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knallig

GrammatikAdjektiv
Aussprache 
Worttrennung knal | lig
Wortzerlegung knallen -ig, Knall -ig

Bedeutungsübersicht

  1. 1. auffallend, in die Augen stechend
    1. a) grell
    2. b) [umgangssprachlich] effektvoll
  2. 2. [salopp] ⟨knallig heiß⟩ sehr heiß
  3. 3. [salopp] sehr eng

Bedeutungen

eWDG
eWDG
1.
auffallend, in die Augen stechend
a)
grell
Beispiele:
knallige Farben, Buntheit
eine knallig grüne Weste
das knallige Rot der Trachtenröcke
in diesem Winter ist ein knalliges Violett die Modefarbe
Sie [die Vase] ist mit knalligen, goldumränderten Rosen verziert [ StrittmatterOchsenkutscher306]
b)
umgangssprachlich effektvoll
Beispiele:
die knallige Überschrift der Zeitung
die Schauspieler spielten eine knallige (= spannungsgeladene) Szene
mit knalligen Lettern rufen die Anschlagsäulen [ Tageszeitung1962]
2.
salopp knallig heißsehr heiß
Grammatik: adverbiell
Beispiel:
in der Baracke war es knallig warm
3.
salopp sehr eng
Beispiel:
Er hatte seinen starken Umfang so sehr eingebüßt, daß ihm die anfänglich ganz knallig und beängstigend sitzenden aufgezwungenen Drillichsachen nun ganz locker und schlotternd auf den … Knochen hingen [ MarchwitzaJugend285]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Knall · knallen · verknallen · verknallt · knallig
Knall m. ‘lautes, kurzes und scharfes Geräusch’, bezeugt seit dem 16. Jh., Rückbildung aus dem im Nhd. untergegangenen starken Verb mhd. -knellen ‘mit einem Knall zerplatzen’ (mhd. erknellen ‘erschallen’, mhd. zerknellen ‘mit Geräusch zerspringen’). Auf eine ähnliche lautnachahmende Grundform gehen zurück nl. knallen, aengl. cnyll ‘Glockenton, -zeichen’, cnyllan ‘läuten’, engl. knell ‘Totenglocke, Grabgeläute’, to knell ‘(besonders die Totenglocke) läuten, einläuten’. Der adverbial gebrauchten Fügung Knall und Fall ‘plötzlich, unerwartet’ (um 1700) geht eine Wendung Knall und Fall war eins, d. h. ‘mit dem Schuß fiel zugleich der Getroffene’ (17. Jh.) vorauf (aus der Jägersprache?). Umgangssprachlich einen Knall haben ‘verrückt sein’ (20. Jh.), wohl vom zu Benommenheit führenden Schlag an den Kopf; dazu das Schimpfwort Knallkopf, meist in nd. Lautung Knallkopp ‘dummer, verrückter Kerl’ (um 1930). – knallen Vb. ‘einen Knall erzeugen, schießen, stoßen, fallen, werfen, schlagen, daß es einen Knall gibt’ (16. Jh.), von Knall abgeleitet; jmdm. eine (hinter die Ohren) knallen ‘jmdn. ohrfeigen’ (19. Jh.). verknallen Adj. ‘mit Knall vergehen, verpuffen’, umgangssprachlich ‘wegen einer Straftat gerichtlich verurteilen’ (vgl. verdonnern), reflexiv ‘sich verlieben’ (19. Jh.), verknallt Part.adj. ‘verliebt’. knallig Adj., älter knallicht, ‘auffallend, in die Augen stechend, grell, effektvoll, verblüffend’ (17. Jh.); vgl. knallrot ‘grell, schreiend rot’ (19. Jh., mundartlich wohl älter).

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

auffällig bunt · bonbonfarben · farbenfroh · farbenprächtig · farbstark · fröhlich bunt · grellbunt · in kräftigen Farben · sehr bunt  ●  giftig (Farbe) fig., abwertend · (so bunt,) dass es in den Augen sticht ugs. · (so knallbunt,) dass es in den Augen wehtut ugs., fig. · aufdringlich bunt ugs., abwertend · flamboyant geh. · knallbunt ugs. · knallebunt ugs. · knallig ugs. · kreischend bunt ugs., abwertend · poppig ugs. · quietschbunt ugs. · schreiend bunt ugs., abwertend · schrillbunt ugs. · verrückt bunt ugs., regional
Oberbegriffe
Assoziationen

akzentuiert · markig · zugespitzt  ●  reißerisch negativ · kernig ugs. · knallig (z.B. Statements) ugs., fig., salopp · plakativ geh., bildungssprachlich · pointiert geh., bildungssprachlich · prononciert geh., bildungssprachlich · prägnant geh., bildungssprachlich
Assoziationen

auffällig · grell · ins Auge fallend · ins Auge stechend · knallig · plakativ  ●  frech (Farbe, Design) fig. · in die Augen springen(d) fig. · schreiend fig. · aufdringlich geh., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›knallig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›knallig‹.

Legende: Adjektive Substantive

Verwendungsbeispiele für ›knallig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So verwickelt können die scheinbar so knalligen Werke sein, so lakonisch. [Die Zeit, 01.03.2010]
Um dem Stück »Das Geld liegt auf der Bank« also die entsprechend knallige Note zu verleihen, muss ein knalliger Schauspieler her. [Süddeutsche Zeitung, 16.02.2002]
Ein hell leuchtendes Rot war das, seltsam kontrastierend zu dem knalligen Rot ihrer Schuhe. [Süddeutsche Zeitung, 25.01.2000]
Aus dem mäßig amüsanten Abend wäre ein knalliger Rausch geworden. [Süddeutsche Zeitung, 24.08.1998]
Es ist die Zeit der Propaganda, mal knallig, mal subtil. [Süddeutsche Zeitung, 07.02.1995]
Zitationshilfe
„knallig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/knallig>.

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