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Funke Mediengruppe
Rakete auf die Türkei gefeuert

Angriff auf die Nato? Das passiert laut Artikel 5 im Bündnisfall

Berlin. Wird ein Nato-Land angegriffen, hilft das ganze Bündnis bei der Verteidigung. Doch was passiert, wenn es zum sogenannten Bündnisfall kommt?
Eine Flagge der Nato weht im Wind vor dem Hauptquartier des Bündnisses in Brüssel. (Symbolbild) © Anna Ross/dpa | Anna Ross

Wird die Nato in den Krieg im Nahen Osten hineingezogen? Aktuellen Informationen zufolge scheint der Iran am Mittwoch eine Rakete auf die Türkei abgefeuert zu haben. Das Land ist Mitglied der Nato, es könnte also zum Bündnisfall kommen. Doch was genau bedeutet das?

Nato: Ein Angriff auf einen ist ein Angriff auf alle

Die Nato ist ein westliches militärisches Verteidigungsbündnis, dessen Ausgestaltung im Nordatlantikvertrag von 1949 geregelt ist. Dort heißt es in Artikel 5: „Die Parteien vereinbaren, dass ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen werden wird.“

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Wenn von einem Bündnisfall die Rede ist, ist genau das gemeint. Im Fall eines Angriffs auf einen Mitgliedsstaat, etwa die Türkei, gilt das als kriegerische Handlung gegen alle Staaten, die dann entsprechend reagieren können und zum Teil auch müssen. In so einem Fall greife das von den Vereinten Nationen anerkannte „Recht der individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung“ der angegriffenen Parteien.

Konkret bedeutet das: Die anderen Nato-Mitglieder müssen der Türkei nun helfen, sich zu verteidigen. Das kann unter Umständen auch Schläge gegen den Iran einschließen. Noch ist aber unklar, ob die Türkei sich auf den Bündnisfall beruft und in welchem Umfang es dann zu Gegenangriffen kommen würde.

Die Nato hat derzeit 32 Mitglieder, zuletzt ist Schweden beigetreten

Grundsätzlich gilt: Um die „Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wiederherzustellen und zu erhalten“, dürfe auch „Waffengewalt“ ergriffen werden, heißt es in Artikel 5 weiter. „Vor jedem bewaffneten Angriff und allen daraufhin getroffenen Gegenmaßnahmen ist unverzüglich dem Sicherheitsrat Mitteilung zu machen.“ Die Maßnahmen seien einzustellen, „sobald der Sicherheitsrat diejenigen Schritte unternommen hat, die notwendig sind, um den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit wiederherzustellen und zu erhalten“.

Die Nato hat derzeit 32 Mitglieder, zuletzt ist Schweden im Jahr 2024 beigetreten – als Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine.

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