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⇱ Dubai & Co.: Iran greift Golfstaaten an – wie lange halten die Scheichs still?


Funke Mediengruppe
Flächenbrand droht

Iran nimmt die Nachbarn ins Visier – wie lange halten die Scheichs noch still?

Washington. Nach iranischen Angriffen auf mehrere Golfstaaten wächst die Angst vor einer Eskalation. Wird die gesamte Region in den Konflikt gezogen?
Von Dirk Hautkapp, Korrespondent in Washington
Kuwait: Feuer in US-Botschaft nach iranischem Drohnenangriff

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In den Golfstaaten, die sich jahrelang als sichere Inseln im Dauerchaos des Nahen Ostens vermarktet haben, heulen die Sirenen. Seit dem US-israelischen Angriff auf den Iran hat Teheran seine Vergeltungszone ausgeweitet und den Krieg an die Haustüren seiner Nachbarn getragen. Vereinigte Arabische Emirate (VAE), Kuwait, Bahrain, Katar, Jordanien, Saudi-Arabien, die Liste der Länder, in denen iranische Raketen niedergehen, wird täglich länger. Warum?

Offiziell sagt der Iran durch den Sicherheitsfunktionär Ali Laridschani, es gehe um US-Ziele: „Wenn die Militärbasen in eurem Land gegen uns genutzt werden, dann werden wir diese Basen angreifen.“ Dahinter steckt aber auch Kalkül: Kein US-Partner soll sich außerhalb der Reichweite iranischer Raketen fühlen. So will man den Preis für die Unterstützung Washingtons in die Höhe treiben.

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Iranische Angriffe: Tote und Verletzte in mehreren Golfstaaten

Wo gab es Tote und große Schäden? In den Vereinigten Arabischen Emiraten schlugen Raketen und Drohnen in zivilen Bereichen ein; in Abu Dhabi meldeten Staatsmedien zunächst einen Toten, in Dubai brach nahe eines Hotels auf den Palm Islands Feuer aus. Später berichtete das Verteidigungsministerium der Emirate von drei Toten und 58 Verletzten. Abu Dhabi rief den Botschafter zurück und schloss die Botschaft in Teheran.

In Kuwait gab es Einschläge am US-Botschaftskomplex, außerdem Verletzte durch Trümmer an einer Raffinerie; drei US-Soldaten starben dort bei iranischen Angriffen. In Bahrain wurde ein Servicezentrum der US-Fünften Flotte getroffen; auch dort wurden zivile Opfer gemeldet. In Oman traf eine mit Sprengstoff beladene Drohnen-„Boots“-Attacke einen Tanker im Golf von Oman – ein Seemann kam ums Leben. Saudi-Arabien meldete abgewehrte Angriffe auf Riyadh und die Ostprovinz. In Katar und Jordanien wurden Flugkörper abgefangen; in Jordanien gingen zahlreiche Trümmerteile nieder. Im Irak bekennen sich pro-iranische Milizen zu Drohnenangriffen auf US-Truppen. Und selbst Zypern wurde mit einem Drohnenangriff auf eine britische Basis hineingezogen.

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Golfstaaten warnen vor Eskalation und drohen mit Gegenmaßnahmen

Wie reagieren die Nachbarn? Vor allem mit Abwehr und Diplomatie – und mit schärferen Drohformeln. Der Golf-Kooperationsrat verurteilte „abscheuliche“ Angriffe als Bruch von Souveränität und Völkerrecht und betonte zugleich das Recht, „alle notwendigen Maßnahmen“ zur Selbstverteidigung zu ergreifen. Saudi-Arabien sprach von „feigen” Attacken und erklärte, man werde „alle notwendigen Maßnahmen“ treffen – „einschließlich der Option zu antworten“. Die Emirate warnten den Iran. „Dein Krieg ist nicht mit deinen Nachbarn.“

Militärisch halten die meisten Golfstaaten bislang still – ein Gegenschlag würde sie endgültig zur Kriegspartei machen. Die Gefahr eines regionalen Flächenbrands wächst jedoch mit jedem Tag, an dem der Iran „das Schlachtfeld internationalisiert”. Schon jetzt ist die Schifffahrt in der Straße von Hormus massiv gestört; beschädigte Tanker und ein Toter zeigen, wie schnell Vergeltung zur globalen Energiekrise führen kann. Das Wort der Stunde lautet Fehlkalkulation: „Jede Fehlrechnung“ könne die Region in „einen offenen Krieg“ kippen, warnt die Emirate-Analystin Ebtesam Al-Ketbi.

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