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negrid
Bedeutungsübersicht
- 1. [Anthropologie, veraltet] die dunkelhäutigen Bewohner Afrikas südlich der Sahara (im weiteren Sinne auch Süd- und Südostasiens, Australiens und Melanesiens) umfassend, zu diesen gehörend oder deren typische äußerliche Merkmale aufweisend
- 2. [metonymisch, veraltet] zur Kultur der dunkelhäutigen Bewohner Afrikas südlich der Sahara oder von diesen abstammender Ethnien gehörend, für diese Kultur typisch
Bedeutungen
DWDS
DWDS
1.
Anthropologie, veraltet die dunkelhäutigen Bewohner Afrikas südlich der Sahara (im weiteren Sinne auch Süd- und Südostasiens, Australiens und Melanesiens) umfassend, zu diesen gehörend oder deren typische äußerliche Merkmale aufweisend
Synonym zu negroid
Die Bezeichnung negrid gehört (wie auch das Synonym negroid) in den Zusammenhang von Klassifizierungen heute als widerlegt bzw. diskriminierend geltender Rassentheorien, nach denen die Menschheit in die drei Großrassen der Europiden, Mongoliden und Negriden (bzw. Negroiden) unterschieden wurde.
Beispiele:
Im Südsudan, dessen Nilotenvölker und andere kleinere
negride Ethnien vielleicht 40 Prozent der
Landesbevölkerung ausmachen, herrschte während 26 von 37 Jahren
Unabhängigkeit Krieg. [Neue Zürcher Zeitung, 12.02.1994]
Schon gar nicht existiert so etwas wie eine
negride Großrasse in Afrika, denn gerade die
Afrikaner unterscheiden sich genetisch – auch wenn sie äußerlich oder
kulturell ähnlich wirken mögen, oft stärker untereinander als von irgendwem
sonst. [Tapfer im Nirgendwo, 06.08.2014, aufgerufen 28.04.2016]
Daß die Haratin [die Nachkommen schwarzer Sklaven in den Oasen der Sahara] weder Berber noch Araber sind,
macht schon ihre Physiognomie deutlich. Die negriden
Züge west‑ und zentralafrikanischer Ethnien sind unübersehbar. Breite Nasen,
wulstige Lippen und tiefschwarze Gesichter. [Die Zeit, 02.05.1986]
Am Ende der letzten Eiszeit, vor etwa 20 Jahrtausenden, wanderten
negride Völker in den Meeresraum ein, besiedelten
den melanesischen Inselbogen zwischen Neuguinea und Neukaledonien und
drangen bis nach Fidschi vor. [Der Spiegel, 28.10.1985]
Die ersten Anzeichen für die Ausbildung
negrider Merkmale finden sich an einem Skelett,
das bei Asse lar am nördlichen Nigerknie geborgen wurde. [Heberer, Gerhard: Die Herkunft der Menschheit. In: Mann, Golo [u. a.] (Hg.): Propyläen Weltgeschichte. Berlin: Directmedia 2000 [1961]]
2.
metonymisch, veraltet zur Kultur der dunkelhäutigen Bewohner Afrikas südlich der Sahara oder von diesen abstammender Ethnien gehörend, für diese Kultur typisch
Dieser Wortgebrauch wird wegen seiner Verbindung zur Lesart 1 und zu widerlegten bzw. diskriminierenden Rassentheorien heute weitgehend vermieden.
Beispiele:
Handel und Verkehr begünstigten den Austausch von Ideen, und ein
unerhörtes Aufblühen der Künste […]
und des Handwerks im negriden Raum war die Folge
dieser ostwestlichen und nord‑südlichen Kulturbeziehungen. [Hirschberg, W.: Neger. In: Die [o. A.]: Religion in Geschichte und Gegenwart. Berlin: Directmedia 2000 [1960]]
abwertendAuch von der Hoffnung, die Chronik könnte eine Brücke schlagen
zwischen den Generationen, war die Rede gewesen. Freilich behandelt Autor
[…] die Jugend mit ihrer Vorliebe für
»negride Musik und ekstatische Körperzuckungen«
nicht eben verständnisvoll. [Die Zeit, 17.07.1992]
Ein Beispiel für »aufgestiegenes« Kulturgut könnte die Jazzmusik
unserer Tage abgeben, zumal wenn sie schließlich nur noch in den
europäischen und europäisch‑amerikanischen Barlokalen der »oberen
Zehntausend«, aber nicht mehr in negriden
»Primitivgemeinschaften« zu finden sein sollte. [Scheidt, Walter: Kulturbiologie. Jena: Fischer 1930, S. 68]
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