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⇱ Iran: So reagieren Iraner auf den Tod von Ajatollah  Chamenei


Funke Mediengruppe
Nach Angriffen

So reagieren Iraner auf den Tod von Ajatollah Chamenei

Teheran. Trotz des Massakers an Demonstranten feiern einige Mutige im Iran den Tod von Ajatollah Chamenei. In Los Angeles gingen Exil-Iraner auf die Straße.
Von Oskar Schulz
USA und Israel greifen Iran an - Wie geht es jetzt weiter?

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Es ist wohl der Moment, auf den viele Exil-Iraner im Ausland und Regime-Gegner im Iran jahrzehntelang gewartet haben: Der religiöse und politische Führer des Irans, Ajatollah Ali Chamenei, ist tot. Iranische Staatsmedien bestätigten die Tötung Chameneis bei den gemeinsamen Angriffen der USA und Israels auf die iranische Führung. Zuletzt hielten sich Chamenei und das Mullah-Regime nur noch mit purer Gewalt an der Macht, bei den jüngsten Massenprotesten wurden Tausende Menschen von den Sicherheitskräften erschossen. Wie werden nun die Iraner selbst auf die laut Trump „einzigartige Chance“ nach dem Tod Chameneis reagieren?

In Los Angeles feierten Mitglieder der iranischen Community den Tod von Ali Chamenei. © Getty Images via AFP | Mario Tama

Einige tun es zunächst mit Jubel: Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, seien in der Hauptstadt Teheran schon vor der offiziellen Nachricht vom Tod des obersten Führers Freudenschreie zu hören gewesen. Menschen standen an den Fenstern ihrer Wohnungen und applaudierten. Die „New York Times“ berichtet, dass in Teheran Feuerwerk zu sehen sei und laute persische Tanzmusik die Straßen fülle. Viele Anwohner skandierten von ihren Fenstern und Balkonen aus „Freiheit, Freiheit!“.

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Andere seien am Samstag sogar auf die Straße gegangen und klatschten, wie auf Videos zu sehen war, die im Onlinedienst Telegram verbreitet wurden und der AFP vorliegen. Autofahrer hupten als Zeichen ihrer Freude. Die Meldung vom Tod Chameneis war unter anderem von iranischen Exilmedien verbreitet worden, die im Iran über Satellit empfangen werden können.

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Angst vor den Sicherheitskräften bleibt wohl – Exil-Iraner feiern in Los Angeles

Bisher waren allerdings noch keine Menschenmassen auf den Straßen zu sehen. Viele Iraner fürchten sich nach der brutalen Niederschlagung der Massenproteste im Januar offenbar noch vor der Reaktion der Sicherheitskräfte. Es ist bisher wohl nur eine Minderheit, die wie in der iranischen Hauptstadt vor Glück aus ihren Fenstern schrie oder Hupkonzerte veranstaltete

Anhänger der Regierung trauern in Teheran, Iran, nachdem das staatliche Fernsehen offiziell den Tod des iranischen Obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei verkündet hat. © Vahid Salemi/AP/dpa | Vahid Salemi

Nach den Angriffen haben sich auch in den USA in mehreren Städten Menschen auf den Straßen versammelt. Größere Demonstrationen fanden unter anderem in Washington, New York und Los Angeles statt. Teils kritisierten die Demonstrierenden das Vorgehen der USA und forderten Frieden für die Region, andere dagegen feierten den Tod des Ajatollahs.

„Ich möchte weinen. Ich möchte schreien. Ich möchte tanzen. Ich möchte lachen – aber vor allem möchte ich einfach nur feiern“, zitierte die „New York Post“ einen Demonstranten aus Los Angeles. Dem Bericht zufolge gingen in der Stadt Hunderte Menschen auf die Straße, um die Angriffe auf den Iran zu feiern. Die Stadt ist ein Zentrum der iranischen Diaspora in den USA.

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Iran nach den US-Angriffen: Übernimmt Shah-Sohn Pahlavi die Führung?

US-Präsident Donald Trump sieht nach eigenen Angaben „einige gute Kandidaten“ für die künftige Führung des Irans. Auf die Frage, ob es jemanden im Iran gebe, den er gerne an der Spitze des Landes sehen würde, sagte Trump dem Sender CBS News nach dessen Angaben in einem Telefoninterview: „Ja, ich denke schon. Es gibt einige gute Kandidaten.“ Details wollte er nicht nennen.

Einer der beliebtesten Führer der iranischen Opposition ist der Sohn des letzten iranischen Schahs, Reza Pahlavi. Er sieht die Islamische Republik nach dem Tod ihres geistliches Oberhaupts Ali Chamenei am Ende. „Mit seinem Tod ist die Islamische Republik faktisch zu Ende gegangen und wird bald im Mülleimer der Geschichte landen“, schrieb der Exil-Oppositionelle am Samstag im Onlinedienst X. 

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Er forderte die iranischen Sicherheitskräfte auf, sich an einem Übergang in dem Land zu beteiligen. In einem Meinungsbeitrag für die „Washington Post“ brachte der in den USA lebende Pahlavi sich außerdem erneut als Interimsführer ins Spiel. Viele Iraner haben mich, oft trotz lebensbedrohlicher Situationen, gebeten, diesen Übergang zu leiten“, schrieb er darin. Er wolle ihrem Ruf folgen und den Weg hin zu einer neuen Verfassung freimachen

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Ajatollah Chamenei stirbt bei Luftangriffen

Chamenei wurde am Samstag bei massiven Luftangriffen der USA und Israels getötet, wie Trump in seinem Onlinedienst Truth Social erklärte. „Chamenei, einer der bösesten Menschen in der Geschichte, ist tot“, schrieb der US-Präsident. Vor Trumps Erklärung hatten bereits israelische Medien Chameneis Tod gemeldet. Eine Bestätigung des Iran lag nicht vor. 

Die USA und Israel hatten zuvor nach wochenlangen Drohungen mit massiven Luftangriffen auf den Iran begonnen. Seit den Morgenstunden waren in Teheran und weiteren iranischen Städten Explosionen zu hören, Rauchwolken stiegen über der iranischen Hauptstadt auf. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel sowie auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion.

mit dpa/afp

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