Ölpreis schießt hoch: Das bedeutet der Iran-Krieg für Fluggäste und Autofahrer
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- Im Nahen Osten befinden sich große Erdölvorkommen
- Der Krieg mit dem Iran hat erhebliche Ausworkungen auf den Energiemarkt
- Was bedeutet das für Verbraucher?
Die Angriffe der USA und Israels auf das iranische Regime und dessen Vergeltungsschläge in der Region haben auch beträchtliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft. Verbraucher rund um den Globus bekommen sie bereits jetzt zu spüren: Der internationale Flugverkehr ist massiv gestört, etliche Fluggäste sind gestrandet. Zu Beginn der Woche sind die Rohölpreise in die Höhe geschossen, was sich voraussichtlich in kürzester Zeit auch an den Tankstellen bemerkbar machen wird. Was Reisende und Autofahrer jetzt wissen müssen – der Überblick.
Wie ist die Lage im Flugverkehr?
Der Luftraum in Israel, im Iran, im Irak, in Katar, Kuwait, Jordanien, Syrien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist zumindest teilweise geschlossen, in einigen Ländern auch ganz. Etliche Airlines setzten ihre Flüge in die Region aus. Wichtige Flughäfen waren zumindest vorübergehend dicht – darunter auch der internationale Airport von Dubai, der das wichtigste Drehkreuz des Planeten für internationale Flüge ist. Die Luftfahrtbehörde der Emirate kündigte eine „vorübergehende und teilweise“ Sperrung des Luftraums an. Unter normalen Umständen fliegen auch viele Deutsche über Dubai, etwa weiter nach Indien, China oder Thailand.
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Wichtige Fluggesellschaften haben ihre Dienste in der Region vorübergehend eingestellt. Darunter ist auch die Lufthansa mit ihren Tochterunternehmen Swiss, Brussels Airlines und Austrian Airlines. Die Gruppe teilte, mit, ihre Flüge von und nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil, Dammam und Teheran bis einschließlich 8. März auszusetzen. Darüber hinaus würden bis einschließlich 4. März keine Flüge von und nach Dubai und Abu Dhabi angeboten. Nach Angaben einschlägiger Flugportale sind bis Sonntag bereits mehrere Tausend Flüge zahlreicher Fluggesellschaften ausgefallen.
Welche Rechte haben Fluggäste bei annullierten Flügen?
Da die militärische Eskalation im Nahen Osten nicht in der Verantwortung der Fluggesellschaften liegt, müssen diese den betroffenen Kunden im Falle von gestrichenen Flügen keine Entschädigungen zahlen. Europäische Airlines sind aber dennoch dazu verpflichtet, den Ticketpreis vollständig zu erstatten oder kostenlose Umbuchungen vorzunehmen.
Sind auch Schiffs-Kreuzfahrten von der Krise betroffen?
Ja. Schiffe mehrerer westlicher Anbieter liegen in Dubai, Doha oder Abu Dhabi fest – darunter auch von Tui und MSC. „Die Sicherheit unserer Gäste und der Crew hat für uns jederzeit oberste Priorität“, hieß es auf der Website von Tui Cruises.
Welche Folgen sind am Rohölmarkt zu erwarten?
Fachleute rechnen aber damit, dass die Preise für Rohöl durch die Decke gehen dürften. Das liegt daran, dass im Nahen Osten etliche große Förderländer liegen. Der Iran selbst gehört zu den wichtigsten Produzenten. Die Öl-Weltmacht Saudi-Arabien ist ebenfalls von der Eskalation der Gewalt in der Region betroffen, denn der Iran beschoss bereits US-Militärbasen in dem Königreich.
Hinzu kommt, dass eine der wichtigsten Schifffahrtsstraßen des Globus gerade blockiert ist: Der Iran hat die Straße von Hormus geschlossen, die den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer verbindet. Mindestens 150 Tanker, darunter etliche Schiffe mit Öl und Flüssiggas, sollen in den offenen Gewässern vor Anker liegen. Rund ein Fünftel der weltweiten Ölnachfrage wird normalerweise mit Schiffen durch die Straße von Hormus transportiert. Das Gleiche gilt für den Handel mit verflüssigtem Erdgas (LNG). Kommt es hier zu langwierigen Verzögerungen, könnte das die Versorgung der Welt mit Öl und Gas deutlich beeinträchtigen. Die Folge wäre neben höheren Preisen womöglich auch ein Rückgang der Wirtschaftsleistung. So weit ist es aber jetzt noch nicht.
Wie stark sind die Ölpreise nun gestiegen?
Marktbeobachter prognostizierten, dass die Preise für Rohöl allein am Montag um etwa ein Zehntel in die Höhe schießen würden und sollten sich bestätigt sehen. Ein Fass (159 Liter) US-Öl kostete am frühen Montagmorgen 77 Dollar – vor Beginn der militärischen Auseinandersetzung lag der Preis noch bei 67 Dollar. Öl der Nordsee-Sorte Brent wiederum notierte zuletzt bei rund 73 Dollar je Fass und kostete am Montagmorgen rund 84 Dollar.
Was bedeutet das für die Autofahrer?
Auch sie müssen sich auf deutlich steigende Preise gefasst machen. Normalerweise sind Turbulenzen an den Öl-Märkten sofort an den Tankstellen spürbar. Wie stark die Spritpreise in den kommenden Tagen steigen werden, lässt sich jetzt aber noch nicht absehen. Am Sonntag kostete ein Liter Super-Benzin im bundesweiten Durchschnitt 1,83 Euro und ein Liter Diesel 1,73 Euro. Der tatsächliche Preis kann aber je nach Region, Tankstelle und Tageszeit deutlich höher oder niedriger ausfallen.
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Wie steht es derzeit grundsätzlich um die Spritpreise?
Etwa seit Weihnachten gehen die Preise an den Zapfsäulen nach oben, damals lagen sie rund 20 Cent je Liter unter dem derzeitigen Niveau. In einer aktuellen Auswertung des ADAC hieß es vor wenigen Tagen, dass die Preise für Benzin und Diesel derzeit so hoch seien „wie zuletzt 2024“. Der Anstieg war bereits begründet durch zunehmende Sorgen in Bezug auf die Situation im Nahen Osten. Um Geld zu sparen, empfiehlt der Automobilclub Verbrauchern, nach Möglichkeit am Vorabend zu tanken statt am Morgen. Dann seien die Spritpreise im Durchschnitt 13 Cent niedriger.
