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wetten

GrammatikVerb · wettet, wettete, hat gewettet
Aussprache 
Worttrennung wet | ten
Wortbildung  mit ›wetten‹ als Erstglied: Wettangebot · Wettbetrug · Wettbuch · Wettbüro · Wetteinsatz · Wettfimmel · Wettflug · Wettgemeinschaft · Wettleidenschaft · Wettmonopol · Wettpartner · Wettschalter · Wettschein · Wettschuld · Wettspiel · Wettverbot
 ·  mit ›wetten‹ als Letztglied: verwetten

Bedeutung

eWDG
eWDG
eine Wette abschließen, eingehen
Beispiele:
er wettete (zwanzig Euro), dass er das Glas in einem Zug austrinkt
umgangssprachlichich wette, möchte wetten, wette zehn gegen eins, dass … (= ich bin fest überzeugt, dass …)
umgangssprachlicher kommt noch, wetten? (= wollen wir eine Wette abschließen, dass er noch kommt?)
umgangssprachlich wetten (wir), dass du das nicht schaffst? was du sagst, stimmt nicht, wetten?
umgangssprachlichso haben wir nicht gewettet (= das war nicht so vereinbart, kommt nicht in Frage)
a)
um etw. wetten
Beispiele:
um eine Flasche Sekt, 100 Euro, eine Lage Bier wetten
worum wollen wir wetten?
b)
Rennsport auf etw. wetten
Beispiele:
auf ein Pferd wetten (= auf den Sieg eines bestimmten Pferdes bei einem Wettbüro Geld einzahlen)
auf Platz wetten (= eine Platzwette abschließen)
auf Sieg wetten (= eine Wette abschließen, dass ein bestimmtes Pferd im Rennen siegt)

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Wette · wetten · Wettbewerb · Wettkampf · Wettlauf · Wettrennen · Wettstreit
Wette f. ‘Abmachung, daß derjenige, dessen Behauptung oder Vorhersage zutrifft, vom Verlierer einen Gewinn erhält, mit Geldeinsatz verbundene Vorhersage’. Das (ursprünglich neutrale) Substantiv entstammt alter Rechtssprache. Ahd. wetti n. ‘Pfand, Pfandvertrag’ (8. Jh.), mhd. wet(t)e, wet n. ‘Pfandvertrag, Rechtsverbindlichkeit, Gesetz, Pfand, Einsatz bei einem Wettspiel, Bezahlung einer Schuld, Vergütung eines Schadens, Geldbuße’, asächs. weddi n. ‘Pfand’, mnd. wedde ‘Wette, dem Richter zu erlegendes Strafgeld, Strafe, Strafurteil’, mnl. nl. wedde ‘Pfand, Besoldung’, aengl. wed(d) n. ‘Übereinkunft, Pfand, Versprechen’, engl. (älter) wed ‘Pfand, Wetteinsatz’, anord. veð n. ‘Pfand, (Spiel)einsatz, Sicherheit’, schwed. vad ‘Wettvertrag’, got. wadi n. ‘Pfand’ führen auf germ. *wadja- n. Dieses läßt sich mit lat. vas (Genitiv vadis) m. ‘Bürge’ und wohl auch mit lit. vãdas ‘Pfand, Bürge’, vadúoti ‘auslösen, loskaufen, für jmdn. eintreten’ auf eine Wurzel ie. *u̯adh- ‘Pfand, Pfand einlösen’ zurückführen. Die gemeingerm. Bedeutung ‘Pfand’ (im Schuldrecht) wird im Mhd. erweitert zu ‘Strafgeld, Geldbuße’ (im Strafrecht) und im Bereich der Hanse zu ‘Ratsbehörde, die die Strafgelder einzieht’ (14. Jh.). Die dem heutigen Gebrauch entsprechende Verwendung im Sinne von ‘Pfandeinsatz (beim Spiel oder Meinungsstreit), der der gewinnenden Partei zufällt, Wettstreit’ verbreitet sich in Verbindung mit den mittelalterlichen ritterlichen Kampfspielen, wobei Wette die Sphäre der Rechtssprache verläßt. Der Übergang zum fem. Genus zeigt sich zuerst im Spätmhd. (14. Jh.), entsprechend im Mnl. Vgl. formelhaftes es gilt eine Wette (17. Jh.), was gilt die Wette? (18. Jh.), um die Wette (18. Jh.), älter in die Wette (15. Jh.), mhd. in wette, enwette. – wetten Vb. ‘eine Wette abschließen’, ahd. wettōn ‘als Pfand nehmen, ein Versprechen geben, als Pfand- oder Wetteinsatz setzen’ (um 1100), mhd. wetten ‘Pfand geben, durch ein Pfand sichern, ein Pfand einsetzen’, mnd. mnl. wedden ‘Strafgeld zahlen, Pfandbesitz nehmen, einen Vertrag eingehen, einen Einsatz geben’, aengl. weddian ‘einen Vertrag machen, versprechen, verheiraten’, engl. to wed ‘(ver)heiraten’, anord. veðja ‘zum Pfand setzen, wetten’, got. gawadjōn ‘verloben’ (durch Bürgschaft). Wettbewerb m. ‘Kampf um bessere Leistungen (besonders in der Wirtschaft)’ (19. Jh.), älteres Konkurrenz (s. konkurrieren) teilweise ablösend. Wettkampf m. ‘Leistungskampf’ besonders bei Spiel und Sport (16. Jh., geläufig seit 18. Jh.). Wettlauf m. ‘Lauf um den Sieg’ (15. Jh.). Wettrennen n. ‘Wettlauf, Pferde- und Wagenrennen’ (16. Jh.), substantiviert aus wett(e)rennen Vb. ‘um die Wette rennen’ (16. Jh.). Wettstreit m. ‘das Bestreben, andere zu übertreffen, den Vorrang zu gewinnen’ (16. Jh.).

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

setzen (auf) · spielen · tippen · wetten (auf)  ●  zocken ugs.

Typische Verbindungen zu ›wetten‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›wetten‹.

Legende: Adjektive Adverbien Substantive

Verwendungsbeispiele für ›wetten‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich möchte wetten, daß Sie jetzt zwölf Minuten zu früh erschienen sind, ich hatte Sie für zehn Uhr fünfundvierzig bestellt, nicht wahr? [Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 149]
Überall wettete man, wie hoch unser Sieg wohl ausfallen würde. [Beckenbauer, Franz: Einer wie ich, München: Wilhelm Heyne Verlag 1977, S. 285]
Wenn er stürzt, braucht man auf Rot‑Grün im Norden nicht mehr wetten. [Die Zeit, 25.02.1999]
Man darf wetten, daß sie nicht lange ein internes Papier bleiben wird. [Die Zeit, 10.12.1998]
Ich wette, du bringst es fertig, zu blasen, ohne zu tuten. [konkret, 1998]
Zitationshilfe
„wetten“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/wetten>.

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