Artemis 2: Christina Koch fliegt als erste Frau zum Mond
- Am 1. April soll die Mondmission Artemis 2 starten
- Mit an Bord ist erstmals eine Frau: Christina Koch
- Wer ist die historische Astronautin?
Die Artemis-2-Mission rückt zunehmend in den Fokus der Öffentlichkeit. Erstmals seit mehr als einem halben Jahrhundert soll wieder ein bemannter Flug Kurs auf den Mond nehmen. Der Blick richtet sich vor allem auf Christina Koch. Die US-Astronautin wird die erste Frau überhaupt sein, die an einer Mond-Mission teilnimmt. Sie steht schon allein deswegen für den Neuanfang bei den Mond-Missionen der Nasa.
Dem „Texas Standard“ sagte Koch dazu selbstbewusst: „Wir gehen zurück zum Mond, und wir gehen zurück, um zu bleiben.“ Die Menschheit werde „alles lernen, was der Mond uns über das Universum, unser Sonnensystem und letztlich uns selbst erzählen kann.“
Koch, Jahrgang 1979, ist einer der erfahrensten Astronauten der US-Raumfahrtbehörde. Sie hatte in den vergangenen Jahren mit außergewöhnlichen Leistungen im All international für Aufmerksamkeit gesorgt und steht nun im Zentrum einer historischen Mission. Ihr Weg ins Weltall begann mit einem Studium an der North Carolina State University, das sie mit einem Bachelor in Physik und Elektrotechnik sowie einem Master in Elektrotechnik abschloss. Koch arbeitete dann zunächst im Labor für Hochenergie Astrophysik des Nasa Goddard Space Flight Center. Zudem unterstützte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin das US-amerikanische Polarforschungsprogramm.
Auch interessant
Mit der Aufnahme in die Astronautengruppe 21 der Nasa sollte ihre Karriere als Astronautin an Fahrt aufnehmen. 2019 folgte der erste Raumflug: Als Bordingenieurin nahm sie an den Langzeitmissionen Expedition 59, 60 und 61 auf der International Space Station (ISS) teil. Aufgrund technischer und logistischer Probleme bei der NASA musste ihr Aufenthalt auf der ISS verlängert werden. Insgesamt verbrachte Koch 328 Tage im All und stellte einen Rekord für den längsten Einzelaufenthalt einer Frau im Weltraum auf. Sie übertraf damit Peggy Whitson, die 2016/2017 insgesamt 289 Tage im Orbit im Einsatz war.
Ein FUNKE Liebe
Ein FUNKE Liebe
In Bezug auf die Arbeit sagte Koch in einer Live-Folge von „Red Chair Chats“ ihrer Universität NC State „Folge deiner Leidenschaft. Wenn du zu etwas beiträgst, für das du wirklich brennst, wirst du am erfolgreichsten sein und der Welt am meisten zurückgeben.“
Auch interessant
Während ihrer Mission absolvierte Koch mehrere Außenbordeinsätze. Besondere Aufmerksamkeit erregte der Einsatz am 18. Oktober 2019 gemeinsam mit Jessica Meir, als erstmals ein ausschließlich weibliches Team Wartungsarbeiten außerhalb der Raumstation durchführte. Der mehr als sieben Stunden dauernde Einsatz war nicht nur technisch anspruchsvoll, sondern wurde auch öffentlich begleitet, unter anderem durch eine Live-Schaltung mit dem US-Präsidenten Donald Trump und Vizepräsident Mike Pence.
Ihre Rückkehr zur Erde machte dann erneut Schlagzeilen – auch weil Koch ein rührendes Video verbreitete. Es zeigt die grenzenlose Freude ihrer Hündin Sadie Lou über das Wiedersehen nach einem fast einjährigen Abenteuer im All.
„Tu, was dir Angst macht.“
Christina Koch
Auch interessant
Christina Koch: Inspiration für einen bekannten Song
Heute lebt sie mit ihrem Ehemann Robert Koch im Bundesstaat Texas. Für ihre herausragenden Leistungen in der Raumfahrt wurde sie im Jahr 2020 mit dem Neil Armstrong Award of Excellence geehrt.
Eine eher ungewöhnliche Randnotiz ihrer Biografie verbindet Wissenschaft mit Popkultur: Christina Koch diente als Inspirationsquelle für den Song „Christina‘s Eyes“ des belgischen Musikers Milow. Im Refrain heißt es „Christina says she‘s gonna dance above the sky. Skipping stones across the clouds into the horizon“ (Christina sagt, sie wird über dem Himmel tanzen. Steine über die Wolken in den Horizont hüpfen lassen).
Auch interessant
Naturliebhaberin auf der Suche nach Herausforderung
Abseits ihrer Arbeit als Astronautin zieht es Christina Koch vor allem nach draußen. Rucksacktouren durch eindrucksvolle Landschaften, Bergsteigen und Klettern gehören für sie zu den Momenten, in denen sie abschalten kann und zugleich neue Kraft für kommende Missionen sammelt. Auch Surfen, Segeln, Yoga und die Teilnahme an verschiedenen Triathlons zeigen, wie wichtig Bewegung und sportliche Herausforderungen in ihrem Leben sind.
Sowohl im privaten Leben als auch im Beruf orientiert sich Christina Koch an einem besonderen Lebensmotto. „Tu, was dir Angst macht. Ich sage das, weil ich glaube, dass oft die Dinge, die uns faszinieren, von denen wir aber denken, dass sie knapp außerhalb unserer Reichweite liegen, genau die Dinge sind, die wir tun sollten.“
- Raketenstarts und Raumsonden: Deutsche Aufholjagd in der Raumfahrt – warum 2025 besonders ist
- Raketen sollen von der Nordsee starten: Hier wird Realität, was in Deutschland undenkbar schien
- Raumfahrt: Warum jetzt ein Deutscher zum Mond fliegen soll
- Verrückt oder genial? Diese Firma will Fabriken im All hochziehen
- Nasa & Esa jagen Asteroiden: Ab wann ein Brocken gefährlich wird
- Projekt Luna: Köln hat jetzt seinen eigenen Mond – Großprojekt fasziniert
Neben einer aktiven Seite pflegt Koch auch ruhigere Leidenschaften. Besonders die Fotografie hat es ihr angetan, denn sie liebt es, besondere Augenblicke festzuhalten und Geschichten in Bildern zu erzählen. Auch handwerkliche Arbeiten mit Holz gehören zu ihren Hobbys. Privat verbringt sie zudem gern Zeit mit ihrer Familie und ist häufig gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihrem Hund in der Natur unterwegs.
Ein besonderes Anliegen ist ihr zudem das Engagement für Bildung. An ihrer früheren Hochschule, der North Carolina State University, ist sie regelmäßig zu Gast, um Projekte zu unterstützen und Studierende zu fördern. Als Astronautin beteiligt sie sich außerdem an Tutorien, Gesprächsrunden und Schulprogrammen, mit denen sie junge Menschen für Wissenschaft und Forschung begeistern möchte.
