Energiekrise in Ägypten: Touristen erwartet Sparkurs in den Osterferien
Reisen nach Ägypten gelten weiterhin als relativ sicher, trotz der Nähe zum kriegsbeteiligten Israel. Auch in den bevorstehenden Osterferien werden wieder Tausende Touristen erwartet, angelockt durch die Aussicht auf mystische Dünenlandschaften, Pyramiden und weite Strände entlang des Roten Meers. Doch im Land herrscht eine Energiekrise, verstärkt durch die Lage im Nahen Osten rund um den Krieg im Iran. Reisende müssen sich in diesem Frühjahr auf Sparmaßnahmen und veränderte Regeln einstellen.
Ab dem 28. März gelten neue Öffnungszeiten für Restaurants und Geschäfte. Diese müssen spätestens 21 Uhr geschlossen sein. Das berichtet „Daily Mail“ unter Berufung auf Anwohner-Aussagen. Auch Einkaufszentren sind betroffen. Donnerstags und freitags jedoch dürfen alle Einrichtungen eine Stunde länger, also bis 22 Uhr, geöffnet bleiben. Für die neuen Öffnungszeiten gibt es nun jedoch Ausnahmen, um den Tourismus im Land möglichst wenig zu beeinflussen. Laut einer Stellungnahme des ägyptischen Ministers für Tourismus, Sherif Fathy, gelten die Sparmaßnahmen nicht für die beliebten Regionen wie Hurghada, Marsa Alam, Luxor, Aswan oder Sharm El Sheikh. In anderen Gegenden jedoch zunächst für einen Monat. Nicht betroffen seien jedoch Supermärkte und Apotheken.
Ägypten: Energiekrise trifft Touristen – Erdgaspreise explodiert
Hintergrund ist das Ziel, durch Strom und Klimaanlagen verbrauchte Energie zu sparen. Das Land ist in hohem Maße auf Erdgas zur Stromversorgung seiner Kraftwerke angewiesen. Laut Premierminister Mustafa Madbuli sind die Kosten für Ägyptens Erdgasimporte innerhalb eines Monats astronomisch gestiegen, von 560 Millionen US-Dollar (420 Millionen Pfund) auf 1,65 Milliarden US-Dollar (1,25 Milliarden Pfund).
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Zudem wird durch die Blockade der Straße von Hormus durch den Iran eine weitreichende Ölknappheit erwartet. In den vergangenen Wochen waren die Preise für Benzin und Diesel bereits erheblich angestiegen. Der Ölpreis kletterte zeitweise auf über 100 Dollar pro Barrel, wie die Frankfurter Rundschau schreibt. Der Angriff der USA und Israel auf den Iran hat die Lage weiter verschärft. Denn Ägypten steckt seit Jahren in einer multiplen Krise, ausgelöst durch eine hohe Inflation, Devisenknappheit, politische Instabilität und den Zustrom von Geflüchteten aus dem Sudan und Syrien.
Stromsparen: Ägypten schränkt Beleuchtung und Werbung deutlich ein
In einer Pressemitteilung am 18. März habe Madbuli von einer „sehr schwierigen“ Situation gesprochen und erklärt, dass man vor einer „wahrhaft außergewöhnlichen Krise“ stehe, „deren Auswirkungen weltweit schwerwiegend sein werden“.
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Und es gibt weitere Einschränkungen im Alltag, die auch Einfluss auf Touristen haben können. So sollen etwa Straßenlaternen früher abgeschaltet werden. Digitale Werbetafeln sollen gänzlich ausgeschaltet bleiben. Staatsbedienstete sollen ein oder zwei Tage pro Woche ins Homeoffice wechseln. Industrie, Gesundheitswesen und andere systemrelevante Einrichtungen sind von den Sparmaßnahmen ausgenommen.
Ägypten: Touristen sollen Urlaubspläne wegen Energiesparmaßnahmen anpassen
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Änderungen gibt es darüber hinaus beim verpflichtenden Visum für Ausländer. Seit März 2026 kostet das sogenannte „Visum on arrival“ – also das Visum, das direkt am Flughafen beantragt wird – 30 US-Dollar statt bisher 25 US-Dollar. Das berichtet das Portal „Reisereporter“. Umgerechnet entspricht das einem Anstieg von rund 21,60 Euro auf etwa 26 Euro. Der Preis bleibt gleich, wenn man das Visum mindestens sieben Tage vor Einreise online beantragt.
Ägypten: Buchungen steigen trotz aktueller Konflikte
Reiseveranstalter beobachten seit Beginn des Krieges, dass die Reiselust der Deutschen und Europäer zwar ungebrochen ist. Doch es finden Umbuchungen und Verlagerungen zu anderen Reisezielen statt. „In der betroffenen Region sehen wir Stornierungen, Umbuchungen und eine gewisse Verunsicherung“, sagte der Chef des Reiseveranstalters Dertour, Christoph Debus. Für Spanien und Griechenland gebe es weiter gute Buchungseingänge.
Ein FUNKE Liebe
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Auch Ägypten bleibe gefragt, spüre aber die aktuelle Lage. „Ägypten war eine unserer Gewinnerdestinationen“, sagte Debus. Zwar habe sich das Wachstum seit Beginn des Krieges abgeschwächt. „Nichtsdestotrotz liegen die Buchungszahlen in Summe zweistellig über dem Vorjahr.“ Hintergrund sei auch ein Wahrnehmungseffekt: „Wenn es einen Konflikt in einem arabischen Land gibt, werden häufig andere arabische Länder in Mithaftung genommen.“
Dennoch: Reisen nach Ägypten sind weiterhin möglich. Es wird nahegelegt, die Empfehlungen und Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes regelmäßig zu überprüfen.
