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sinnig

GrammatikAdjektiv
Aussprache 
Worttrennung sin | nig
Wortzerlegung Sinn -ig
Wortbildung  mit ›sinnig‹ als Erstglied: sinnigerweise · Sinnigkeit  ·  mit ›sinnig‹ als Letztglied: einsinnig · geradsinnig / gradsinnig · unsinnig · wirbelsinnig

Bedeutung

eWDG
eWDG
spöttisch von feinem Verständnis, Überlegung zeugend
a)
zweckmäßig, den Erfordernissen entsprechend, sinnvoll
Beispiele:
sehr sinnig geordnetes Nähzeug
ein sinniges (= überlegtes, mit viel Liebe ausgesuchtes, oft aber unpassendes) Geschenk
b)
geistreich, feinsinnig
Beispiel:
ein sinniger Einfall, (Wand)spruch
c)
von Zartgefühl zeugend
Beispiele:
ein sinniges Lied
wie sinnig!
zarte, sinnige Geschichten aus edler Frauenhand [ TucholskyPanter96]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Sinn · sinnig · unsinnig · Unsinn · sinnlich · Sinnlichkeit · sinnlos · übersinnlich · Sinnbild · Sinngedicht · sinnreich · sinnvoll
Sinn m. ‘Fähigkeit, Reize zu empfinden, Denken, Gedanken, Gesinnung, Gemüt, Verstand, geistiger Inhalt’, ahd. (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. afries. sin, nl. zin stellt sich als Verbalsubstantiv zu dem unter sinnen (s. d.) behandelten stark flektierenden Verb und gehört mit den dort sowie den unter Gesinde und senden (s. d.) angeführten Formen zu einer Wurzel ie. *sent- ‘eine Richtung nehmen, gehen’, übertragen ‘empfinden, wahrnehmen’. Die Übertragung der Bedeutung fällt bei Sinn bereits vollständig in vorgerm. Zeit (anders als bei sinnen, s. d.). Häufig in festen Wendungen wie bei Sinnen (‘bei Verstand’) sein, mhd. bī sinne sīn; von Sinnen (‘nicht bei Verstand’) sein, vgl. mhd. von sinnen komen; Sinn (‘Lust, Neigung’) für etw. haben (18. Jh.), im Sinn haben ‘beabsichtigen’ (Anfang 17. Jh.), seine fünf Sinne beisammen haben ‘gesunden Menschenverstand besitzen’ (18. Jh., älter seine fünf Sinne haben, 15. Jh.). – sinnig Adj. ‘durchdacht, überlegt’, ahd. sinnīg ‘mit Sinnen, Vernunft begabt, verständig, erkennend, weise’ (um 1000), mhd. sinnec, sinnic ‘verständig, besonnen, klug, sinnreich’. unsinnig Adj. ‘ohne Sinn, töricht, unvernünftig, absurd’, ahd. unsinnīg (um 1000), mhd. unsinnec, -sinnic ‘nicht bei Verstand, verrückt, sinnlos’. Unsinn m. ‘Albernheit, Nonsens’ (18. Jh., nach engl. nonsense), älter ‘Torheit, Raserei, Wahnsinn, Bewußtlosigkeit’ (so bis ins 19. Jh.), mhd. unsin, rückgebildet aus unsinnec. sinnlich Adj. ‘mit den Sinnen wahrnehmbar, körperlich, sexuellen Dingen leicht zugänglich’, vom Plur. Sinne ausgehend (besonders seit dem 18. Jh. geläufig), mhd. sin(ne)lich ‘durch die Sinne geschehend’, im Unterschied zu mhd. geistec ‘verständig, klug’; dazu Sinnlichkeit f., mhd. sinnelīcheit. sinnlos Adj. ‘ohne Sinn und Verstand, zwecklos, ohne Zusammenhang’, ahd. sinnilōs ‘nicht mit Sinnen begabt, wahnsinnig’ (um 1000), mhd. sinnelōs, auch ‘ohnmächtig, bewußtlos’. übersinnlich Adj. ‘mit den Sinnen nicht wahrnehmbar, übernatürlich’ (17. Jh.). Sinnbild n. ‘Symbol’ (17. Jh.), Übersetzung für Emblem (s. d.), zunächst für eine mit den Augen wahrnehmbare Darstellung allegorischen Inhalts, seit dem 18. Jh. für ‘Symbol’. Sinngedicht n. (Mitte 17. Jh.), Übersetzung für Epigramm (s. d.). sinnreich Adj. ‘zweckentsprechend’, mhd. sinnerīche ‘verständig, klug, erfahren, scharfsinnig’. sinnvoll Adj. ‘gehaltvoll’ (18. Jh.), ‘zweckdienlich’.

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

rational · sinnig · sinnreich · sinnvoll · vernunftgemäß · vernünftig  ●  gescheit ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›sinnig‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sinnig‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›sinnig‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Oft ist in diesem Museum die Anordnung der Werke ebenso sinnlich wie sinnig. [Die Zeit, 12.04.2010]
Der kommt aus der nun geöffneten, ebenfalls rabenschwarzen Tiefe des von Anke Grot sinnig ortlosen Raumes. [Süddeutsche Zeitung, 22.04.2002]
Mehr oder weniger sinnige grafische Informationen legten sich über die Wirklichkeit. [Süddeutsche Zeitung, 07.02.2001]
Sie füllten die Kirche bis auf den letzten Platz und fanden es sehr sinnig und christlich, was und wie er gepredigt hatte. [Welk, Ehm: Die Heiden von Kummerow, Rostock: Hirnstorff 1978 [1937], S. 331]
Was Hans Ritz sonst noch an sinnigen Namen gefunden hat, finden Sie in den nächsten Ausgaben. [Die Zeit, 09.05.1980]
Zitationshilfe
„sinnig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/sinnig>.

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