Der Mensch auf dem Mond: Welche Mondmissionen gab es bereits?
Dort, wo die Sonne niemals scheint, liegt die Zukunft der Raumfahrt: In den tiefen Kratern des Mond-Südpols vermutet die Nasa den wichtigsten Rohstoff überhaupt – Wasser. Für das Jahr 2028 plant die US-Raumfahrtbehörde eine bemannte Mondmission mit dem Ziel, Astronauten in der Nähe des Mond-Südpols landen zu lassen. Artemis IV soll nach derzeitigem Stand der erste Schritt von vielen sein, die eine dauerhafte Präsenz auf dem Mond etablieren.
Im Mittelpunkt stehen die Suche nach Wassereisvorkommen sowie wissenschaftliche Experimente, die eine langfristige und nachhaltige Präsenz auf dem Mond vorbereiten sollen. Der Südpol gilt aufgrund potenziell vorhandener Eisreserven in dauerhaft verschatteten Kratern als besonders vielversprechend.
Bevor die Menschheit aber zum Mond zurückkehrt, sind zwei weitere Missionen vorgesehen: Artemis II soll noch im Jahr 2026 zu einer zehntägigen Mondumrundung abheben. Für 2027 plant die Nasa dann mit Artemis III im niedrigen Erdorbit Andockmanöver und einen neuen Raumanzug zu erproben. Diese Mondmissionen knüpfen an eine Reihe historischer Vorläufer an, die in den 1950er Jahren ihren Anfang nahmen.
Wann war die erste bemannte Mondlandung?
Der Mond als Trabant der Erde übt seit jeher eine besondere Faszination auf die Menschheit aus. Vor diesem Hintergrund formulierte der damalige Präsident der Vereinigten Staaten, John F. Kennedy, im Jahr 1961 das ambitionierte Ziel, noch vor Ende des Jahrzehnts einen Menschen auf den Mond zu entsenden. Die USA befanden sich zu dieser Zeit im sogenannten „Space Race“ mit der Sowjetunion – die beiden Supermächte wetteiferten mit ihren Raumfahrtprogrammen darum, sich gegenseitig zu übertreffen.
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Der 20. Juli 1969 gilt als Endpunkt dieses Rennens: Die US-Amerikaner Neil Armstrong und Buzz Aldrin landeten um 20.17 Uhr auf der Mondoberfläche. Mit seinen Worten „Das ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Sprung für die Menschheit“ prägte Armstrong wenige Stunden später einen ikonischen Moment der Raumfahrtgeschichte.
Gemeinsam waren Armstrong, Aldrin und Michael Collins am 16. Juli 1969 im Rahmen der Mission Apollo 11 gestartet. Die Trägerrakete brachte das Raumschiff in Richtung Mond, wo Armstrong und Aldrin mit der Landefähre „Eagle“ aufsetzten, während Collins im Kommandomodul Columbia den Mond umrundete. Trotz technischer Herausforderungen verlief die Mission erfolgreich und markierte einen Wendepunkt in der Geschichte der bemannten Raumfahrt.
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Zwölf Menschen auf dem Mond: Apollo 11 bis 17
Im Rahmen der Apollo-Missionen betraten zwischen 1969 und 1972 insgesamt zwölf Astronauten die Mondoberfläche. Mit dem Abschluss der letzten Mission im Dezember 1972 endete diese Phase der bemannten Mondforschung. Ausschlaggebend waren die hohen finanziellen und technischen Aufwendungen sowie die abnehmende politische Bedeutung nach dem erfolgreichen Wettlauf mit der Sowjetunion.
- Apollo 11: Am 20. Juli 1969 landeten Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen auf dem Mond und markierten damit einen Wendepunkt in der Geschichte der Raumfahrt.
- Apollo 12: Charles Conrad und Alan Bean erreichten am 19. und 20. November 1969 die Mondoberfläche und verbrachten dort insgesamt 7 Stunden und 45 Minuten.
- Apollo 14: Alan Shepard und Edgar Mitchell hielten sich am 5. und 6. Februar 1971 mehr als neun Stunden auf dem Mond auf und führten umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen durch.
- Apollo 15: David Scott und James Irwin verbrachten vom 31. Juli bis 2. August 1971 rund 18,5 Stunden auf der Mondoberfläche und erweiterten das wissenschaftliche Programm deutlich.
- Apollo 16: John Young und Charles Duke landeten vom 21. bis 23. April 1972 auf dem Mond und hielten sich dort mehr als 20 Stunden auf.
- Apollo 17: Eugene Cernan und Harrison Schmitt betraten vom 11. bis 14. Dezember 1972 als bislang letzte Menschen die Mondoberfläche und schlossen damit das Apollo Programm ab.
Mission Mond: Tragische Momente und Katastrophen
Die Eroberung des Mondes war nicht nur von Erfolgen geprägt, sondern auch von dramatischen Rückschlägen, die die bemannte Raumfahrt nachhaltig prägten. Am 27. Januar 1967 kam es bei der Apollo-1-Tragödie zum Tod der Astronauten Gus Grissom, Edward White und Roger Chaffee, die während eines Testlaufs des Raumschiffs durch ein Feuer ums Leben kamen. Diese Katastrophe führte zu einer umfassenden Überarbeitung des Apollo-Raumschiffs, um die Sicherheit zukünftiger Missionen zu gewährleisten.
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Eine weitere kritische Situation trat 1970 auf, die als „Beinahe-Katastrophe“ gilt: Beim Servicemodul von Apollo 13 explodierte der Sauerstofftank. Die Astronauten Jim Lovell, Jack Swigert und Fred Haise konnten sich nur durch den Umstieg in die Mondlandefähre retten. Wenig später landeten die Astronauten mit der Kommandokapsel „Odyssey“ im Pazifik.
Ein FUNKE Liebe
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Auch die erste Mondlandung im Juli 1969 war nicht frei von Problemen. Überlastungsmeldungen des Bordcomputers während des Landeanflugs sowie ein nahezu leerer Treibstofftank hätten den historischen Erfolg beinahe verhindert und zeigen die prekäre Lage, unter der die Astronauten operierten.
Wichtige Meilensteine bei der Erforschung des Mondes
- Luna 2 (1959): Die sowjetische Raumsonde Luna 2 war der erste künstliche Flugkörper, der den Mond erreichte.
- Luna 9 (1966): Mit Luna 9 gelang der Sowjetunion die erste weiche Landung auf der Mondoberfläche, bei der die Sonde unbeschädigt aufsetzte.
- Luna 16 (1970): Die Mission Luna 16 führte erstmals eine automatisierte Rückführung von Mondbodenproben zur Erde durch.
- Chang’e 4 (2019): China landete mit Chang’e 4 erstmals weich auf der bislang unerforschten Rückseite des Mondes.
- Chandrayaan-3 (2023): Indien erreichte mit Chandrayaan-3 die erste erfolgreiche Landung in der Nähe des Mond-Südpols.
