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Lufträume gesperrt

Iran-Krieg: Diese Flugrouten werden jetzt als Alternative genutzt

Berlin. Nach Angriffen auf Iran sind wichtige Flughäfen geschlossen – Reisende müssen sich auf neue Flugrouten und Unsicherheiten einstellen.
Von Nina Noire Kugler, Redakteurin im Ressort Wirtschaft/Politik
Wegen des Iran-Kriegs sind weltweit wichtige Drehkreuze für den Flugverkehr gesperrt. © AFP | GIUSEPPE CACACE

Seit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran ist der internationale Luftverkehr empfindlich gestört. Der internationale Flughafen Dubai etwa ist das weltweit führende Drehkreuz nach Passagierzahlen – und seit dem Wochenende geschlossen. Rund 95 Millionen Menschen sind hier vergangenes Jahr an- und abgeflogen. Etwa die Hälfte davon ist hier allein umgestiegen. Nun geht nichts mehr. Und auch der Hamad International Airport in Doha ist dicht. Hier gab es 2024 rund 53 Millionen Passagiere, davon nutzten etwa 39 Millionen, also etwa drei Viertel, den Flughafen zum Umsteigen. Jetzt ist er aus Sicherheitsgründen geschlossen. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind aktuell rund 30.000 Reisende deutscher Veranstalter von den Luftraumsperrungen im Nahen Osten betroffen. Sie halten sich demnach entweder in der Region auf oder haben Flüge über dortige Drehkreuze gebucht. 

Dubai, Abu Dhabi und Doha sind enorm wichtige Transitrouten zwischen Europa und Asien. Eigentlich. „Qatar Airways oder Emirates zum Beispiel können jetzt ihr Netz nicht betreiben“, sagt Luftfahrtexperte Cord Schellenberg. Bei diesen Fluggesellschaften fallen zurzeit massenweise Flüge aus. „Fluggesellschaften, die aber kein Drehkreuz dort in der Region haben, weichen jetzt auf Alternativ-Flugrouten aus. Die meisten fliegen jetzt nördlich – also Türkei und Richtung Turkmenistan – am Iran vorbei“, erklärt der Experte.

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Eine weitere Alternative liegt im Süden via Oman, Saudi-Arabien und Ägypten. „Viele Airlines haben eine gewisse Routine, ihre Flüge umzuleiten. Der israelische Luftraum ist ja leider häufiger gesperrt“, sagt Schellenberg. Und: „Die meisten Flüge Richtung Asien sind nach wie vor pünktlich.“ Schließlich sei durch den Ausfall von Etihad, Qatar Airways, Emirates und Co. derzeit auch weniger los im Luftraum. „Ich glaube, dass die Umroutungen für die anderen Airlines derzeit beherrschbar sind.“ Trotzdem: Nach Angaben einschlägiger Flugportale sind bis Sonntag bereits mehrere Tausend Flüge zahlreicher Fluggesellschaften ausgefallen.

Luftfahrtexperte Cord Schellenberg erklärt die Auswirkungen des Iran-Kriegs auf den internationalen Flugverkehr. © privat | Robin Kater

Luftfahrtexperte: „Umroutungen sind derzeit beherrschbar“

Schellenberg verdeutlicht die derzeitige Situation an einem Beispiel: „Stellen Sie sich vor, Sie sind gerade auf Sri Lanka. Wenn Sie mit Lufthansa, Swiss Air oder Ähnliches gebucht haben, dann ändert sich für Sie erst mal nichts. Der Kapitän fliegt zwar eine etwas veränderte Route zurück nach Frankfurt. Aber das merken Sie als Passagier praktisch nicht. Wenn ich aber mit einer Airline fliege, die ihr Drehkreuz in der betroffenen Region hat, dann muss ich mir entweder ein neues Ticket mit einer anderen Fluggesellschaft kaufen. Oder ich warte ab, was mir die Airline rät – ob ich zum Beispiel kostenlos umgebucht werde oder ob der Luftraum in ein paar Tagen wieder öffnet.“

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US-Präsident Donald Trump deutete an, dass er mit mindestens vier Wochen Krieg rechne. In dieser Zeit müssen Fluggäste auch mit Einschränkungen und Umstellungen im Luftverkehr rechnen. „Aber sobald der Krieg vorbei ist, werden die Airlines ihre gewohnten Reiserouten wieder aufnehmen“, ist sich Schellenberg sicher.

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