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⇱ Deshalb freut sich VIZE auf das SMAG Sundance in Essen


Star-Interview

Deshalb freut sich VIZE auf das SMAG Sundance in Essen

Essen. Beim Essener Festival SMAG Sundance ist VIZE ist ein Headliner. Im Interview spricht er über Emotionen, Träume, wilde Auftritte und pürierten Döner.
Von Ingmar Kreienbrink, Nachrichtenchef
Johannes Vimalavong alias VIZE begeistert auf der Bühne als auch mit seinen Musik-Produktionen. © Pressebild | Vize

VIZE ist einer der erfolgreichsten Musiker Deutschlands. Während die Songs regelmäßig Gold- und Platin-Auszeichnungen erreichen, gehört Johannes Vimalavong zu den beliebtesten DJs in Deutschland - auch weil er gerne die Nähe zu den Fans sucht und sich schonmal inkognito unter die Gäste mischt. Bei der 20. Ausgabe des SMAG Sundance Festival am 12. Juli in Essen ist VIZE zusammen mit HBZ Headliner. Im Interview erzählt Johannes, warum er sich ganz besonders auf die Jubiläums-Ausgabe am Baldeneysee freut. Zudem verrät er, dass es bei seinem Parookaville-Auftritt „richtig wild“ wird und warum es bei der letzten Tomorrowland-Show in Belgien wiederum etwas zu wild war.

Hallo Johannes, wie geht es dir?

Johannes: Mir geht es sehr gut. Ich war gerade mit meinem Hund eine Runde drehen und später geht es noch ins Musik-Studio.

Also heute mal etwas Zeit zum Luftholen im sonst so stressigen Tour-Leben…

Ja, ich bin schon mittendrin in der Festival-Saison und hab zahlreiche Auftritte. Das ist wie eine Achterbahn-Fahrt, bei der man nicht anhalten kann.

Du legst zum zweiten Mal beim SMAG Sundance Festival in Essen auf – welche Erinnerungen hast du an deine Premiere?

Ich weiß noch ganz genau, wie ich vor drei Jahren angekommen bin. Auch da ging es von Festival zu Festival und ich musste direkt mit meinem Koffer durch den Sand zur Mainstage laufen, um noch rechtzeitig anzukommen. Trotzdem ist mir dabei die schöne Kulisse des Baldeneysee aufgefallen – eine mega-geile Location.

Die Bühne liegt am Wasser, das Publikum tanzt zum Teil auf Sand – wie wichtig ist dir das Setting bei deinen Auftritten?

Das Setting spielt für mich eine riesige Rolle - nicht nur für mich als Künstler auf der Bühne, sondern vor allem auch für die Crowd. Wenn vor Ort alles stimmig ist - Licht, Special Effects, Atmosphäre - dann hebt das die ganze Show auf ein neues Level. Man merkt einfach, wenn Veranstalter Wert auf Details legen und das Gesamtbild passt. Genau deshalb freue ich mich immer besonders auf Festivals, bei denen man spürt, dass das Setting mit besonders viel Liebe gestaltet wurde.

Die Bühne beim SMAG Sundance Festival in Essen liegt direkt am Wasser des Baldeneysee. © FUNKE Foto Services | Vladimir Wegener

Wie wichtig ist der DJ, der vor dir auf der Bühne stand?

Meine eigene Show kann immer nur so gut werden, wie vorher das „Warm up“ war. Wenn beim Publikum keine gute Stimmung herrscht, braucht es etwas Zeit, bis ich die Leute auf meine musikalische Reise mitnehmen kann.

VIZE: „Es war damals unheimlich heiß, aber auch richtig gut“

Und beim SMAG Sundance in Essen hat es dir 2022 so gut gefallen, dass du jetzt wieder am Start bist…

Es war damals unheimlich heiß, aber auch richtig gut. Die Crowd war schon ordentlich am Feiern – auch das Drumherum war alles perfekt. Die Energie durch das Publikum gibt einem so viel Power, das ist Wahnsinn. Ich hoffe, dass es dieses Jahr wieder genauso wird.

Wenn Du Zeit hast, mischst du dich gerne vor deinem Auftritt unters Publikum – bei Festivals läufst du über den Campingplatz oder du spielst den Türsteher. Käme das auch beim SMAG Sundance in Frage?

Vielleicht…“ (lacht) „… es ist schon lustig, wenn man Leute trifft, die zu meiner Show wollen, mich dann aber nicht erkennen. Viele rechnen einfach nicht damit, dass sie einem Künstler persönlich begegnen könnten. Meist sind die Acts vorher im Hotel, dann werden sie mit dem Shuttle zum Gelände gebracht, von der Security auf die Bühne geführt und niemand darf sie sehen oder berühren. Das ist halt bei mir etwas anderes und sorgt manchmal für einen besonderen Überraschungs-Moment.

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Warum suchst du im Gegensatz zu anderen Stars den direkten Kontakt zu Fans und Publikum?

Gerade in Zeiten von Social Media ist es für mich unglaublich wertvoll, die Menschen hinter den Bildschirmen auch wirklich persönlich kennenzulernen. Zu sehen, wer da eigentlich meine Musik fühlt, wer hinter den Likes und Kommentaren steckt - das schafft eine ganz andere Verbindung. So etwas kann kein digitaler Austausch ersetzen.

Wie hilft dir das bei deinen Shows?

Ich war mal vor einem Festival-Auftritt auf dem Campingplatz, wo es die ganze Zeit geregnet hat und habe dort auch mit den Leuten gezeltet. Danach konnte ich auch die Show viel besser aufbauen, weil ich genau wusste, wie sich die Leute gerade klatschnass und frierend fühlen – und weil ich eben nicht direkt aus dem Spa-Bereich eines Hotels direkt auf die Bühne gekommen bin.

Musik von VIZE half kranker Frau in schwerer Zeit

Gibt es ein Gespräch mit einem Fan, das bei dir besonders hängen geblieben ist?

Da gab es einige. Eine Frau, die auf vielen meiner Shows war, erkrankte an Krebs, der eigentlich nicht heilbar war. Sie hat die Krankheit dann doch überwunden und meine Musik habe ihr durch diese schwere Zeit geholfen. Jeder verbindet mit Songs, was er beim Hören in dem Moment erlebt. Ich finde es cool, wenn ich es schaffe, mit meiner Community auf den Festivals eine gute Zeit zu haben und die Leute ihre Sorgen vergessen. Wenn man das als Act schafft, hat man alles erreicht.

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Beim Parookaville 2024 hast du bei unserem letzten Interview gefordert, dass du auf eine größere Bühne als in einem Hangar auftreten musst… - die Veranstalter haben dich offenbar erhört und du bist diesmal für die frisch designte Bill’s Factory gebucht, vor der bis zu 20.000 Menschen Platz haben. Worauf müssen sich die Besucher bei dem von dir angekündigten „kompletten Abriss“ einstellen?

Das wird richtig wild…“ (lacht) „…ich habe ganz viel neue, noch unveröffentlichte Musik am Start. Aber das wird auch für mich sehr spannend, ob ich die Gäste dazu bringe, dass sie Songs feiern und genießen, die sie noch nicht im Radio oder auf Spotify gehört haben.

VIZE hat im letzten Jahr bei Parookaville den Wechsel auf eine größere Bühne gefordert - und hat sie bekommen. Er tritt diesmal auf der Bill‘s Factory auf. © Parookaville/Pressebild | Sebastian Biesen

Warum siehst du dich auf einer großen Bühne mit viel Publikum?

Ich glaube schon, dass ich mainstage-taugliche Musik spiele. Wenn man mich fragt, ob Club oder Festival, sag ich ganz klar Festival. Ich möchte so viele Menschen wie möglich mit meiner Musik erreichen.

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Dass Du aber auch „Club“ kannst, hast du im letzten Jahr bewiesen, als du beim Tomorrowland in Belgien im „Club of Fortune“ - eine von 15 Bühnen auf dem Gelände - vor mehreren Hundert Besuchern eine sagenhafte Show abgeliefert hast… - und vor dem Eingang hatte sich trotzdem noch eine endlose Schlange gebildet…

Das war schon krass und hat mir auch leidgetan für alle, die nicht mehr reinkamen. Eine halbe Stunde vor meinem Auftritt war schon Einlass-Stopp. Hast du mitbekommen, dass nach meinem Auftritt die komplette Stage gesperrt wurde?

Ja, das hattest du in einem Post bei Instagram angedeutet – was ist passiert?

Wir haben zu viel gefeiert…“ (lacht) „… alles ist rund um die 360-Grad-Bühne gesprungen. Das war wohl etwas zu heftig, so dass aus Sicherheitsgründen der Club, der direkt hinter dem Mainstage-Aufbau lag, gesperrt wurde und kein DJ nach mir mehr auflegen konnte.

Das scheint den Veranstalter aber nicht abzuschrecken und du wurdest bei Tomorrowland 2025 erneut für den Club gebucht…

Ich bin gespannt, wie sie den Bereich dieses Jahr sichern wollen. (lacht)

VIZE hatte seine Tomorrowland-Premiere 2022 auf der Library-Stage. © Pressebild | Tomorrowland

Was macht für dich das Tomorrowland aus, das gerade erneut zum besten Festival der Welt gekürt wurde?

Das ist für mich das Vorzeige-Model in Europa - von der Organisation, von der Sauberkeit über die Toiletten bis zur Liebe zum kleinsten Detail. Da gibt es geheime Bühnen, wo man noch Rätsel lösen muss, um überhaupt dahin zu kommen. Das ist eine magische Welt, in die man eintaucht und das Team vom Tomorrowland versucht das jedes Jahr noch zu steigern. Zudem kommt das Publikum aus so vielen verschiedenen Ländern – letztes Jahr waren da Menschen aus China, Südafrika, den USA. Sie haben ihre Fahnen dabei und sind einfach glücklich. Alle Nationen der Welt feiern da zusammen – das ist einfach geil.“

Als DJ wirst du bisher mehrheitlich im deutschsprachigen Raum gebucht – beim Tomorrowland konnte man sehen, dass dein Musik-Stil auch international funktioniert. Wie schwierig ist der Sprung auf den internationalen Markt?

Wir haben als Team zwar Ideen für Touren in andere Länder. Meine Musik ist auch woanders erfolgreich – etwa in Nord- und Südamerika, wo es für Lieder schon Gold und Platin gab. Aber es ist schon schwierig international Fuß zu fassen.

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Was können deine Fans musikalisch im Sommer von dir erwarten?

Ich war erneut mit Tom Gregory im Studio. Mit ihm habe ich vor fünf Jahren „Never Let Me Down“ rausgebracht, das jetzt 250 Millionen Streams erreicht hat. Am 11. Juli bringen wir unsere nächste gemeinsame Single raus. Und es gibt noch weitere Kollaborationen mit bekannten Künstlern, die richtig krass sind und mit denen man gar nicht unbedingt rechnet. Aber da darf ich noch nichts Näheres zu verraten. Wer bei meinen Shows ist, sollte gut aufpassen…

Du hast keine Angst dich in unterschiedlichen Musik-Genres zu bewegen – wofür steht VIZE?

Natürlich gibt es weiterhin viele Slaphouse-Elemente, was die Leute lieben. Aber ich habe schon immer gesagt, dass ich mich nicht auf eine Musik-Richtung limitieren will. Ich möchte offen sein. Gerade habe ich eine Afrohouse-Nummer gemacht, die aus dem Vibe in meinem Urlaub entstanden ist – da war ich aus dem dunklen, kalten Berlin nach Thailand und Laos gereist, wo meine Wurzeln sind, und habe diese sommerliche Stimmung mitgenommen, um diesen Song zu produzieren.

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VIZE: „Habe lange hart dafür gearbeitet, jetzt lebe ich meinen Traum“

VIZE ist produktionstechnisch ein Projekt, das aus zwei Personen besteht – warum hält sich dein Studio-Partner Vitali Zestovskih im Hintergrund?

Vitali fühlt sich im Studio viel wohler. Zudem hat er einen kleinen Sohn, den er aufwachsen sehen und mit dem er so viel Zeit wie möglich verbringen will. Das klappt im Tourleben nicht so gut – das ist halt die Kehrseite der Medaille.“

Was macht dir am meisten Spaß an deinem Job als DJ und Musik-Produzent?

Eigentlich alles. Klar, gibt es auch Momente, wo es mir zu viel wird. Aber ich bin schon ein stress-resistenter Mensch und schätze die Freiheiten durch meinen Beruf. Zudem habe ich versucht dieses Jahr rund um Auftritte auch mal einen Tag länger an einem Ort zu bleiben, um etwas von der Umgebung zu sehen. Ich habe lange hart dafür gearbeitet, jetzt lebe ich meinen Traum.

Johannes Vimalavong träumt privat von einer besonderen Ruhe-Oase. © Pressebild | Vize

Woraus ziehst du die Kraft und Ausgeglichenheit für das anstrengende Tourleben?

An erster Stelle durch meine Familie, meine Freunde und meinen Hund. Zudem habe ich noch Hobbys wie Kochen sowie Bonsais und eine Koi-Zucht. Wenn ich mal einen Tag da bin, nehme ich mir die Zeit, um einen Bonsai zu schneiden – das ist so entspannend wie Urlaub. Ein Bonsai ist für mich ein lebendes Kunstwerk. Wenn man zum Beispiel einen kleinen Ast vorbereitet, der später mal ein großer werden soll. Macht man es richtig, dann hat er eines Tages Blüten und trägt auch Früchte. Das ist wie im Leben. Und manchmal trifft man auch falsche Entscheidungen. Dann fängt man bei dem Ast wieder neu an.“

Kieferbruch beim Fußball sorgte für Leidenszeit

Wie geht es eigentlich deinem Kiefer? Du hattest im letzten Jahr einen heftigen Sport-Unfall…

Ja, das ist auch so ein Beispiel, wo einem bewusst wird, dass man jeden Tag glücklich sein sollte, an dem es einem gut geht. Ich bin beim Hallenfußball ins Tor gegangen und wollte einen Ball am Boden aufnehmen. Da ist einer im Vollsprint in mich reingelaufen und hat mir mit dem Knie den Kiefer gebrochen.

Da begann eine harte Zeit für dich…

Ich durfte zwei Monate nicht kauen. Im Krankenhaus gab es morgens, mittags und abends nur Suppe – die einzige Frage war, ob süß oder pikant. Später hab‘ ich dann zuhause alles püriert… Döner, Sushi, einfach alles.

Welche Zukunfts-Träume hast du beruflich als auch privat?

Beruflich auf jeden Fall durch die ganze Welt touren. Das ist etwas hochgegriffen, aber vielleicht sollte man auch große Träumen haben: Dann wäre es, ein Stadion allein zu füllen und einen Welthit zu produzieren. Privat geht es mir schon sehr gut. Manchmal wäre es wichtig, noch die eine oder andere Auszeit mehr zu nehmen, und irgendwann möchte ich einen eigenen japanischen Garten als Ruhe-Oase zu haben.

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