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stumm

GrammatikAdjektiv
Aussprache 
Wortbildung  mit ›stumm‹ als Erstglied: Stummfilm · Stummheit  ·  mit ›stumm‹ als Letztglied: stockstumm · taubstumm · verstummen
 ·  mit ›stumm‹ als Grundform: Stumme

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
ohne die Fähigkeit, das Vermögen, sprechen zu können
Beispiele:
ein stummes Kind
seit dem schweren Unfall ist er stumm
er ist stumm geboren
übertragenam Wege lag ein Findling aus Granit, ein stummer Zeuge der Eiszeit
übertragen, umgangssprachlichein stummer Diener (= meist frei stehender Kleiderständer für die Oberbekleidung einer Person) 👁 Image
DWDS, 06.10.2025
DWDS, 06.10.2025
übertragen, veraltendder stumme Portier (= Orientierungstafel mit den Namen aller Hausbewohner, die im Hausflur hängt)
2.
ohne sich lautlich, in Worten zu äußern, ohne zu sprechen, schweigsam
a)
Beispiele:
er war ein aufmerksamer, aber stummer Zuhörer
sie sahen einander stumm an
stumm nicken
vor Schreck, Freude stand sie starr und stumm da
sie schauten uns stumm an
er war so stumm, dass wir fürchteten, er fühle sich beleidigt
er begleitete uns stumm hinaus
er war stumm wie ein Fisch (= hatte nichts gesagt, war nicht gesprächig)
er ist stumm wie ein Grab (= ist verschwiegen) 👁 Image
DWDS, 04.01.2021
b)
nicht von Worten begleitet, lautlos, wortlos
Beispiele:
eine stumme Mahlzeit
ein stummer Blick, Gruß, Protest, Tadel, Vorwurf
eine stumme Anklage, Frage, Geste
er blickte in stummer Erbitterung zum Fenster hinaus
eine stumme Rolle (= Rolle, bei der der Schauspieler nichts zu sprechen hat)
eine stumme Person (= Darsteller einer stummen Rolle)
übertragendas stumme (= nicht ausgesprochene) ›e‹ am Ende eines aus dem Französischen kommenden Wortes

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
stumm · Stummheit · verstummen
stumm Adj. ‘(physisch oder psychisch) unfähig zu sprechen, sprachlos’. Das nur im Dt. und Nl. bezeugte Adjektiv ahd. (um 800), mhd. mnd. stum (Genitiv stummes), asächs. stumm, mnl. nl. stom, afries. stum, daneben, in Anlehnung an die unter dumm (s. d.) genannten Formen mit labialem Verschlußlaut, mhd. stump, mnl. stomp steht im Ablaut zu den unter stammeln und stemmen (s. d.) angeführten Verben und kann wie diese auf die Wurzel ie. *stem- ‘stoßen, anstoßen, stottern, stammeln, hemmen’ zurückgeführt werden. Als Ausgangsbedeutung ist ‘im Sprechen gehemmt’ anzunehmen. stumm verdrängt dumm in dessen älterer Bedeutung ‘stumm’. – Stummheit f. ‘Zustand des Stummseins’ (15. Jh.); vgl. mhd. stumme, stumbe m. (noch im 18. Jh. auch f.) und stummede f. verstummen Vb. ‘stumm, still werden’, mhd. verstummen, verstumben.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

lautlos · still · stumm · tonlos
Assoziationen

in Schweigen gehüllt · schweigsam · sprachlos · still · still und stumm · stumm · stumm wie ein Fisch · verschwiegen · verstummt · wortlos  ●  stad bayr., österr.
Assoziationen

ohne Worte · stillschweigend · unausgesprochen · ungesagt · wortlos  ●  stumm fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›stumm‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stumm‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›stumm‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein paar Minuten saßen wir stumm in den vier engen Wänden des Wagens. [Rhein, Eduard: Du und die Elektrizität, Berlin: Ullstein 1956 [1940], S. 311]
Dann gingen sie stumm immer tiefer in den Abend hinein. [Bodenreuth, Friedrich [d.i. Jaksch, Friedrich]: Alle Wasser Böhmens fließen nach Deutschland, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1938 [1937], S. 53]
Sie sind doch stumm und haben sich nichts zu sagen? [von Frisch, Karl: Du und das Leben, Berlin: Verlag d. Druckhauses Tempelhof 1947 [1947], S. 126]
Sie sah von einem zum anderen in stummer sorgenvoller Frage. [Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia 2001 [1911]]
Glatte Rohre bleiben stumm, wenn sie in gleicher Weise herumgeschleudert werden. [o. A.: Superheuler. In: Bild der Wissenschaft auf CD-ROM, Stuttgart: Dt. Verl.-Anst. 2000 [1999]]
Zitationshilfe
„stumm“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/stumm>.

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Worthäufigkeit Was ist das?

selten häufig

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