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⇱ Zionismus – was ist das? Der Begriff einfach erklärt


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Geschichte Israels

Was ist Zionismus? Der Begriff einfach erklärt

Berlin. Was ist Zionismus? Trotz klarer Definition wird der Begriff oft falsch verwendet und missbraucht. Ein Überblick über die Geschichte Israels.
Mehrere israelische Flaggen wehen im Wind. (Symbolbild) © Getty Images | Yehoshua Halevi

Kaum ein politischer Begriff ist so aufgeladen und wird zugleich so missverständlich gebraucht wie „Zionismus“. Um zu klären, wovon eigentlich die Rede ist, lohnt der Blick auf Ursprung, Entwicklung und Bedeutungsverschiebungen des Wortes – von der religiösen Sehnsucht bis zur modernen politischen Bewegung. Denn erst aus der Geschichte erschließt sich, was Zionismus ursprünglich meinte – und was heute darunter verstanden wird.

Am besten fängt man mit dem Namen selbst an. Das Wort leitet sich von Zion ab, womit im Alten Testament der Tempelberg in Jerusalem bezeichnet wurde. Später wurde der Begriff weiter gefasst. Zion wurde als Synonym mit Jerusalem selbst gleichgesetzt. In der Herleitung steckt im Kern schon die Erklärung des Begriffs Zionismus. Ursprünglich bezeichnet er eine Art Sehnsucht, die Sehnsucht der in der Diaspora lebenden Juden nach ihrer Heimat und den Wunsch nach einer Rückkehr ins Gelobte Land. Das Gebiet, das ungefähr die Grenzen des heutigen Staates Israel sowie Palästina umfasst.

Zionismus: Die Sehnsucht nach einer Heimat im Gelobten Land

Als Begründer des Zionismus wird fälschlicherweise oft Theodor Herzl (1860–1904) angesehen. Tatsächlich reicht die Geschichte des Zionismus viel weiter zurück und ist mit Namen wie Moses Hess oder Zwi Hirsch Kalischer verbunden. Entscheidend für den Erfolg der zionistischen Bewegung war aber tatsächlich der Wiener Journalist Herzl. Seine Schrift „Der Judenstaat“ (1896) legte das geistige Fundament für den politischen Zionismus.

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In dem Buch zog Herzl den Schluss, dass alle Assimilierungsversuche der Juden im Prinzip gescheitert seien und sie im Grunde immer als Fremde angesehen würden. Die einzige Möglichkeit, dem weltweiten Antisemitismus zu begegnen, sei daher die Gründung eines eigenen Staates. 1897 organisierte Herzl in Basel den ersten Zionistischen Kongress. Herzl einte die unterschiedlichen zionistischen Strömungen und formte eine gemeinsame Bewegung. Dabei war noch gar nicht entschieden, wo der neu zu gründende Judenstaat eigentlich geografisch seinen Platz finden sollte. Neben Palästina wurden über 30 andere Optionen diskutiert, dann aber wieder verworfen.

Unabhängig davon hatten Juden schon im 19. Jahrhundert damit begonnen, sich in Palästina anzusiedeln. Der Zustrom wurde über die Jahrzehnte immer stärker und durch die Judenverfolgungen der Nazis zusätzlich befeuert. Gleichzeitig nahmen die Konflikte zwischen den arabischen Palästinensern und den Juden immer größere Ausmaße an. 1947 beschlossen die Vereinten Nationen schließlich einen Teilungsplan für Palästina und die Gründung eines jüdischen und eines arabischen Staates. Die Geburtsstunde des Staates Israel schlug schließlich am 14. Mai 1948.

Blick auf den Tempelberg in Jerusalem © Unbekannt | Unbekannt

Zionisten werden heute oft mit Juden gleichgesetzt

Die Geschichte des Zionismus war damit aber nicht beendet. Zionistische Bestrebungen existieren bis heute. Für den sogenannten Neo-Zionismus ist die Besiedlung der illegal besetzten Gebiete im Westjordanland von zentraler Bedeutung.

Heutzutage wird das Wort Zionist oft auch als Schimpfwort benutzt. Der Begriff Zionismus bezeichnet in den Augen seiner Gegner jeden Versuch, das Territorium Israels in kolonialistischer Manier zu vergrößern und die Palästinenser zu vertreiben.

Die Grenze zwischen Antizionismus und Antisemitismus ist nicht trennscharf. Das Wort Zionist wird von Antisemiten auch als Codewort für Jude gebraucht und beides fälschlicherweise gleichgesetzt. Doch auch viele ultraorthodoxe Juden lehnen den Zionismus und die Idee eines jüdischen Nationalstaates strikt ab und pochen darauf, dass eine jüdische Identität nicht staatlich, sondern nur religiös definiert werden könne.

tok

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