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Streit in sozialen Medien

Israels Außenministerium wirft deutschem Botschafter „Besessenheit“ vor

Tel Aviv. Israels Außenminister reagiert auf „X“ ungewohnt scharf auf den deutschen Botschafter Seibert. Worum sich der diplomatische Streit dreht.
Steffen Seibert, Botschafter Deutschlands in Israel, wird wegen eines „X“-Posts vom israelischen Außenministerium kritisiert. © picture alliance/dpa | Elisa Schu

Auf der Plattform X tragen der israelische Außenminister Gideon Saar und der deutsche Botschafter in Israel, Steffen Seibert, einen Streit aus. Anlass ist ein X-Post von Seibert vom Sonntagabend. „Botschafter Seibert fällt es schwer, Angriffe auf Israelis zu verurteilen, ohne die Palästinenser zu erwähnen“, schrieb Saar auf X. „Gut zu wissen, dass bald ein neuer Botschafter kommt – einer, der die israelisch-deutschen Beziehungen stärken wird.“ Er wirft Seibert fehlende Empathie für Israel vor. 

Israelischer Außenminister schießt gegen deutschen Botschafter: „Gut zu wissen, dass bald ein neuer Botschafter kommt“

Hintergrund ist Seiberts X-Post, den er am Sonntagabend abgesetzt hatte. Darin schrieb er von einem Tag der Trauer und Empörung nach dem Tod eines Israelis durch Hisbollah-Beschuss und hunderten Verletzten durch iranische Raketen. Gleichzeitig schrieb er von einer „Parallelrealität“, in der es Siedlergewalt gegen palästinensische Dorfbewohner im Westjordanland gebe. Zuvor war es zum Tod eines Siedlers gekommen.

Wegen der Kritik an Siedlergewalt warf Saar Seibert eine „Besessenheit auf die in Judäa und Samaria lebenden Juden“ vor, die ihn daran hindere, den Tod eines Juden durch Palästinenser zu verurteilen. Als Judäa und Samaria bezeichnet die israelische Regierung die Gebiete im Westjordanland.

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Deutscher Botschafter auf Kritik: „Stehen in diesem Krieg an der Seite Israels“

In einer Reaktion auf Saars X-Post betonte Botschafter Seibert, Deutschland stehe in dem gegenwärtigen Krieg gegen den Iran an der Seite Israels. Es habe die iranischen Angriffe auf israelische Zivilisten und den „verbrecherischen Einsatz von Streubomben öffentlich verurteilt“, schrieb der Diplomat in seiner Erwiderung auf X. „Die Gewalt der Siedler bereitet uns, wie auch dem israelischen Präsidenten und anderen führenden Politikern, große Sorgen“, fügte er hinzu.

Aktuelle Nachrichten zum Krieg in Nahost

Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt. Seit dem Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 hat sich die Gewalt extremistischer Siedler gegen Palästinenser deutlich erhöht.

viv/dpa

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