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Gedicht, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gedicht(e)s · Nominativ Plural: Gedichte
Aussprache  [gəˈdɪçt]
Worttrennung Ge | dicht
Wortzerlegung ge- 2dichten
Mehrwortausdrücke  ein Gedicht sein

Bedeutung

eWDG
eWDG
dichterische, meist gereimte Kunstform, die durch ihren Rhythmus und eine Gliederung in Verse und Strophen bestimmt ist und dem Leser oder Hörer vor allem eine Stimmung, ein seelisches Erlebnis vermittelt
Beispiele:
ein lyrisches, episches, dramatisches Gedicht
ein modernes Gedicht in freien Rhythmen
ein Gedicht ohne Überschrift
das Gedicht hat vier Strophen
ein gutes, formvollendetes Gedicht
ein Gedicht verfassen, schreiben
umgangssprachlichein Gedicht machen
jmdm. ein Gedicht widmen
ein Gedicht in eine Anthologie aufnehmen
ausgewählte Gedichte herausgeben
ein Gedicht lernen, (mit Pathos) aufsagen
ein Gedicht rezitieren
im Unterricht ein Gedicht behandeln, interpretieren
mit den Schülern ein Gedicht erarbeiten
übertragen, emotional etw. ist ein Gedicht (= etw. ist wundervoll)
siehe auch ein Gedicht seinDWDS, 08.05.2023
Beispiele:
die Speise ist ein Gedicht, ist das reinste Gedicht
das ist ein Gedicht!

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
2dichten · Dichter · 2Dichtung · Gedicht
2dichten Vb. ‘literarische Werke, Verse verfassen, erfinden’. Ahd. tihtōn ‘sprachlich gestalten, abfassen’ (9. Jh.; daneben auch Formen mit inlautendem -ct-, dem lat. Lautstand entsprechend), mhd. tihten ‘schreiben, schriftlich abfassen, erfinden, schaffen, erlügen’, mnd. mnl. nl. dichten, aengl. dihtan ‘einrichten, verfügen, anordnen, befehlen, verfassen, schreiben, veranlassen’, anord. schwed. dikta gelten allgemein als Entlehnungen von lat. dictāre ‘vorsagen, verfassen’ (s. diktieren). Der nhd. d-Anlaut beruht auf der binnendeutschen Konsonantenschwächung. Fraglich ist, ob die westgerm. Verben möglicherweise erst sekundär unter den Einfluß von lat. dictāre geraten, in Wirklichkeit aber germ. Ursprungs sind. Unter Berufung auf die Bedeutungsbreite der genannten Verben erwägt man Zusammenhang mit stark flektierendem mhd. tīchen ‘schaffen, treiben, ins Werk setzen’ (auch von Gesang und Tanz), ‘die Stimme erschallen lassen’ und will dieses (sehr unsicher) auf eine Variante ie. *dheig̑- der unter Teig (s. d.) genannten Wurzel ie. *dheig̑h- ‘kneten’ zurückführen. – Dichter m. ‘Verfasser von Versen, literarischen Werken’, mhd. tihtære ‘Verfasser, Erdichter’. Im Nhd. bleibt Dichter selten und setzt sich erst seit dem 18. Jh. gegen das im 15. bis 17. Jh. üblichere Poet (s. d.) durch, das im 18. Jh. einen abschätzigen Sinn erhält. Dichter bezeichnet heute vorwiegend den Verfasser von Lyrik gegenüber dem allgemeineren Schriftsteller (s. d.). 2Dichtung f. ‘literarisches Kunstwerk’ (15. Jh.). Gedicht f. ‘lyrische Dichtung (in Versen)’, mhd. getiht(e) ‘schriftliche Aufzeichnung, Erdichtung, Kunstwerk’.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Kunst, Linguistik/Sprache
Gedicht · Reim · lyrisches Werk  ●  Dichtwerk geh., pathetisch · Poem geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Gedicht‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gedicht‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›Gedicht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Soll ich dir mein neues Gedicht über die neue Ordnung vorlesen? [Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 251]
Das Gedicht hilft dem Kind, tiefer in die Wirklichkeit einzudringen. [Brumme, Gertrud-Marie: Muttersprache im Kindergarten, Berlin: Volk u. Wissen 1981 [1966], S. 213]
Auch ist der rhetorische Stil schon der frühen Gedichte auffällig. [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 109]
Derselbe Dichter kann in einem Gedicht sentimentalisch sein, in einem andern aber naiv. [Jung, Carl Gustav: Psychologische Typen. In: ders., Gesammelte Werke, Bd. VI, Zürich u. a.: Rascher 1967 [1921], S. 129]
Da wollte er hindurch, und das ließ sich nicht anders sagen als in seinen späteren Gedichten. [Die Zeit, 20.04.2000]
Zitationshilfe
„Gedicht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gedicht>.

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