VOOZH about

URL: https://www.dwds.de/wb/saufen

⇱ saufen – Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele | DWDS


  1. Startseite
  2. Wörterbuch
  3. saufen – Schreibung, Definition, Bedeutung, Etymologie, Synonyme, Beispiele

saufen

GrammatikVerb · säuft, soff, hat gesoffen
Aussprache 
Worttrennung sau | fen
formal verwandt mitGesöff
Wortbildung  mit ›saufen‹ als Erstglied: Saufabend · Saufaus · Saufbold · Saufbruder · Säufer · Sauferei · Saufexzess · Saufgelage · Saufkopf · Saufkumpan · Saufkumpanin · Sauflust · Sauforgie · Saufsack · Sauftour · Sauftourismus · Saufwagen
 ·  mit ›saufen‹ als Letztglied: absaufen · ansaufen · aussaufen · besaufen · durchsaufen · ersaufen · Gesaufe · herumsaufen · totsaufen · versaufen · vollsaufen · wegsaufen · weitersaufen · zusaufen
 ·  mit ›saufen‹ als Grundform: Saufen

Bedeutung

eWDG
eWDG
Flüssigkeit zu sich nehmen, sich Flüssigkeit zuführen
a)
vom Tier
Beispiele:
das Vieh säuft (Wasser)
Katzen, Kälber, Fohlen saufen Milch
er gab dem Pferd (einen Eimer Wasser) zu saufen
b)
vom Menschen
α)
vulgär trinken
Beispiele:
sauf endlich deine Medizin!
er säuft nur Milch
sie haben seit Tagen nichts als Wasser gesoffen
er soff viele Kognak, Glas Bier, viel Rotwein
Wein, Bier, Schnaps saufen
der hat wohl Schnaps gesoffen (= ist wohl betrunken)!
salopp, derb, abwertenddu musst ja Tinte gesoffen haben (= du musst verrückt sein, wenn du das getan hast)!
β)
vulgär unmäßig, gierig, in einem Zuge trinken
Beispiele:
er soff literweise Wasser
er hatte solch einen Durst, dass er beinahe die Wasserleitung leer gesoffen hätte
γ)
salopp, derb, abwertend in großen Mengen Alkohol zu sich nehmen, trinken
Beispiele:
er hat (die ganze Nacht) gesoffen
er hatte Kopfschmerzen, weil er den Abend vorher gesoffen hatte
sie soffen, bis sie umfielen
er säuft mit jedem, wie ein Bürstenbinder, Loch
er wird sich noch arm, dumm, krank, zu Tode, um den Verstand saufen
er säuft alle unter den Tisch (= er verträgt mehr Alkohol als die anderen)
gewohnheitsmäßig Alkohol trinken
Beispiele:
er säuft
er ist ganz tüchtig, solange er nicht säuft
er kann das Saufen nicht lassen, will sich das Saufen abgewöhnen
er fing vor Kummer, aus Verzweiflung an zu saufen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
saufen · supfen · süpfeln · Säufer · Sauferei · Saufaus · besaufen · besoffen · versaufen · versoffen · ersaufen · ersäufen · Suff · süffig · süffeln
saufen Vb. ‘trinken’ (vom Vieh), ‘unmäßig trinken, Alkohol zu sich nehmen’ (derb), ahd. sūfan (9. Jh.), mhd. sūfen ‘schlürfen, trinken’, mnd. mnl. sūpen, nl. zuipen, aengl. sūpan, engl. to sup, anord. sūpa, schwed. supa (germ. *sūpan). Herkunft ungesichert. Das Verb kann mit den unter Suppe und seufzen (s. d.) genannten Formen sowie mit aind. sū́paḥ ‘Brühe, Suppe’ und aslaw. sъsati, russ. sosát’ (сосать) ‘saugen’ an eine mit Labial erweiterte (ie. *seub-, *sūb- bzw. *seup-, *sūp-) lautmalende Wurzel ie. *seu-, *seu̯ə-, *sū- ‘tropfen lassen, schlürfen, saugen’ angeschlossen werden (wozu auch mit Guttural erweitertes saugen, s. d.). Die alte Bedeutung ‘schlürfen’ (vgl. noch engl. to sup ‘schlürfen, in kleinen Schlucken trinken, nippen’) entwickelt sich im 16. Jh. zu ‘hastig und viel, maßlos trinken’ (besonders Alkohol). Als Intensivum abgeleitet supfen Vb. ‘schlürfend trinken’ (15. Jh.), süpfeln Vb. (16. Jh.). Säufer m. ‘wer sich (regelmäßig) betrinkt’ (16. Jh.). Sauferei f. ‘Trinkgelage’ (15. Jh.). Saufaus m. ‘Trunkenbold’, imperativischer Satzname (Hans Sauffauß, 1595), nd. Sūpūt. besaufen Vb. (reflexiv) ‘sich betrinken’, dazu besoffen Part.adj. ‘betrunken’ (16. Jh.). versaufen Vb. ‘versinken, ertrinken’, mhd. versūfen; dagegen ahd. firsūfan ‘(gierig) hinunterschlürfen’ (8. Jh.); dann ‘mit Trinken durchbringen’ (15. Jh.), dazu versoffen Part.adj. ‘durch Saufen heruntergekommen, dem Alkohol ergeben’ (16. Jh.). ersaufen Vb. ‘in der Flut umkommen, ertrinken’ (16. Jh.); vgl. mhd. ersoffen ‘betrunken’, ahd. irsūfan ‘(gierig) hinunterschlürfen’ (8. Jh.). Dazu im 16. Jh. das umgelautete Kausativum ersäufen Vb. ‘versenken, ertränken’, mhd. ersoufen; dafür ahd. bisoufen (um 800). Suff m. (mit der Nebenform Soff, s. Gesöff) ‘Trunksucht, Alkoholrausch, Betrunkenheit’ (17. Jh.). süffig Adj. ‘angenehm, leicht zu trinken, wohlschmeckend’ (19. Jh.), älter ‘trunkliebend, dem Trinken ergeben’ (16. Jh.). süffeln Vb. ‘mit Genuß trinken’ (19. Jh.).

zum Abkürzungsverzeichnis …

Bedeutungsverwandte Ausdrücke

(viel Alkohol) trinken · sich betrinken · sich sinnlos betrinken  ●  bechern ugs. · bürsteln ugs., österr. · einen verlöten ugs., regional · einen über den Durst trinken ugs., variabel · feiern ugs., jugendsprachlich, verhüllend · ins Glas schauen ugs. · saufen ugs. · sich (etwas) genehmigen ugs. · sich abschießen ugs. · sich besaufen ugs. · sich die Hucke vollsaufen ugs. · sich die Kante geben ugs. · sich einen auf die Lampe gießen ugs., fig. · sich einen ballern ugs. · sich einen hinter die Binde kippen ugs., fig. · sich einen zur Brust nehmen ugs. · sich volllaufen lassen ugs. · sich zudröhnen ugs. · sich zulaufen lassen ugs. · sich zusaufen ugs. · sich zuschütten ugs. · süppeln ugs. · tschechern ugs., salopp, ostösterreichisch · zechen ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

(Kraftstoff) verbrauchen  ●  fressen ugs. · saufen ugs. · schlucken ugs.

trinken  ●  (nasser) Alkoholiker (sein) variabel · alkoholabhängig (sein) variabel · zur Flasche greifen fig. · an der Flasche hängen ugs., fig. · saufen derb
Oberbegriffe
Assoziationen

Flüssigkeit aufnehmen · saufen (Tiere) · trinken  ●  die Kehle herunterlaufen (lassen) ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›saufen‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›saufen‹.

Legende: Adjektive Adverbien Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›saufen‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich saufe mich langsam vom Mittag durch den Nachmittag in die Nacht hinein. [Späth, Gerold: Commedia, Frankfurt a. M.: S. Fischer 1980 [1980], S. 1]
Selbst schuld, sagen die einen, was musste er auch immer saufen. [Die Zeit, 09.08.2010]
»Er hat alle unter den Tisch gesoffen«, sagt der grauhaarige Mann leise. [Die Zeit, 03.05.2010]
Er prahlt nicht, er säuft nicht, er rülpst nicht, er ernährt sich gesund. [Die Zeit, 10.11.2008]
Dann fangen sie alle an zu saufen, sagt er weiter. [Die Zeit, 14.12.2005]
Zitationshilfe
„saufen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/saufen>.

Weitere Informationen …

Diesen Artikel teilen:

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Sauerwiese
Saufabend
Saufaus
Saufbold
Saufbruder
Saufen
saufen wie ein Loch
Säufer
Säuferbalken
Sauferei

Worthäufigkeit Was ist das?

selten häufig

Geografische Verteilung Was ist das?

👁 Image
👁 Image

Bitte beachten Sie, dass diese Karten nicht redaktionell, sondern automatisch erstellt sind. Klicken Sie auf die Karte, um in der vergrößerten Ansicht mehr Details zu sehen.

Verteilung über Areale

👁 Image
👁 Image

Bitte beachten Sie, dass diese Karten nicht redaktionell, sondern automatisch erstellt sind. Klicken Sie auf die Karte, um in der vergrößerten Ansicht mehr Details zu sehen.

Verlaufskurve Was ist das?

Bitte beachten Sie, dass diese Verlaufskurven nicht redaktionell, sondern automatisch erstellt sind und Fehler enthalten können. Weitere Informationen dazu erhalten Sie auf dieser Seite. Klicken Sie auf die Verlaufskurve, um in der vergrößerten Ansicht mehr Details zu sehen.

Weitere Wörterbücher

Belege in Korpora Was ist das?

Metakorpora

Referenzkorpora

Zeitungskorpora

Webkorpora

Spezialkorpora

👁 Lesezeichen für diesen Artikel anlegen
👁 Lesezeichen für diesen Artikel entfernen
👁 nach oben scrollen