Was Christen an Karfreitag feiern – und warum meistens Fisch serviert wird
- In diesem Jahr fällt Karfreitag auf den 3. April
- An diesem Feiertag verzichten viele Christen auf Fleisch
- Doch warum ist das so? Wir erklären, was dahintersteckt
Die Ostertage zählen zu den wichtigsten Feiertagen im christlichen Glauben. Vor dem Osterfest steht für Katholiken und Protestanten jedoch noch ein besonderes Ereignis an: Karfreitag. Dieses Jahr fällt er auf den 3. April. An diesem Tag ist es Brauch, auf Fleisch zu verzichten und stattdessen Fisch zu essen. Statt Braten, Wurst und Mettigel stehen vielleicht Rotbarsch, Scholle oder Rollmops auf dem Speiseplan.
Doch warum genau verzichten Christen am Karfreitag auf Fleisch? Wie unterscheiden sich die karfreitäglichen Tischsitten bei Katholiken und Protestanten? Und welche Bedeutung hat der Feiertag überhaupt? Ein Überblick über alles, was zum Karfreitag wichtig ist.
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Karfreitag 2026: Worum geht es an dem Feiertag?
Karfreitag nimmt im christlichen Glauben eine bedeutende Rolle ein. Denn an diesem Tag wurde der religiösen Lehre zufolge Jesus gekreuzigt und hat durch sein Opfer die Menschheit erlöst. Drei Tage später ist er laut der Bibel von den Toten auferstanden.
Dass es die historische Person Jesus tatsächlich gab, ist in der Wissenschaft kaum noch umstritten. Und auch, dass der Messias der Christen am Kreuz starb, scheint zuzutreffen. Sogar das Datum lässt sich grob eingrenzen: Da die Kreuzigung der Überlieferung nach am Vorabend des jüdischen Pessachfestes durchgeführt wurde, fand sie relativ sicher im April statt. Weitere Fakten zum Religionsstifter, die als Tatsache anerkannt sind:
- Jesus wurde zwischen dem Jahr Sieben und dem Jahr Vier vor Christus geboren. Sein Geburtsort ist vermutlich Nazareth und nicht wie in der Bibel angegeben Bethlehem
- Etwa ab dem Jahr 28 trat Jesus als Wanderprediger auf
- Um das Jahr 30 wurde er in Jerusalem auf Befehl des römischen Präfekten Pontius Pilatus gekreuzigt
Der Karfreitag erinnert an das, was vor rund 2000 Jahren in Israel passiert ist. Heute ist der Tag ein Feiertag, im Mittelalter spielte er keine größere Rolle im Leben der Menschen. Erst mit der Reformation gewinnt Karfreitag an Bedeutung, Martin Luther bezeichnete ihn als „guten Freitag“. Er nimmt eine Sonderrolle ein und genießt als „stiller Feiertag“ besonderen Schutz.
So gelten bundesweit Tanzverbote, die etwa Tanz-, Sport- oder bestimmte Unterhaltungsveranstaltungen – egal welcher Größe – untersagen. Allerdings ist die Ausgestaltung des Tanzverbots von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt, sodass das Verbot teilweise nicht ganztägig gilt oder einzelne Veranstaltungen auslässt.
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Hat der Karfreitag für Katholiken und Protestanten die gleiche Bedeutung?
Bei beiden Konfessionen stehen die Gottesdienste am Karfreitag im Zeichen der Trauer. Häufig ist davon die Rede, dass der Karfreitag für Protestanten der höchste Feiertag im Kalender sei. Das ist nur zum Teil richtig. Zwar hat der Tag für Menschen protestantischen Glaubens eine hohe Bedeutung: Er mahnt zur Gewissenhaftigkeit im Glauben, zur Reflexion der eigenen Frömmigkeit.
Genau wie für Katholiken gilt aber auch für Protestanten Ostern, also das Fest der Auferstehung Jesu, als höchster Feiertag. Klage und Freude gehören zusammen, aus beidem gemeinsam erschließt sich „der wahre Sinn des Kreuzes“, schreibt die Evangelische Kirche Deutschland (EKD) auf ihrer Internetseite.
Warum steht an Karfreitag Fisch auf dem Speiseplan?
Katholiken sind „aufgrund göttlichen Gesetzes gehalten, Buße zu tun“, zitiert das Bistum Augsburg aus dem Codex Iuris Caninici (CIC), dem Gesetzbuch des Kirchenrechts der römisch-katholischen Kirche. Dazu gehört auch die Einhaltung der Abstinenzordnung am Karfreitag für alle Gläubigen ab 14 Jahren.
Denn der Karfreitag ist ein sogenannter Abstinenztag, an dem der Verzehr von Fleisch vorgeschrieben ist. Gläubige drückten das Mitleiden mit Jesus durch den Verzicht aus, sagt ein Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz auf Anfrage unserer Redaktion. Da Fisch nicht zu den Fleischspeisen zählt, wird er stattdessen häufig serviert.
Auch im Protestantismus verzichten viele Gläubige am Karfreitag auf Fleisch und essen stattdessen, wie die EKD schreibt, „die klassische Fastenspeise“: Fisch.
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Gehört freitags Fisch nicht ohnehin auf den Speiseplan von Christen?
Auch der freitägliche Fischverzehr ist eigentlich eine Regel, die nicht alle Christen, sondern in erster Linie Katholiken betrifft. Denn tatsächlich ist in der katholischen Tradition jeder Freitag ein Gedenktag an Karfreitag und damit ein kirchlicher Bußtag. „An allen Freitagen (...) ist jeder Katholik vom vollendeten 14. Lebensjahr bis zum Lebensende zu einem sogenannten Freitagsopfer verpflichtet“, heißt es in den Weisungen zur Bußpraxis des Bistums Augsburg. Danach steht als Freitagsopfer an erster Stelle der Fleischverzicht.
Fällt ein kirchliches Hochfest wie etwa Weihnachten auf einen Freitag, ist die Pflicht zum Freitagsopfer aufgehoben. Auch wer „durch Krankheit, auf Reisen, am fremden Tisch oder durch schwere körperliche Arbeit am Fasten oder an der Abstinenz gehindert ist“, ist entschuldigt.
Gilt der Fleischverzicht an Freitagen für Katholiken weltweit?
Der Verzicht auf Fleischspeisen an Freitagen war für Katholiken in aller Welt einst „zu einem konfessionellen Erkennungszeichen und damit zu einem sichtbaren Bekenntnis geworden“, zitierte der „Spiegel“ in den 60er Jahren den damaligen Limburger Weihbischof Walther Kampe. Doch das änderte sich 1967, als Papst Paul VI. die Tischsitten änderte, die der heilige Stuhl bis dahin festgelegt hatte.
Papst Paul VI. überließ es den nationalen Bischofskonferenzen, die Fleischabstinenz an Freitagen beizubehalten oder abzuschaffen. Während Bischöfe in Ländern wie Österreich, USA, Frankreich, Belgien, Italien oder den Niederlanden das freitägliche Fleischverbot aufhoben, hielten die deutschen Bischöfe daran fest. Allerdings: Jeder deutsche Katholik durfte fortan selbst entscheiden, ob er sich daran halten wollte oder nicht.
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Fleischverzehr ist längst nicht alles, worauf Christen an Karfreitag verzichten. Einerseits legen viele katholische Bistümer in Deutschland die Fastenordnung heutzutage liberaler aus. Zwar ist der Fleischverzicht erwünscht – aber kein Selbstzweck. Es geht im Allgemeinen darum, ein Opfer zu bringen. Wer etwa am liebsten Kässpatzen isst, verfehlt den Sinn des Karfreitags, wenn er Kässpatzen statt Fleisch auftischt.
Ein FUNKE Liebe
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Die besondere Bedeutung des Karfreitags zeigt sich nicht nur in dem, was (nicht) auf den Tisch kommt. Kirchenglocken verstummen, Gottesdienste verzichten auf Altarschmuck und Kerzen, manche Gemeinden lassen auch ihre Orgeln schweigen.
