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stocken

GrammatikVerb · stockt, stockte, hat gestockt
Aussprache  [ˈʃtɔkn̩]
Worttrennung sto | cken
Grundform1Stock
Wortbildung  mit ›stocken‹ als Erstglied: Stockfäule · Stockfleck · stockig · Stockkrankheit · Stockpunkt · Stockschnupfen · Stockung
 ·  mit ›stocken‹ als Letztglied: aufstocken · bestocken · erstocken

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
zu einem (vorübergehenden) Stillstand, einer Unterbrechung kommen
a)
jmd. stocktjmd. hält in einer Äußerung, Bewegung, Tätigkeit plötzlich inne
Beispiele:
sie stockte mitten in ihrer Rede
ohne zu zaudern oder zu stocken sagte sie das Gedicht auf
er stockte einen Augenblick, bevor er weitersprach
beim Lesen, bei einer Erzählung, einem Bericht stocken
ich stockte eine Weile bei meiner Arbeit
er ging rasch über den Hof, stockte aber vor dem Tor und kehrte wieder um
Liesel stockte in ihren Gedanken [ SeghersSiebtes Kreuz4,358]
stockendmit Unterbrechungen, nicht fließend
Grammatik: oft im Partizip I
Beispiele:
er las stockend, begann stockend zu antworten, reden
wir unterhielten uns stockend
er konnte die ungeliebte Arbeit nur stockend vorantreiben
b)
etw. stocktetw. bleibt (vorübergehend) stehen, geht nicht weiter, ist unterbrochen
Beispiele:
die Arbeit, der Verkehr stockt
unsere Kolonne kam, geriet ins Stocken
als er das Zimmer betrat, stockten alle Gespräche
die Unterhaltung geriet ins Stocken
vor Freude, Schreck stockte ihr der Atem, Herz(schlag), das Blut in den Adern
α)
etw. stockt jmdm.
Beispiele:
das Blut stockte ihm in den Adern (= er erstarrte vor Angst und Schrecken)
die Feder stockte ihm in den Händen
β)
stockendmit Unterbrechungen, nicht fließend, nicht gleichmäßig
Grammatik: oft im Partizip I
Beispiele:
er sprach mit stockender Stimme
ihr Atem ging stockend
2.
Stockflecke bekommen
Beispiele:
das Holz, Papier, die Wäsche hat gestockt
Tulpenzwiebeln müssen trocken gelagert werden, sonst stocken sie
3.
landschaftlich gerinnen, sich verfestigen, eindicken
Beispiele:
die Milch stehen lassen, bis sie stockt
Eier verquirlen und in heißem Fett unter langsamem Rühren zum Stocken bringen
gestockte (= saure) Milch
4.
Forstwesen von Bäumen und Sträuchern
Beispiel:
Auf den freien Moorflächen stocken (= stehen, wachsen) starke Birkenbestände und Erlen [ Urania1957]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
1stocken · Stockschnupfen · verstockt · stockig · Stockfleck
1stocken Vb. ‘innehalten, nicht vorankommen’, im 16. Jh. als medizinischer Ausdruck ‘dick, fest, steif, starr werden, gerinnen’ (vom Blut) wohl zu dem unter Stock (s. d.) dargestellten Substantiv gebildet (älter mhd. verstocken, s. unten). Als Ausgangsbedeutung ist ‘steif wie ein Stock, wie ein Klotz, bewegungslos werden’ anzunehmen. Danach erweitert von der Funktion des Herzens, des Pulses, des Atems (18. Jh.), der Funktion technischer Geräte (Maschine, Uhr-, Triebwerk, 17. Jh.), vom Gelingen von Unternehmungen und Geschäften (18. Jh.), vom Verkehrsstrom (19. Jh.). Vgl. ins Stocken geraten ‘nicht mehr zügig vorangehen’ (19. Jh.). – Stockschnupfen m. ‘nicht fließender, verdickter Schnupfen’ (18. Jh.). verstockt Part.adj. ‘auf etw. versteift, verhärtet, uneinsichtig, unzugänglich’ (16. Jh.), zu mhd. verstocken ‘erstarren’. stockig Adj. ‘durch Feuchtigkeit verdorben, dumpf’ (17. Jh.), eigentlich wohl ‘durch unbeweglich stehende Luft faulend’, vgl. stocken im Sinne von ‘durch Feuchtigkeit verderben, faulen’ (16. Jh.). Stockfleck m. ‘durch stehende Feuchtigkeit entstandener Fleck’ (19. Jh.).

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

erlahmen · ins Stocken geraten · ins Stocken kommen · stagnieren · stillstehen · stocken  ●  nicht weiterkommen ugs.
Assoziationen

erschrecken · innehalten · stocken · stutzen · stutzig werden
Assoziationen
  • (sich) wundern über · stutzen  ●  (etwas) merkwürdig finden variabel · (jemandem) komisch vorkommen ugs., variabel
  • stoßen (auf) · zufällig entdecken  ●  stolpern (über) fig.

Panikattacke erleiden · erschaudern · erstarren · in Bestürzung geraten · sich entsetzen · sich erstaunen · stocken · stutzen · stutzig werden · verblüfft werden · vom Schlag getroffen (gerührt) werden

klumpen · schlickern · stocken  ●  (von Milch) gerinnen landschaftlich
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›stocken‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stocken‹.

Legende: Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›stocken‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn sie selber stockt nicht, sondern sie ist in Bewegung. [von Hofmannsthal, Hugo: Balzac. In: Mathias Bertram (Hg.) Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia 2000 [1908]]
Doch das Spiel stockt, und der Ball will nicht mehr ins Tor, jedenfalls nicht oft genug. [Die Zeit, 29.04.1998]
Bei den ersten Malen, so berichtete er stockend, mußte er noch seinen ganzen Mut zusammennehmen. [Die Zeit, 11.03.1966]
Der erste Student, links neben mir, beginnt stockend, dann redet er sich allmählich, sehr leise, frei. [Die Zeit, 02.06.2013]
Insofern brauche ich es natürlich und noch zu oft stockt die Versorgung. [Die Zeit, 18.03.2013]
Zitationshilfe
„stocken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stocken>.

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