimnen ‘zusammen-, anstimmen’ (8. Jh.); in der Musik ‘die Höhe der einzelnen Töne kontrollieren’ (16. Jh.), ‘seine Stimme, sein Votum für jmdn., etw. abgeben’ (17. Jh.), ‘jmdn. in eine bestimmte Gemütslage versetzen’ (18. Jh.), anstimmen Vb. ‘zu singen beginnen, einen Termin festsetzen’ (16. Jh.). abstimmen Vb. ‘in Einklang bringen, harmonisch, passend machen’ (17. Jh.), ‘die Stimme, das Votum abgeben’ (18. Jh.), älter ‘Münzen abwerten’ (schweiz., 15. Jh.), ‘nicht übereinstimmen mit etw. oder jmdm.’ (16. Jh.), ‘überstimmen’ (18. Jh.). beistimmen Vb. ‘recht geben, beipflichten’ (17. Jh.). umstimmen Vb. ‘anders stimmen, die Meinung ändern’ (17. Jh.). zustimmen Vb. ‘übereinstimmen, beipflichten’ (16. Jh.). übereinstimmen Vb. ‘den gleichen Klang haben, zusammenpassen, einer Meinung sein’ (16. Jh.). Stimmung f. ‘Gemütslage, -zustand, innere Disposition’ (18. Jh.), ‘Kolorit, Milieu’, besonders auf Ausstrahlung von Kunstwerken, Landschaften u. dgl. bezogen (19. Jh.); dazu stimmungsvoll Adj. (19. Jh.). stimmig Adj. ‘übereinstimmend, zusammenpassend, richtig’ (18. Jh.), zuerst ‘was Stimme hat, zur Stimme gehört’ (17. Jh.). einstimmig Adj. musikalisch ‘aus nur einer Stimme bestehend’ (17. Jh.), ‘ohne Gegenstimme’ (18. Jh.); vgl. ahd. einstimmi ‘einmütig’ (9. Jh.). mehrstimmig Adj. ‘aus mehreren Stimmen bestehend’ (beim Gesang, 19. Jh.).

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

abstimmen · stimmen · votieren · wählen  ●  voten ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

dem ist so · den Tatsachen entsprechen · der Fall sein · gegeben sein · korrekt sein · richtig sein · seine Richtigkeit haben · so sein · stimmen · wahr sein · zutreffen · zutreffend sein  ●  dran sein (an) ugs. · hinkommen ugs., salopp
Assoziationen

(einer Sache) die Zustimmung verweigern · (etwas) ablehnen · (sich) entscheiden (gegen) · mit Nein stimmen · seine Stimme abgeben (gegen) · stimmen (gegen) · votieren (gegen)  ●  dagegen sein ugs. · gegen etwas sein ugs.
Assoziationen
Antonyme
  • stimmen (gegen)

(einer Sache) zustimmen · (sich) entscheiden (für) · mit Ja stimmen · seine Stimme abgeben (für) · stimmen (für)  ●  dafür sein ugs. · für etwas sein ugs. · votieren (für) geh.
Assoziationen
Antonyme
  • stimmen (gegen)

Typische Verbindungen zu ›stimmen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stimmen‹.

Legende: Adjektive Adverbien Substantive

Verwendungsbeispiele für ›stimmen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Jahr später, in Wien, war sie wesentlich milder gestimmt. [Brandt, Willy: Erinnerungen, Berlin: Ullstein 1997 [1989], S. 390]
Oft stimmt es nicht, daß sie erst Zeit brauchen, um selbst damit fertig zu werden. [Wilberg, Gerlinde M.: Zeit für uns, München: Frauenbuchverl. 1979, S. 133]
Es ist also möglicherweise verpflichtet, gegen seine bessere Überzeugung zu stimmen. [Eschenburg, Theodor: Staat und Gesellschaft in Deutschland, Stuttgart: Schwab 1957 [1956], S. 986]
Stimmt dieses Bild? Stimmt es in dieser täglich vorwärtstreibenden Lage? [Wolf, Christa: Rede auf dem Alexanderplatz am 04.11.1989. In: Barthel, Henner (Hg.) Politische Reden in der DDR, St. Ingbert: Röhrig 1998 [1989], S. 179]
Bedenken, die man gegen dieses Verfahren vorbringen kann, stimmen die Ergebnisse. [Heckmann, Harald u. Böker-Heil, Norbert: Elektronische Datenverarbeitung. In: Blume, Friedrich (Hg.), Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia 2001 [1979]]
Zitationshilfe
„stimmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stimmen>.

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