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Für Ihre Abfrage nach ringen gibt es mehrere Wörterbuchartikel.
  • 1ringen, Verb
    1. 1. [Sport] unter der Leitung eines Kampfleiters einen genau nach Regeln festgelegten Zweikampf ohne Waffen austragen, bei dem versucht wird, den Gegner mit bestimmten Griffen zu Boden und auf beide Schultern zu zwingen oder nach Punkten zu schlagen
    2. 2. handgreiflich mit einem persönlichen Gegner kämpfen
      1. a) [gehoben, übertragen] ...
      2. b) jmdm. etw. gewaltsam aus den Händen winden
    3. 3. [übertragen] mit aller Kraft, mit Zähigkeit versuchen, einer Sache Herr zu werden, etw. zu bewältigen
      1. a) in Verbindung mit »mit«
      2. b) in Verbindung mit »nach«
      3. c) in Verbindung mit »um«
      4. d) in Verbindung mit »zwischen«
      5. e) [gehoben] ⟨etw. ringt sich aus, von etw.⟩
    4. 4. ⟨die Hände ringen⟩

  • 2ringen, Verb
    1. [landschaftlich, besonders ostmitteldeutsch] etw. auswringen, auswinden

ringen

GrammatikVerb · ringt, rang, hat gerungen
Aussprache  [ˈʀɪŋən]
Worttrennung rin | gen
Wortbildung  mit ›ringen‹ als Erstglied: Ringer · Ringerei · Ringkampf · Ringkämpfer
 ·  mit ›ringen‹ als Letztglied: abringen · 1ausringen · durchringen · einringen · emporringen · entringen · erringen · losringen · niederringen
 ·  mit ›ringen‹ als Binnenglied: händeringend  ·  mit ›ringen‹ als Grundform: Ringen
Mehrwortausdrücke  um Fassung ringen

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
Sport unter der Leitung eines Kampfleiters einen genau nach Regeln festgelegten Zweikampf ohne Waffen austragen, bei dem versucht wird, den Gegner mit bestimmten Griffen zu Boden und auf beide Schultern zu zwingen oder nach Punkten zu schlagen
Beispiele:
erst in der fünften Runde konnte er den Gegner zu Boden ringen
gerungen wird auf einer Matte
schmerzhafte Griffe sind beim Ringen verboten
beim klassischen oder griechisch-römischen Ringen sind nur die Griffe vom Scheitel bis zum Gürtel erlaubt
2.
handgreiflich mit einem persönlichen Gegner kämpfen
Beispiele:
die beiden Rivalen rangen erbittert miteinander
endlich hatte er ihn zu Boden gerungen
es war ein faires, hartes, verbissenes, brutales Ringen
a)
gehoben, übertragen
Beispiele:
mit jmdm. um die Palme (des Sieges) ringen (= mit jmdm. um den Sieg kämpfen)
In ihm rangen zwei Gewalten miteinander […] [ MoloEin Deutscher263]
b)
jmdm. etw. gewaltsam aus den Händen winden
Beispiel:
er rang ihm den Revolver aus der Hand
3.
übertragen mit aller Kraft, mit Zähigkeit versuchen, einer Sache Herr zu werden, etw. zu bewältigen
Beispiele:
sein inneres, geistiges, künstlerisches Ringen nötigt jedem Hochachtung ab
sein ehrliches, zähes, ernstes, bitteres Ringen hat endlich zum Ziel geführt
ein leidgeprüfter und schwer ringender Mensch
a)
Grammatik: in Verbindung mit »mit«
Beispiele:
der Schiffbrüchige ringt verzweifelt mit den Wellen
der Forscher ringt mit einem Problem
sie haderte und rang mit ihrem Schicksal
ich habe lange, schwer mit mir gerungen, ehe ich den Entschluss fasste
b)
Grammatik: in Verbindung mit »nach«
Beispiele:
sie wurde totenblass und musste nach Fassung ringen
nach Worten ringen
er ringt (schwer) nach Atem, Luft
c)
Grammatik: in Verbindung mit »um«
Beispiele:
er ringt um Anerkennung, Erfolg, Zustimmung, jmds. Gunst
der Arzt ringt um das Leben des Patienten
der Dichter ringt unablässig um die höchste Vollkommenheit des sprachlichen Ausdrucks
das Ringen der Kolonialvölker um Freiheit und Unabhängigkeit
[…] wie […] um junge Menschen, die gestrauchelt sind, gerungen wird […] [ Neue Justiz1968]
d)
Grammatik: in Verbindung mit »zwischen«
Beispiel:
das ständige Ringen zwischen dem Überlebten und dem Vorwärtsweisenden
e)
gehoben etw. ringt sich aus, von etw. (= etw. bricht nach innerem Kampf aus jmdm. hervor, etw. entringt sich jmdm.)
Beispiele:
ein Seufzer ringt sich aus ihrer Brust
die Worte der Entschuldigung, Verzeihung rangen sich schwer von ihren Lippen
4.
die Hände ringen (= in der Verzweiflung die zusammengepressten Hände drehend bewegen)
Beispiele:
sie ringt verzweifelt, jammernd, weinend die Hände
sie bat mit gerungenen Händen um Gnade, Hilfe, Verzeihung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
2ringen · erringen · Errungenschaft · abringen · niederringen · Ringer · Ringkampf
2ringen Vb. ‘mit drehenden, kreisenden Bewegungen, mit Griffen und Schwüngen paarweise kämpfen, sich mühen, sich anstrengen’. Das starke Verb ahd. (h)ringan ‘kämpfen, sich abmühen’ (8. Jh.), mhd. ringen, mnd. mnl. nl. (älter) ringen ‘kämpfen’ (westgerm. *hrengan) stellt sich im Sinne von ‘sich im Kreis bewegen, sich hin und her bewegen, sich mühen, kämpfen’ zu der unter Ring (s. d.) angegebenen nasalierten Erweiterung ie. *(s)krengh- der Wurzel ie. *(s)ker- ‘drehen, biegen, kreisend bewegen’. Vgl. Pfeifer in: PBB (H) 79 (1957) Sonderbd., 94 ff. und Mitzka in: Zs. f. Mundartforsch. 34 (1967) 137 ff. Die vornehmlich in md. Mundarten neben intransitivem ‘kämpfen’ begegnende transitive Bedeutung ‘drückend winden, drehend zusammenpressen, Wasser aus der Wäsche wringen’ stammt dagegen unter Verlust des anlautenden w- aus nordd. wringen (s. d.). – erringen Vb. ‘durch Mühe, Anstrengung erlangen, gewinnen, erkämpfen’, ahd. ir(h)ringan (9. Jh.), mhd. erringen; Errungenschaft f. ‘durch Anstrengung Erreichtes, Erworbenes, wohltätige Neuerung’ (16. Jh.), anfangs ‘das von den Ehegatten während der Ehe erworbene Vermögen’ (entsprechend mlat. acquestus); in Verbindung mit der Märzrevolution 1848 in Berlin entwickelt sich die Bedeutung ‘sozialer Fortschritt’. abringen Vb. ‘etw. von jmdm. gegen seinen anfänglichen Widerstand erhalten’ (Mitte 16. Jh.). niederringen Vb. ‘zu Boden zwingen, überwinden, besiegen’ (1. Hälfte 19. Jh.). Ringer m. ‘Ringkämpfer, Wettkämpfer beim Ringen’, ahd. (h)ringāri (9. Jh.), mhd. ringer. Ringkampf m. (19. Jh.).

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Typische Verbindungen zu ›ringen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ringen‹.

Legende: Adjektive Adverbien Substantive

Verwendungsbeispiele für ›ringen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kommt zu mir gelaufen und ringt die Hände: Hilf mir! [Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 224]
Zitternd rang die Nacht um das vergessene Wort, um ihren besonderen Auftrag. [Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 129]
Elemente miteinander rangen, in der Architektur teils noch historistisch, teils schon vom modernen Bauen angeregt. [o. A.: Lexikon der Kunst – N. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia 2001 [1993]]
Innerlich rang sie immer öfter mit der Frage: Soll ich mich offenbaren, oder geht alles gut? [Die Zeit, 04.11.1999]
John Major hatte noch verzweifelt darum gerungen, die europäische Option offenzuhalten. [Die Zeit, 22.10.1998]
Zitationshilfe
„ringen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ringen#1>.

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ringen

GrammatikVerb · ringt, rang, hat gerungen
Aussprache  [ˈʀɪŋən]
Worttrennung rin | gen
Wortbildung  mit ›ringen‹ als Erstglied: Ringmaschine  ·  mit ›ringen‹ als Letztglied: 2ausringen
Mehrwortausdrücke  die Hände ringen

Bedeutung

eWDG
eWDG
landschaftlich, besonders ostmitteldeutsch etw. auswringen, auswinden
Beispiel:
sie ringt Wäsche

Typische Verbindungen zu ›ringen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ringen‹.

Legende: Adjektive Adverbien Substantive

Verwendungsbeispiele für ›ringen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Kommt zu mir gelaufen und ringt die Hände: Hilf mir! [Apitz, Bruno: Nackt unter Wölfen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1958], S. 224]
Zitternd rang die Nacht um das vergessene Wort, um ihren besonderen Auftrag. [Aichinger, Ilse: Die größere Hoffnung, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1966 [1948], S. 129]
Elemente miteinander rangen, in der Architektur teils noch historistisch, teils schon vom modernen Bauen angeregt. [o. A.: Lexikon der Kunst – N. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia 2001 [1993]]
Innerlich rang sie immer öfter mit der Frage: Soll ich mich offenbaren, oder geht alles gut? [Die Zeit, 04.11.1999]
John Major hatte noch verzweifelt darum gerungen, die europäische Option offenzuhalten. [Die Zeit, 22.10.1998]
Zitationshilfe
„ringen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/ringen#2>.

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