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frech

GrammatikAdjektiv
Aussprache 
Wortbildung  mit ›frech‹ als Erstglied: frech-frivol · Frechdachs · Frechheit · Frechling
 ·  mit ›frech‹ als Letztglied: dummfrech · fröhlich-frech · rotzfrech · saufrech
Mehrwortausdrücke  frech wie Oskar · freches Mundwerk

Bedeutung

eWDG
eWDG
es jmdm. gegenüber in herausfordernder Weise an der nötigen Achtung fehlen lassend, (ein wenig) respektlos
Beispiele:
er ist immer so frech (zu mir)
umgangssprachlich, verstärkend frech wie Oskar (= sehr frech) 👁 Image
DWDS, 17.12.2020
umgangssprachlich frech wie ein Rohrspatz (= sehr frech)
er ist der Frechste von allen
umgangssprachlichein frecher Bengel, Kerl, Bursche, ein freches Ding
umgangssprachlich freche Gören
umgangssprachlich, scherzhaftdu freche Kröte, Krabbe!
salopp, scherzhaftso eine freche Blase, Rübe!
salopp, derbein freches Luder
er wurde sogar noch frech, als ich ihn darauf hinwies
er hat mir frech ins Gesicht gesagt, dass …
jmdm. frech ins Gesicht lachen
salopp, abwertend frech feixen
freche Blicke
freche Anspielungen, Äußerungen, Bemerkungen machen
freche Streiche
eine freche Antwort
ein frecher Witz
das war wirklich zu frech
salopphalt deinen frechen Mund
derbhalt dein freches Maul
umgangssprachlichein freches Mundwerk haben 👁 Image
DWDS, 19.04.2021
Aber der Bauer war auch frech (= zudringlich) zu ihr [ BrechtFurcht u. Elend11]
derbHat ein paar in seine freche Schnauze gekriegt [ RemarqueSchwarzer Obelisk143]
a)
umgangssprachlich jmdm. frech kommen (= jmdm. ungehörig begegnen)
Beispiel:
Er sei ihr frech gekommen. Das Scheusal habe ihr ins Gesicht gesagt, sie betrüge ihn um seine Einnahme [ BredelSöhne406]
b)
dreist, unverschämt, schamlos
Beispiele:
etw. frech leugnen
jmdn. frech anlügen
frech auf etw. beharren
eine freche Lüge, Herausforderung, Forderung
ein frecher Betrug, ein freches Ansinnen
freche Willkür
freche Vertraulichkeit, frecher Hohn
etw. mit frecher Stirn behaupten (= etw. dreist behaupten)
saloppich würde ihm am liebsten eine in sein freches Gesicht reinhauen
Frankreich wird die frechen Räuber aufs Haupt schlagen [ Feuchtw.Narrenweisheit328]
c)
kess, lustig-herausfordernd
Beispiele:
eine freche Zeichnung, Karikatur, Melodie
hing sie [die Krawatte] ihm rot und frech um den Hals [ BrechtDreigroschenroman70]
Frech frisierte Mädchen [ KischRasender Reporter104]
mit ihrer schwarzen Ponyfrisur und ihrer frechen Nase [ RemarqueSchwarzer Obelisk9]

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
frech · Frechheit
frech Adj. ‘dreist, unverschämt, übermütig, draufgängerisch’, ahd. freh ‘habsüchtig, gierig, ehrgeizig’ (8. Jh.), mhd. vrech ‘mutig, tapfer, dreist’, mnl. vrec ‘habsüchtig, gierig, hartherzig’ (vgl. nl. vrek ‘Geizhalz’), aengl. frec ‘gierig, keck, kühn’, anord. frekr ‘gierig, hart, streng’, got. -friks ‘gierig’ in faíhufriks ‘geldgierig’ (germ. *freka-) sowie die ablautenden Bildungen mnd. vrak, mnl. vrac ‘gierig’, schwed. (mundartlich) fräk ‘schnell, mutig’ und die n-Ableitungen asächs. frōkan ‘kühn, mutig’, anord. frœkn ‘kühn’ sind ihrer Herkunft nach ungeklärt. Nimmt man Verwandtschaft mit griech. spargā́n (σπαργάν) ‘schwellen, strotzen (von Milch), voll Begierde und Wollust sein, heftig begehren’ an, so können die germ. Formen als Varianten ohne anlautendes s- (über ie. *preg- ‘gierig, heftig’) vielleicht zu ie. *(s)p(h)ereg-, einer Gutturalerweiterung der unter Sporn (s. d.) genannten Wurzel ie. *sp(h)er(ə)- ‘zucken, zappeln, schnellen’, gestellt werden (s. auch frank). Die Ausgangsbedeutung ‘gierig, heftig’ entwickelt sich über ‘mutig, kühn, keck, dreist’ im Nhd. bis zu ‘übermütig, unverschämt, schamlos’. – Frechheit f. ‘unverschämtes Verhalten’, mhd. vrechheit, vrecheit ‘Kühnheit, Verwegenheit’.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

aufreizend · flott · frech · herausfordernd · keck · kess · kokett · neckisch  ●  fesch ugs., süddt.
Assoziationen

anmaßend · dreist · flapsig · frech · respektlos · unartig · ungebührend · ungebührlich · ungehobelt · ungehörig · ungeschliffen · ungesittet · ungezogen · unmanierlich · unverfroren · unverschämt  ●  präpotent österr. · (einen) Ton am Leib (haben) ugs., kommentierend · dreibastig ugs., regional · frech wie Dreck ugs. · impertinent geh. · kodderig ugs. · koddrig ugs. · kotzbrockig derb · nassforsch ugs. · nickelig ugs. · pampig ugs. · patzig ugs. · rotzfrech ugs. · rotzig ugs. · rotznäsig ugs. · schnodderig ugs. · unbotmäßig geh.
Oberbegriffe
Assoziationen

frech · keck · kess · locker-flockig · ungeniert · ungezwungen · vorlaut · vorwitzig  ●  locker vom Hocker ugs. · schmerzfrei ugs., fig.
Assoziationen

ausgefallen · chic · elegant · fesch · flott · kleidsam · modisch · schick · schmissig · schmuck · schnittig  ●  frech fig. · cool ugs., engl. · fancy ugs. · geil ugs. · schnatz ugs., regional · schnieke ugs., berlinerisch · stylish fachspr., werbesprachlich · todchic ugs., Verstärkung · todschick ugs., Verstärkung · très chic geh., franz.
Assoziationen

dreist · frech · frecherweise · frechweg · glatt · kaltschnäuzig · unverfrorenerweise · unverschämterweise  ●  frecherdings geh., scherzhaft
Assoziationen

auffällig · grell · ins Auge fallend · ins Auge stechend · knallig · plakativ  ●  frech (Farbe, Design) fig. · in die Augen springen(d) fig. · schreiend fig. · aufdringlich geh., fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›frech‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›frech‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›frech‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auf der Straße beginnt er, eine kleine freche Melodie vor sich hinzusummen. [Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 104]
Er war sicher ein frecher Hund, aber hierfür langte es nicht. [Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 199]
Noch immer ist er zu frech, zu lebendig, zu spontan, manchmal auch zu aggressiv. [Die Zeit, 02.09.1999]
Er meint es nicht ernst, er weiß nicht, wovon er redet, er weiß überhaupt nichts, aber er ist frech. [Die Zeit, 11.03.1988]
Es ist doch immer einer so frech wie der andere, meinte sie. [Brief von Irene G. an Ernst G. vom 09.05.1938, Feldpost-Archive mkb-fp-0270]
Zitationshilfe
„frech“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/frech>.

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