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Gemach, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Gemach(e)s · Nominativ Plural 1: Gemächer · Nominativ Plural 2: dichterischGemache
Aussprache 
Worttrennung Ge | mach
Wortbildung  mit ›Gemach‹ als Letztglied: Brautgemach · Frauengemach · Privatgemach · Prunkgemach · Schlafgemach · Staatsgemach · Sterbegemach · Wohngemach

Bedeutung

eWDG
eWDG
gehoben, veraltend Wohnraum, Zimmer
Beispiele:
ein niedriges, hohes, geräumiges, helles, freundliches Gemach
er bewohnte ein fürstliches, glänzendes Gemach
die Gemächer der Burg, des Schlosses
bildlich, scherzhaftsich in seine Gemächer zurückziehen (= für niemanden mehr zu sprechen sein)
[sie] unternahmen einen kurzen Spaziergang, worauf sie in ihre Gemächer zurückkehrten [ Th. MannTristan9,151]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
gemach · gemächlich · Gemächlichkeit · Gemach · Ungemach
gemach Adv. ‘gemächlich, langsam, allmählich’, ahd. gimah ‘passend, geeignet, bequem’ (8. Jh.), mhd. gemach ‘bequem, ruhig, langsam’, asächs. -gimak ‘geziemend, passend’, mnd. gemak, aengl. gemæc, anord. makr ist im Sinne von ‘was sich gut fügt, was zusammenpaßt’ eine Adjektivbildung zu dem unter machen (s. d.) in seiner frühen Bedeutung ‘zusammenfügen, -bringen’ angeführten Verb und wird vornehmlich (vgl. ahd. gimahho, 9. Jh., mhd. gemach) als Adverb verwendet. – gemächlich Adj. ‘langsam, ruhig, bequem, behaglich’, ahd. gimahlīh ‘bequem’ (11. Jh.), gimahlīhho Adv. (um 800), mhd. gemechlich ‘bequem’, gemechlīch, -līche, -līchen Adv.; in frühnhd. Zeit auch gleichbed. mit allmählich (s. d.). Gemächlichkeit f. (16. Jh.). Gemach n. ‘Wohnraum, Zimmer’, ahd. gimah ‘Vorteil, Bequemlichkeit, Annehmlichkeit’ (9. Jh.), mhd. gemach, übertragen ‘Ort, wo man Ruhe und Bequemlichkeit findet, Zimmer, Wohnung’, Substantivierung des Adjektivs (s. oben). Die alte Bedeutung ‘was sich gut fügt’ ist noch in der Verneinung Ungemach n. ‘Unruhe, Unbehagen, Verdruß, Kummer, Leid’, mhd. ungemach, bewahrt; vgl. ahd. ungimah Adj. ‘unpassend’ (8. Jh.).

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Kammer · Raum · Stube · Zimmer  ●  Bude ugs. · Gelass geh. · Gemach geh., veraltend · Kabinett geh., österr. · Kabuff ugs., abwertend · Loch ugs., abwertend · Rumpelkammer ugs., abwertend · Räumlichkeit fachspr., Jargon
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

(großes) Getöse · (großes) Tamtam · Aufheben(s) · Aufregung · Aufsehen · Federlesen(s) · Gesums · Getue · Gewese · Hype · Schaumschlägerei · Theaterdonner · Wirbel · viel Lärm um nichts  ●  (einen) ganz großen Bahnhof (machen) fig. · Aufruhr fig. · Hysterie fig. · (großes) Trara ugs. · (übertrieben viel) Tamtam (um etwas) ugs., salopp · Aufgeregtheit geh. · Aufriss ugs. · Bohei ugs. · Buhei ugs. · Furore (machen) geh. · Gehabe ugs. · Gemach(e) ugs. · Geschiss derb · Getrommel ugs. · Riesenbohei ugs. · Rummel ugs. · Sturm im Wasserglas ugs. · Tebs ugs., sehr selten · Theater ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Gemach‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Gemach‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›Gemach‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sicher gab es in der Nähe der päpstlichen Gemächer eine kleine Küche. [Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 116]
Ihr müßtet mit mir in ein Gemach gehen, wo wir allein sind. [Weismantel, Leo: Die höllische Trinität, Berlin: Union-Verl.1966 [1943], S. 183]
Nach dem protokollarischen Rang eingereiht, marschierte die deutsche Delegation ins päpstliche Gemach. [Der Spiegel, 12.10.1981]
Als die Dame uns allein lässt, wandern wir durch die Gemächer. [Die Zeit, 24.10.2011]
Aber vielleicht dringe ich doch noch einmal in diese inneren Gemächer. [Walser, Robert: Jakob von Gunten, Zürich: Suhrkamp 1973 [1909], S. 2]
Zitationshilfe
„Gemach“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Gemach>.

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