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taub

GrammatikAdjektiv · Komparativ: tauber · Superlativ: am taubsten
Aussprache  [taʊ̯p]
Wortbildung  mit ›taub‹ als Erstglied: taubblind · Taubblinde · Taubheit · Taubnessel · taubstumm · Taubstumme · Taubstummheit
 ·  mit ›taub‹ als Letztglied: betäuben · stocktaub · übertäuben · vertauben
 ·  mit ›taub‹ als Grundform: 2Taube

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
ohne Hörvermögen, gehörlos
Beispiele:
er ist auf einem Ohr, dem rechten, linken, auf beiden Ohren taub
er ist taub geboren
der Taube las mir die Worte von den Lippen ab
schrei nicht so, ich bin doch nicht taub!
sich taub stellen (= Taubheit vortäuschen)
übertragengegen alle Bitten, Warnungen stellten sie sich taub (= sie gingen auf die Bitten, Warnungen nicht ein)
übertragen, umgangssprachlicher predigte tauben Ohren (= mahnte vergeblich) 👁 Image
DWDS, 24.10.2024
übertragen, umgangssprachlich, scherzhaftauf diesem Ohr ist er taub (= in dieser Angelegenheit reagiert er nicht) 👁 Image
DWDS, 15.07.2024
2.
ohne körperliche Empfindung, gefühllos
Beispiele:
vor Kälte waren ihm die Hände, Füße taub geworden
Er hatte keine Schmerzen, aber es war ihm, als sei sein Körper taub [ R. BartschGeliebt12]
3.
ohne nutzbaren Wert, gehaltlos
Beispiele:
eine taube Nuss, Ähre (= eine hohle, leere Nuss, Ähre)
ein taubes Ei (= ein Ei, aus dem sich nichts entwickelt)
Bergmannssprache taubes Gestein (= Gestein, das kein nutzbares Mineral enthält)
bildlichauf tauber Fährte sein
bildlichDie Meuterei, eine taube (= vergebliche) Handlung, brachte die Kenntnis, daß … [ JahnnNiederschrift1,81]

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
taub · betäuben · Taubnessel · taubstumm
taub Adj. ‘gehörlos, ohne körperliche Empfindung, abgestorben, ohne nutzbaren Wert, gehaltlos, leer’, ahd. toub ‘gehörlos, unempfindlich, stumpf, unsinnig’ (9. Jh.), mhd. toup, toub, auch ‘leer, wertlos, abgestorben, dürr’, mnd. dōf (s. doof), mnl. nl. doof, aengl. dēaf, engl. deaf, anord. daufr, schwed. döv, got. daufs, germ. *dauba-. Dazu (ablautend) toben (s. d.) und (nasaliert) dumm (s. d.), außergerm. griech. typhlós (τυφλός) ‘blind, stumpf, unsinnig, verstopft, dunkel, versteckt’, so daß sich Rückführung auf ie. *dheubh-, *dhūbh- ‘stieben, rauchen; neblig, verdunkelt’ (auch vom Geist und den Sinnen), eine Labialerweiterung der Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə- ‘stieben, wirbeln, besonders von Staub, Rauch, Dampf’ (s. Duft, Dunst), ergibt. Die Ausgangsbedeutung ‘umnebelt, empfindungslos, stumpfsinnig’ wird im Germ. schon früh auf den Gehörsinn bezogen. Aus der Bedeutung ‘gefühllos, abgestorben’ entwickelt sich in mhd. Zeit ‘gehaltlos, unfruchtbar’, vgl. taube Nuß ‘hohle, leere Nuß’, taubes Gestein ‘kein nutzbares Mineral enthaltendes Gestein’. – betäuben Vb. ‘gegen Schmerz unempfindlich machen, das Bewußtsein trüben, benommen machen’, mhd. betouben ‘taub machen, betäuben, entkräften, betören, erzürnen’; vgl. ahd. toubēn ‘taub werden’ (um 800), toubōn ‘zähmen, bezwingen’ (9. Jh.), touben ‘vermindern, schwächen’ (11. Jh.), mhd. touben ‘taub werden, taub machen, betäuben, empfindungslos machen, abstumpfen, dämpfen, zunichte machen, vernichten’, nhd. tauben, täuben ‘taub sein oder werden, rasen, wüten, vernichten’ (nach dem 16. Jh. nicht mehr gebräuchlich). Taubnessel f. Lippenblütler mit Blättern, die denen der Brennessel ähnlich sind, aber bei Berührung keine brennenden Hautreizungen verursachen (15. Jh.). taubstumm Adj. ‘von Geburt an unfähig zu hören und (deshalb auch) unfähig, artikuliert zu sprechen’ (2. Hälfte 18. Jh.), aus der Fügung taub und stumm.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

gehörlos · schwerhörig · taub  ●  stocktaub derb, Verstärkung
Oberbegriffe
Assoziationen

Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›taub‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›taub‹.

Legende: Adjektive Adverbien Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›taub‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Selbst die Füße, die in die Luft ragten, waren taub. [Franck, Julia: Lagerfeuer, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2003, S. 23]
Sie war zu allem Überfluß auch noch Fan von meinen tauben Witzen. [Brussig, Thomas: Wasserfarben, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1991], S. 106]
Sobald ein Programm diese aber blockiert, bleibt die gesamte Oberfläche taub. [C’t, 1996, Nr. 11]
Es sei nass, er fühle sich schwach, seine Hände würden taub. [Die Zeit, 16.06.2012]
Er selber strengte seine tauben Ohren mit Zuhören nicht mehr an. [Klepper, Jochen: Der Vater, Gütersloh: Bertelsmann 1962 [1937], S. 708]
Zitationshilfe
„taub“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/taub>.

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