Iran und Israel im Krieg: Wie die Länder zu Erzfeinden wurden
- Seit 28. Februar greifen Israel und die USA zahlreiche Ziele im Iran an
- Doch warum sind die Staate eigentlich verfeindet?
- Der Konflikt im Nahen Osten einfach erklärt
Auf dem „Palästina-Platz“ im Stadtzentrum der iranischen Hauptstadt Teheran steht eine große digitale Uhr. Auf ihr läuft ein Countdown, der die Tage bis zur geplanten Zerstörung Israels im Jahr 2040 herunterzählt. Der getötete Oberste Führer des Iran, Ayatollah Ali Chamenei, hatte 2015 erklärt, dass Israel bis zu seiner Auslöschung keine 25 Jahre mehr bleiben werden. 2017 wurde die Restzeit-Uhr aufgestellt.
Die Vernichtung Israels ist Staatsdoktrin im Iran. Israel sei ein „Krebsgeschwür“, das für immer beseitigt werden müsse, sagte Chamenei, nachdem Terrorkommandos der Hamas mordend und vergewaltigend in den Süden Israels vorgedrungen waren. Der Iran unterstützt die sunnitische Hamas in den Palästinensergebieten genauso wie die Hisbollah im Libanon, die Huthis im Jemen und weitere Gruppen im Irak.
Das war aber nicht immer so: Vor der islamischen Revolution 1979 waren der Iran und Israel freundschaftlich verbunden. Die iranische Regierung gehörte zu den Ersten, die 1948 den Staat Israel anerkannten. In den folgenden Jahren kaufte Israel Öl vom Iran und half angeblich auch bei den Anfängen des iranischen Atomprogramms. Schah Mohammad Reza Pahlavi unterhielt enge Beziehungen zu den USA und Israel. Die Mullahs beschimpften ihn deshalb auch als „Marionette der USA“ und „verkappten Juden“.
Aktuelle Nachrichten zum Krieg in Nahost
Chomeini wollte heilige Stätten wie die Al-Aksa-Moschee „befreien“
Zu den ideologischen Fundamenten der Islamischen Republik gehört bis heute die Feindschaft zu Israel, dem „kleinen Satan“ wie es heißt, wie zum „großen Satan“ USA. Eine der ersten Amtshandlungen von Ayatollah Ruhollah Chomeini nach seiner Machtübernahme nach der islamischen Revolution war der demonstrative Abbruch der diplomatischen Beziehungen und die Schließung der Botschaft Israels, das „von der Landkarte getilgt werden muss“. Schon im Exil hatte er Israel die größte Bedrohung für die islamische Welt und die Muslime genannt. Für Chomeini war es unerträglich, heilige Stätten wie die Al-Aksa-Moschee unter israelischer Kontrolle zu wissen; er wollte sie „befreien“.
Dahinter steckten auch machtpolitische Überlegungen. So war Israel ein Verbündeter des iranischen Schahs – und damit ganz nach dem Prinzip „der Freund meines Feindes ist mein Feind“ ein natürlicher Widersacher Chomeinis. Der strebte zudem eine Vorreiterrolle in der islamischen Welt an. Die iranischen Schiiten, zu denen auch er gehört, sind jedoch gegenüber den Sunniten in der Minderheit. Mit seiner Unterstützung für die Palästinenser wollte er sein Land in der islamischen Welt profilieren und an die Spitze setzen.
In der Region sind Israel und der Iran Rivalen. Als Israel 1982 in den Libanon einmarschierte, entsandte der Iran seine Revolutionsgarden, um die Schiiten zu schützen. Gleichzeitig wurde in der iranischen Botschaft in Syrien die Hisbollah-Miliz gegründet – bis heute einer der Erzfeinde Israels.
Krieg gegen den Iran – spannende Hintergründe
Im Iran wird den Kindern der Hass schon im Kindergarten eingeimpft
Der Iran arbeitet zudem seit Jahren daran, seine Vormachtstellung mit eigenen Atomwaffen zu untermauern, die letztlich auch dazu dienen könnten, um den fanatischen Wunsch zu verwirklichen, Israel auszulöschen. Der Atomstreit mit Israel brachte beide Staaten immer wieder an den Rand eines Kriegs. Versuche, den Konflikt 2015 mit einem internationalen Abkommen beizulegen, führten nicht weit.
Im Iran wird der Hass auf Israel den Kindern seit 1979 schon im Kindergarten eingeimpft. Doch die laute Propaganda des Regimes bedeutet nicht, dass sie alle Iraner teilen. Immer mehr müssen kämpfen, um im Alltag zu überleben. Argwöhnisch verfolgen sie, wie viel Geld ihre Führung für Hamas, Hisbollah und die Aufrüstung ausgibt.
