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Funke Mediengruppe
„Patrioten“

Army-Piloten fliegen zu Kid Rock – ihr Flug hat Konsequenzen auf höchster Ebene

Berlin. US-Militärhubschrauber sind über dem Anwesen von Kid Rock in den Schwebeflug gegangen, das Pentagon ermittelt – bis Hegseth eingreift.
Von Louisa Thönig, Online-Redakteurin
Kid Rock bei Donald Trump: „Mein Kumpel ist der Oberkommandierende.“ © Uncredited/Pool/AP/dpa | Uncredited

Ein eher ungewöhnlicher Flug zweier US-Militärhubschrauber über dem Anwesen des Musikers Kid Rock hat in den USA und international für Aufsehen gesorgt. Während eines Trainingsmanövers näherten sich die Maschinen dem Grundstück nahe Nashville bis auf wenige Meter. Einer der Helikopter verharrte dazu zeitweise im Schwebeflug – offenbar zur Freude des Hausherrn.

Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie Kid Rock den Hubschrauber begrüßt, winkt, klatscht und salutiert. Der Musiker, bürgerlich Robert Ritchie und ein enger Unterstützer von US-Präsident Donald Trump, veröffentlichte die Szene anschließend selbst. Dazu beleidigte er den demokratischen Gouverneur von Kalifornien, Gavin Newsome.

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US-Militär leitet interne Untersuchung ein

Das US-Militär reagierte zunächst mit einer internen Untersuchung. Die beiden Besatzungen der AH-64-„Apache“-Hubschrauber aus Fort Campbell wurden vorübergehend vom Flugdienst suspendiert. Ein Armeesprecher erklärte dem Sender CNN: „Eine administrative Überprüfung ist im Gange, um den Auftrag zu bewerten und die Einhaltung von Vorschriften zu überprüfen. Es werden geeignete Maßnahmen ergriffen, falls Verstöße festgestellt werden.“

Auch in einer Mitteilung, aus der NBC zitierte, hieß es, Piloten müssten „strenge Sicherheitsstandards, Professionalität und geltende Flugvorschriften einhalten“. Bei Fehlverhalten würden entsprechende Konsequenzen folgen.

News aus den USA

Hegseth verteidigt Hubschrauber-Piloten und nennt sie „Patrioten“

Noch bevor die Untersuchung abgeschlossen war, griff aber US-Verteidigungsminister Pete Hegseth persönlich ein und beendete das Verfahren. In einem Beitrag auf der Plattform X schrieb er: „@US-Armee: Piloten-Suspendierung aufgehoben. Keine Bestrafung. Keine Ermittlung. Macht weiter, Patrioten.“

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Der Schritt wird in US-Medien kritisch gesehen. Die „New York Times“ schrieb von einem „bemerkenswerten Eingriff auf höchster Pentagon-Ebene, der die interne militärische Befehlskette umging“. Dies sei ein weiteres Indiz für Hegseths „Verachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen im Militär“.

Kid Rock begeistert – Trump gelassen

Kid Rock selbst zeigte sich von dem Vorfall angetan. Der Nachrichtenagentur AP zufolge sagte er, er habe es „richtig cool“ gefunden, dass der Hubschrauber kurz über seinem Anwesen schwebte. „Wenn es ihren Tag ein wenig besser gemacht hat, dann finde ich, ist das eine großartige Sache“, erklärte er. Mit Blick auf mögliche Konsequenzen für die Crews fügte er hinzu: „Ich glaube, mit ihnen wird alles in Ordnung sein. Mein Kumpel ist der Oberbefehlshaber.“

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Trump selbst zeigte sich laut NBC nicht sonderlich besorgt über den Vorfall. Auf die Frage während einer Zeremonie zur Unterzeichnung eines Dekretes, ob er das Video gesehen habe, sagte er: „Nein, habe ich nicht. Aber ich bin mir sicher, sie hatten ihren Spaß.“

Dem Sender zufolge fügte er hinzu: „Das hätten sie wahrscheinlich nicht tun sollen. Man soll doch keine Spielchen spielen, oder?“ Er werde sich das Video einmal ansehen: „Sie mögen Kid Rock, ich mag Kid Rock. Vielleicht wollten sie ihn verteidigen, ich weiß es nicht.“ Wie das US-Militär mit der Entscheidung des Verteidigungsministers umgehen wird, ist bislang unklar.

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