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⇱ Dubai: Tausende Touristen sitzen am Flughafen fest – „Blankes Chaos“


Funke Mediengruppe
Feuer in Luxushotel

Tausende Touristen sitzen am Flughafen von Dubai fest – „Blankes Chaos“

Dubai. Im Zuge der Eskalation zwischen Israel, USA und dem Iran stehen auch die Golfstaaten unter Beschuss. Erneut kommt es zu Schäden im Touristen-Hotspot Dubai.
Eine Rauchwolke, verursacht durch einen iranischen Angriff, ist im Hintergrund zu sehen, während Flugzeuge der Emirates nach der Schließung des Flughafens auf dem Dubai International Airport geparkt sind. © AP/dpa | Altaf Qadri
  • Am Flughafen von Dubai sitzen Tausende Touristen fest
  • Wegen der Kampfhandlungen in der Region wurde der Luftraum geschlossen
  • Auch weltberühmte Hotels in Dubai wurden offenbar bei Angriffen beschädigt

Der Iran greift bei seinen Vergeltungsangriffen auch US-Verbündete und amerikanische Stellungen im Nahen Osten an. In Dubai etwa sind bei der Abwehr von Drohnenangriffen zwei Menschen verletzt worden. Trümmerteile seien in die Höfe von zwei Wohnhäusern gefallen, teilte das Medienbüro von Dubai mit. Explosionsgeräusche in der Stadt seien auf Abfangraketen zurückzuführen, hieß es weiter. 

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Bereits am Samstag war es im Zuge der aktuellen Eskalation zu einem Feuer am bekannten Luxushotel Burj al Arab gekommen. In Behördenangaben war von einem „kleinen Brand“ die Rede. Ein Video zeigte aber, dass es an der Außenwand des mehr als 300 Meter hohen Wolkenkratzers über mehrere Stockwerke hinweg brannte.

Das Luxushotel Burj al Arab in Dubai: Dort brach am Samstag ein Feuer aus. © dpa/dpa-tmn | Marcus Brandt

Möglicherweise bei Angriffen wurde auch das Luxushotel Fairmont The Palm Dubai getroffen, bei dem folgenden Feuer wurden nach Behördenangaben vier Menschen verletzt. Auf Social Media verbreitete Videos sollen zeigen, wie ein Geschoss nahe dem Hotel vom Himmel fällt. Auf anderen Videos ist zu sehen, wie der Eingangsbereich in Flammen steht, während dichter schwarzer Rauch aufsteigt. Eine offizielle Bestätigung zur Ursache des Vorfalls gab es zunächst nicht.

Feuerwehrleute und Rettungskräfte inspizieren den Ort einer Explosion im Fairmont The Palm Hotel in Dubai. © Altaf Qadri/AP/dpa | Altaf Qadri

Aktuelle Nachrichten zum Krieg in Nahost

Dubai, Abu Dhabi, Doha: Mehr als 3400 Flüge gestrichen

Der Luftverkehr ist aufgrund der andauernden Eskalation in großen Teilen der Region weitgehend zum Erliegen gekommen. Zahlreiche Lufträume wurden geschlossen, Tausende Reisende saßen fest oder mussten umgeleitet werden. Nach Angaben der Plattform Flightradar24 wurden an sieben großen Flughäfen mehr als 3.400 Flüge gestrichen – darunter in Dubai, Abu Dhabi und Doha.

Passagiere, die durch die Schließung des internationalen Flughafens von Dubai gestrandet sind, warten auf dem Flughafenparkplatz in Dubai. © Altaf Qadri/AP/dpa | Altaf Qadri

Die Luftfahrtbehörde der Vereinigten Arabischen Emirate kündigte eine „vorübergehende und teilweise“ Sperrung des Luftraums an. In Dubai wurden alle Flüge am internationalen Flughafen DXB sowie am Al Maktoum Airport (DWC) bis auf Weiteres ausgesetzt.

„Am Dubai International Airport herrscht das blanke Chaos“, zitierte die „Bild“ einen deutschen Urlauber. „Tausende Menschen versuchen, das Terminal zu verlassen. Es gibt keine Ausgänge, die Züge zwischen den Terminals sind defekt. Es gibt keine Ansagen, kein Personal.“ 

Der Flughafen Tel Aviv bleibt voraussichtlich bis Montag gesperrt. Auch der Luftraum in Katar, Kuwait sowie in Teilen Syriens ist geschlossen. Mehrere internationale Airlines, darunter Lufthansa, British Airways und Turkish Airlines, setzten Flüge in die Region aus oder änderten ihre Routen.

Die Zufahrtstraße am Abflugterminal des internationalen Flughafens von Dubai liegt nach seiner Schließung menschenleer. © Altaf Qadri/AP/dpa | Altaf Qadri

Auch Kreuzfahrtschiffe betroffen

Neben dem Flugverkehr geriet auch der Schiffsverkehr in der Golfregion ins Stocken. Das Kreuzfahrtschiff „MSC Euribia“ mit mehr als 6.000 Passagieren lag Berichten zufolge in Dubai fest, eine geplante Orient-Kreuzfahrt wurde abgesagt. 

Vom deutschen Anbieter TUI Cruises liegen die Kreuzfahrtschiffe „Mein Schiff 4“ und „Mein Schiff 5“ fest. „Die Sicherheit unserer Gäste und der Crew hat für uns jederzeit oberste Priorität“, hieß es auf der Website des Anbieters. Eine planmäßige Durchführung der Reisen sei derzeit nicht verantwortbar.

Iranische Armee fliegt neue Angriffe in der Golfregion

Die iranische Armee hatte nach eigenen Angaben am Sonntagmorgen neue Angriffe auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion geflogen. „Vor wenigen Minuten haben Piloten der Luftstreitkräfte der Islamischen Republik Iran in mehreren Operationsphasen erfolgreich US-Stützpunkte in den Ländern am Persischen Golf und in der Region Kurdistan im Irak bombardiert“, erklärte die iranische Armee im Staatsfernsehen.

Mehrere Städte in der Region wurden am Morgen von Explosionen erschüttert. Über der katarischen Hauptstadt Doha stieg dichter schwarzer Rauch auf, wie ein AFP-Journalist berichtete. Auch in Dubai waren neue Detonationen zu hören.

Nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai am Sonntagvormittag steigt Rauch auf. © Fatima Shbair/AP/dpa | Fatima Shbair

Drohnen-Angriff auf Flughafen von Bahrain

Bei einem Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen in Bahrain kam es zu Sachschaden. Es gebe aufgrund des Angriffs auf den Flughafen nahe der Hauptstadt Manama keine Todesopfer, erklärte das Innenministerium auf der Plattform X. Das Gelände werde gesichert. Das Ministerium nannte zunächst keine weiteren Details.

Blick auf die Skyline von Manama. © Cindy Riechau/dpa | Cindy Riechau

Bahrain ist unter anderem der Hauptsitz der US-Marine im Nahen Osten. Dort ist die sogenannte Fünfte Flotte der Marine beheimatet.

Auswärtiges Amt: Betroffene sollen Krisenvorsorgeliste nutzen

Kein Weiterkommen gab es am Wochenende auch in anderen Weltregionen für Urlauber, die auf manche arabische Airlines gebucht waren. So wurden etwa in Sydney Flüge der Fluggesellschaft Etihad Airways über Abu Dhabi gestrichen.

„Am Flughafen gab es erstmal lange Schlangen und keine Informationen“, berichtete ein deutscher Reisender aus Sydney. „Dann wurden die Flüge gestrichen.“ Es sei unklar, wann Etihad wieder fliegen könne, hieß es demnach, Hotelgutscheine gab es zunächst nicht. „Die meisten Passagiere waren eher resigniert und nicht wütend“, sagte der Urlauber.

Das Auswärtige Amt hatte am Samstag eine Reisewarnung für mehr als ein Dutzend Länder der Region zwischen Libanon und Oman veröffentlicht. Alle Menschen in der Region sind aufgefordert, sich in die Krisenvorsorgeliste ELEFAND einzutragen und sich bei einem Reiseveranstalter oder einer Fluggesellschaft über Ausreisemöglichkeiten zu informieren.

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